Die Ost­deut­schen ken­nen Pu­tin bes­ser

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Leserbriefe -

Zu „Pu­tins deut­sche Freun­de“(Aus­ga­be vom 21. März):

De OS­ZE-Wahl­be­ob­ach­ter ha­ben die Prä­si­dent­schafts­wahl in Russ­land als grund­sätz­lich kor­rekt be­zeich­net. Das aber passt of­fen­bar nicht in die vor­ge­fass­te Meinung zum ge­gen­wär­ti­gen Russ­land. Beim Na­men „Pu­tin“ge­hen die Scheu­klap­pen wahr­schein­lich schon au­to­ma­tisch zu. Pe­ter St­ei­nin­ger

Bernau

Fakt ist, dass Pu­tin beim rus­si­schen Volk be­liebt ist. Mit sei­ner ru­hi­gen über­leg­ten Art ver­sucht er nicht zu pro­vo­zie­ren, egal was die Me­di­en ihm an­zu­hän­gen ver­su­chen. So wie mit dem nicht be­wie­se­nen Gift­an­schlag. Wie­so soll­te Russ­land den Dop­pel­agen­ten erst aus­rei­sen las­sen, um ihn dann zu tö­ten? Das hät­te ja dann zu­vor in Russ­land ein­fa­cher ge­sche­hen kön­nen.

Ur­su­la Ka­schu­bow­ski Zeh­de­nick

Im Os­ten scheint es mehr Pu­tinF­reun­de zu ge­ben, was da­mit zu tun hat, dass die Ost­deut­schen die Rus­sen bes­ser ken­nen. Pu­tin liebt und ver­tei­digt sein Volk, hat aber auch viel für die Deut­schen üb­rig. Er tut al­les für ein star­kes Russ­land, und das ist auch gut für Deutsch­land. Je stär­ker sein Land ist, um­so wahr­schein­li­cher ist es, dass die Kriegs­trei­ber von USA und Nato in Eu­ro­pa kei­nen Krieg be­gin­nen.

Den Wahl­kampf ha­be ich auf- merk­sam ver­folgt und fand, dass es noch nie­mals ei­nen in­ten­si­ve­ren Kampf um den Sieg gab. Nur zwei Kan­di­da­ten leg­ten ein voll­stän­di­ges Pro­gramm zur Ent­wick­lung des Lan­des vor, al­le an­de­ren ver­tra­ten Grup­pen- oder Ein­zel­in­ter­es­sen. Pu­tin hat­te das bes­te Pro­gramm.

Ger­hard Gie­se

Straus­berg Auch bei Be­rück­sich­ti­gung al­ler, wahr­schein­lich be­rech­tig­ten Hin­wei­se über Wahl­ma­ni­pu­la­tio­nen, hat Pu­tin ein gu­tes Er­geb­nis er­zielt. Die Be­richt­er­stat­tung in den deut­schen Me­di­en zur Wahl war lei­der ge­prägt von vie­len Kli­schees des Kal­ten Krie­ges. Viel­leicht soll­ten un­se­re Mei­nungs­ma­cher lie­ber ein­mal er­grün­den, wie die Rus­sen ihr Land se­hen.

Ein Ver­gleich Pu­tins mit sei­nen bei­den Vor­gän­gern könn­te da­bei hilf­reich sein. Gor­bat­schow steht für den Zer­fall der So­wjet­uni­on. Un­ter Jel­zin ver­sank das Land im Cha­os. Die Mehr­heit der Rus­sen kämpf­te ums Über­le­ben. Über Nacht wur­den mil­li­ar­den­schwe­re Olig­ar­chen ge­schaf­fen, und die Erd­öl-und Gas­res­sour­cen wa­ren schon fast in den Hän­den west­li­cher Kon­zer­ne.

Mit Pu­tin zog wie­der et­was mehr Ord­nung ein, das Land sta­bi­li­sier­te sich und vie­le Rus­sen ka­men zu ei­nem be­schei­de­nen Wohl­stand. Auch au­ßen­po­li­tisch wur­de das Land wie­der wahr­ge­nom­men.

Hans Am­ling

Pan­ketal

Fo­to: dpa/Alex­an­der Zem­lia­ni­chen­ko

Wahl­sie­ger: Russ­lands al­ter und neu­er Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin

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