Ver­trau­en ist ei­ne zar­te Pflan­ze

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Leserbriefe -

Zu „Ber­lin weist rus­si­sche Di­plo­ma­ten aus“(Aus­ga­be vom 27. März):

Auf ei­nen blo­ßen Ver­dacht hin ver­schär­fen die USA und 14 EU-Staa­ten die Kon­fron­ta­ti­on mit Russ­land, oh­ne sich wahr­schein­lich über al­le denk­ba­ren Kon­se­quen­zen so rich­tig im Kla­ren zu sein. Und die Bun­des­re­gie­rung macht da na­tür­lich mit, in­dem sie bri­ti­sche An­schul­di­gun­gen brav nach­plap­pert. „Das Ver­trau­en ist ei­ne zar­te Pflan­ze; ist es zer­stört, so kommt es so­bald nicht wie­der“, hat­te Ot­to von Bis­marck 1873 ge­sagt. Viel­leicht soll­te Hei­ko Maas die­se Re­de ein­mal le­sen.

Andre­as Wa­gner

Straus­berg

Für den KGB war das Tö­ten von Kri­ti­kern und Ab­trün­ni­gen All­tags­ge­schäft. Ex-KGB-Of­fi­zier Pu­tin hält dar­an fest. Nach der Er­mor­dung sei­nes Kri­ti­kers Lit­wi­nen­ko mit Po­lo­ni­um be­stritt Pu­tin jeg­li­che Schuld. Ra­dio­ak­ti­ve Stof­fe hin­ter­las­sen aber ein­deu­ti­ge Spu­ren. So konn­ten so­wohl die Tä­ter als auch der Trans­port­weg aus Russ­land ent­tarnt wer­den. Dar­aus hat Pu­tin ge­lernt. Beim An­schlag auf Skri­pal wur­de Gift-Kampf­stoff ver­wen­det, der hin­ter­lässt kei­ne ver­rä­te­ri­sche Spu­ren.

Klaus Ram­son

Ebers­wal­de So­lan­ge kei­ne stich­hal­ti­gen Be­wei­se vor­lie­gen, gilt die Un­schulds­ver­mu­tung. Das soll­te auch im Fall des Gift­an­schlags in Groß­bri­tan­ni­en so sein. Aber bei Russ­land scheint das nicht zu gel­ten. Die jetzt wie­der her­vor­ge­zau­ber­ten Cy­ber-An­grif­fe aufs Aus­wär­ti­ge Amt sind eben­so un­be­wie­sen wie der An­schlag. Ei­gent­lich soll­te es Herrn Maas zu den­ken ge­ben, dass nur knapp die Hälf­te der EU der Aus­wei­sung rus­si­scher Di­plo­ma­ten folgt. Die an­de­ren schei­nen der ak­tu­el­len Be­weis­la­ge nicht ganz zu trau­en. Vol­ker Miersch

Schwedt

Fo­to: dpa

Ris­se: Das deutsch-rus­si­sche Ver­hält­nis ist ge­stört.

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