Land­rats­be­wer­ber ge­ben Ant­wor­ten

Land­rats­kan­di­da­ten ste­hen in Ebers­wal­de Re­de und Ant­wort / Nur CDU-Be­wer­ber be­hält Hö­he sei­nes Wahl­kampf­bud­gets für sich

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Vorderseite - Von SVen Kla­mann

Ebers­wal­de. Der Fi­now­ka­nal und die Bun­des­stra­ße 167 wa­ren die The­men beim Fo­rum der fünf Bar­ni­mer Land­rats­amts­be­wer­ber. Die­se stan­den In­ter­es­sier­ten Re­de und Ant­wort.(

Ebers­wal­de. Auf Ein­la­dung des FDP-Orts­ver­ban­des ha­ben die fünf Be­wer­ber um das Amt des Bar­ni­mer Land­ra­tes am Mitt­woch­abend In­ter­es­sier­ten Re­de und Ant­wort ge­stan­den. Zu den span­nends­ten The­men ge­hör­ten die Zu­kunft des Fi­now­ka­nals, die B 167 neu und die Hö­he der Wahl­kampf­bud­gets.

Mehr als 80 po­ten­zi­el­le Wäh­ler hat­ten sich im Saal des Bür­ger­bil­dungs­zen­trums ein­ge­fun­den - so vie­le, dass so­gar ex­tra Stüh­le her­bei­ge­schafft wer­den muss­ten. Aus dem Pu­bli­kum, von dem sou­ve­rän mo­de­rie­ren­den FDPS­tadt­ver­ord­ne­ten Mar­tin Hoeck und von al­len fünf Kan­di­da­ten kam der ein­dring­li­che Ap­pell, am 22 April un­be­dingt wäh­len zu ge­hen, um die Ent­schei­dung über den neu­en Bar­ni­mer Land­rat nicht dem Kreis­tag oder gar, wie vor acht Jah­ren, dem Los­glück zu über­las­sen.

Das wa­ren die drei wich­tigs­ten Fra­gen und die Ant­wor­ten dar­auf:

Wie ste­hen Sie zu ei­ner Über­nah­me der Schleu­sen durch die Re­gi­on und soll­te der Kreis Mit­glied im zu grün­den­den Zweck­ver­band wer­den?

Oth­mar Ni­ckel, CDU: „Der Land­kreis muss sich mu­tig an die Spit­ze der Be­we­gung stel­len. Die Kom­mu­nen al­lein wä­ren über­for­dert. Der Fi­now­ka­nal hat ein enor­mes Po­ten­ti­al, das es zu nut­zen gilt.“

Da­ni­el Kurth, SPD: „Der Kreis en­ga­giert sich be­reits. Je­de recht­li­che Kon­struk­ti­on, die den Kom- mu­nen das Ja-Sa­gen er­leich­tert, ist prü­fens­wert. Doch der Bund darf nicht so ein­fach aus sei­ner Ver­ant­wor­tung ent­las­sen wer­den. Die Ver­hand­lun­gen müs­sen mit dem Ziel fort­ge­setzt wer­den, mehr Geld für die Kom­mu­nen her­aus­zu­ho­len.“

Sven Wel­ler, BVB/Freie Wäh­ler: „Der Fi­now­ka­nal bie­tet sich als Pi­lot­pro­jekt an, die Re­gi­on zu ei­nen. Da darf der Kreis nicht au­ßen vor blei­ben.“

Mark Matthies, Bür­ger­frak­ti­on Ebers­wal­de: „Die Ge­mein­den kön­nen die Kos­ten nicht al- lein tra­gen. Der Land­kreis soll­te sie wei­ter und stär­ker un­ter­stüt­zen. Das zahlt sich für die Re­gi­on am En­de aus. Al­so ein kla­res Ja zum Schul­ter­schluss mit den Ge­mein­den!“

Micha­el Lut­hardt, Bünd­nis 90/ Die Grü­nen: „Un­se­re Frak­ti­on hat im Kreis­tag und im Stadt­par­la­ment al­le Fi­now­ka­nal-Be­schlüs­se mit­ge­tra­gen. Das hei­ße ich aus­drück­lich gut. Ich bin al­ler­dings eher ein Freund der Schiff­bar­keit mit Mus­kel- als mit Mo­tor­kraft. Wer mit dem Ka­nu kommt, gibt vor Ort mehr Geld aus, als der Tou­rist, der mit der Yacht hier durch­fährt.“

Wie soll­te es mit der Orts­um­ge­hung für die B 167 wei­ter­ge­hen?

Micha­el Lut­hardt: „Das Pl­an­fe­stel­lungs­ver­fah­ren zeigt, dass das Pro­jekt vie­le Tü­cken hat. Die Aus­wir­kun­gen der an­ge­streb­ten Tras­sen­füh­rung ge­hö­ren auf den Prüf­stand.“

Mark Matthies: „Seit Jahr­zehn­ten wird zum The­ma dis­ku­tiert. Sind die der Pla­nung zu­grun­de lie­gen­den Ver­kehrs­strö­me noch ak­tu­ell? Gibt es kei­ne Al­ter­na­ti­ven? Das muss ge­nau be­leuch­tet wer­den.“

Sven Wel­ler: „Wenn wir den Bus­ver­kehr deut­lich aus­bau­en und die Rad­we­ge er­tüch­ti­gen, kön­nen wir Ebers­wal­de auch oh­ne teu­re Orts­um­ge­hung ent­las­ten.“

Da­ni­el Kurth: „Die Pla­nung für die B 167 neu ist durch den Bund so weit vor­an­ge­trie­ben wor­den, dass es nicht sinn­voll wä­re, die­se In­fra­struk­tur­maß­nah­me auf­zu­ge­ben. Die Orts­um­ge­hung bringt aber nur et­was, wenn dem ers- ten Bau­ab­schnitt um­ge­hend der zwei­te folgt. Und wenn aus­rei­chend für Schall­schutz und Aus­gleichs­maß­nah­men ge­sorgt ist.“

Oth­mar Ni­ckel: „Die Orts­um­ge­hung muss den Ein­woh­nern Vor­tei­le ver­schaf­fen. Wenn sie vor dem Ebers­wal­der Rat­haus en­det, so wie dies beim ers­ten Bau­ab­schnitt der Fall ist, er­scheint mir das un­klug.“

Quin­tett sieht Nach­bes­se­rungs­be­darf bei Pla­nun­gen für Orts­um­ge­hung

Wie hoch ist Ihr Bud­get für den Land­rats­wahl­kampf?

Mark Matthies: „5000 Eu­ro.“Sven Wel­ler: „Et­wa 11 000 Eu­ro.“

Da­ni­el Kurth: „Um die

23 000 Eu­ro.“

Micha­el Lut­hardt: „3000 Eu­ro.“Oth­mar Ni­ckel: „Der Be­trag ist so hoch, dass wir kon­kur­renz­fä­hig sind. Ei­ne Zahl nen­ne ich öf­fent­lich nicht.“

Fo­to: Tho­mas Burck­hardt

Die Wäh­ler im Blick: Im Saal des Bür­ger­bil­dungs­zen­trums sit­zen Sven Wel­ler, Mark Matthies, Oth­mar Ni­ckel, Mo­de­ra­tor Mar­tin Hoeck, Da­ni­el Kurth und Micha­el Lut­hardt (v. l.) im Po­di­um. Das Pu­bli­kum ist gut ge­mischt und zum Fra­gen auf­ge­legt. Die Ver­an­stal­tung dau­ert gut zwei­en­halb St­un­den.

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