Ei­ne un­sin­ni­ge Dis­kus­si­on

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Meinungen Und Hintergrund - Die­ter Kel­ler

Beim The­ma Hartz IV ga­ckert die SPD durch­ein­an­der wie ein Hüh­ner­hau­fen. Der kom­mis­sa­ri­sche Par­tei­chef Olaf Scholz ver­tei­digt die Grund­si­che­rung für Ar­beits­lo­se, die un­ter dem Kür­zel Hartz IV ge­ra­de bei So­zi­al­de­mo­kra­ten ei­nen schlech­ten Ruf hat. Ins­be­son­de­re lin­ke Ge­nos­sen fal­len über ihn her. Sie wür­den Hartz IV lie­ber heu­te als mor­gen ab­schaf­fen. Nur: Was dann? Da ha­ben sie kei­ne brauch­ba­re Idee.

Das „so­li­da­ri­sche Grund­ein­kom­men“je­den­falls funk­tio­niert nicht. Sein Na­me klingt gut, stellt sich aber schnell als Eti­ket­ten­schwin­del raus. Der Be­griff „Grund­ein­kom­men“ist mit ei­ner Leis­tung ver- bun­den, die je­der be­kommt, auch wenn er nicht ar­bei­tet. Das aber will der Ber­li­ner Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler gar nicht, son­dern viel­mehr ei­ne öf­fent­li­che Be­schäf­ti­gung. Auch nicht für al­le Lang­zeit­ar­beits­lo­sen, son­dern nur für 150 000. Der Rest steht im Re­gen.

Ge­nau­er durch­dacht ist sei­ne Idee nichts als der Ver­such der Kom­mu­nen, den Bund für Ar­bei­ten an­zu­zap­fen, die sie frü­her selbst be­zahlt ha­ben. Et­wa Parks zu pfle­gen oder in Schu­len zu ar­bei­ten. Wer so ei­nen Job be­kommt, wird auf Dau­er dar­in fest­kle­ben, statt sich et­was auf dem nor­ma­len Ar­beits­markt zu su­chen. Das er­gibt nur we­nig Sinn.

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