Vom Leib­arzt zum Mi­nis­ter für Ve­te­ra­nen

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Blickpunkt - ZUR PER­SON Von Pe­ter De­thier

„The Doc“soll US-Ve­te­ra­nen­mi­nis­ter wer­den. USPrä­si­dent Do­nald Trump be­ruft sei­nen Leib­arzt an die Spit­ze ei­ner Rie­sen­be­hör­de.

Wa­shing­ton. Seit Wo­chen war es ein of­fe­nes Ge­heim­nis, dass Da­vid Shul­kins Ta­ge als US-Ve­te­ra­nen­mi­nis­ter vor­bei sei wür­den. Das ein­zi­ge Ka­bi­netts­mit­glied aus Ba­rack Oba­mas Re­gie­rung hat­te nach Trumps An­sicht nicht ge­nug ge­tan, um die Kran­ken­ver­sor­gung für Kriegs­ve­te­ra­nen zu ver­bes­sern. Zu­dem gönn­te er sich und sei­ner Fa­mi­lie ei­ne hef­tig kri­ti­sie­re­te Eu­ro­pa­rei­se – auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler.

Nicht un­um­strit­ten ist aber auch der de­si­gnier­te Nach­fol­ger Dr. Ron­ny L. Jack­son (50). Der Kon­ter­ad­mi­ral der US-Ma­ri­ne ist ein an­ge­se­he­ner Me­di­zi­ner, der seit 2006 im Wei­ßen Haus tä­tig ist und 2013 zum Leib­arzt des Prä­si­den­ten be­för­dert wur­de. Nun aber soll Jack­son, der auf meh­re­ren mi­li­tä­ri­schen Mis­sio­nen Sol­da­ten be­treu­te, in die Rol­le ei­nes Ma­na­gers schlüp­fen, des­sen Auf­ga­be es ist, ei­ne der größ­ten Ver­wal­tungs­be­hör­den der USA um­zu­krem­peln.

Der Texa­ner war Lei­ter ei­ner Not­fall­sta­ti­on im Irak be­vor er ins Wei­ße Haus be­ru­fen wur­de. Für welt­wei­te Schlag­zei­len sorg­te Jack­son, als er im Ja­nu­ar vor die Ka­me­ras trat, um die Öf­fent­lich­keit über die Er­geb­nis­se von Trumps jähr­li­cher Un­ter­su­chung zu un­ter­rich­ten. Dem­nach sei der Prä­si­dent in her­vor­ra­gen­der Ver­fas­sung und ha­be so „gu­te Ge­ne“, dass er 200 Jah­re alt wer­den könn­te, er­nähr­te er sich nur ge­sün­der.

Als Jack­son dem Prä­si­den­ten dann auch noch „Scharf­sinn“be­schei­nig­te und ver­such­te, sämt­li­che Zwei­fel an des­sen geis­ti­ger Ge­sund­heit aus­zu­räu­men, hat­te er bei Trump end­gül­tig ein St­ein im Brett. „The Doc“, wie Trump sei­nen Leib­arzt lie­be­voll nennt, wird es nicht leicht ha­ben. Vie­le Se­na­to­ren be­zwei­feln, dass es ei­nem Mann oh­ne Ver­wal­tungs­Er­fah­rung ge­lin­gen kann, bei ei­ner von Kor­rup­ti­on ge­präg­ten Be­hör­de mit 360000 Mit­ar­bei­tern auf­zu­räu­men.

Fo­to: dpa/Ma­nu­el Bal­ce Ce­ne­ta

Neu­er Mi­nis­ter: Ron­ny Jack­son

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