Ist Tu­ne­si­er ein Bio-Ter­ro­rist?

Schwe­rer Ver­dacht ge­gen 29-Jäh­ri­gen / Hoch­gif­ti­ges Ri­zin ge­fun­den

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Nachrichten -

Köln. Mit der Fest­nah­me des Tu­ne­si­ers Sief Al­lah H. in Köln ha­ben die Si­cher­heits­be­hör­den wo­mög­lich ei­nen Bio­waf­fen­an­schlag in Deutsch­land ver­hin­dert. Dem 29-Jäh­ri­gen sei es An­fang Ju­ni ge­lun­gen, mit zu­vor be­schaff­ten Ge­rät­schaf­ten und Sub­stan­zen hoch­gif­ti­ges Ri­zin her­zu­stel­len, teil­te die Bun­des­an­walt­schaft am Don­ners­tag mit. Noch „nicht ab­schlie­ßend ge­klärt“sei al­ler­dings, ob H. das Gift bei ei­nem is­la­mis­tisch mo­ti­vier­ten At­ten­tat ein­set­zen woll­te.

Ri­zin, das sich aus Ri­zi­nus­sa­men her­stel­len lässt, ist ei­ne to­xi­sche Sub­stanz, die be­reits in kleins­ten Men­gen töd­lich ist. Sie wur­de in der Woh­nung des Tu­ne- siers in Köln ge­fun­den, die SEK­Be­am­te am Di­ens­tag­abend ge­stürmt hat­ten. Um wel­che Men­ge Ri­zin es sich han­delt, war am Don­ners­tag noch un­klar.

Ge­gen H. wur­de am Mitt­woch­abend Haft­be­fehl we­gen Ver­dachts des Ver­sto­ßes ge­gen das Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz er­las­sen. Der 29-Jäh­ri­ge ist dem­nach drin­gend ver­däch­tig, „vor­sätz­lich bio­lo­gi­sche Waf­fen her­ge­stellt zu ha­ben“. Zu­dem er­mit­telt die Bun­des­an­walt­schaft ge­gen H. we­gen des An­fangs­ver­dachts der Vor­be­rei­tung ei­ner schwe­ren staats­ge­fähr­den­den Ge­walt­tat. An­halts­punk­te für ei­ne Mit­glied­schaft des Tu­ne­si­ers in ei­ner Ter­ror­ver­ei­ni­gung und für ei­ne kon­kre­te An­schlags­pla­nung in­des feh­len bis­lang.

Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge soll der 29-jäh­ri­ge Ver­däch­ti­ge im No­vem­ber 2016 nach Deutsch­land ein­ge­reist sein. Er galt dem­nach als un­auf­fäl­lig und war po­li­zei­lich bis­lang nicht in Er­schei­nung ge­tre­ten. Laut „Bild“Zei­tung sprach ein Er­mitt­ler an­ge­sichts des ent­deck­ten Ri­zins vom „größ­ten Ge­fah­ren­po­ten­zi­al, das je­mals in Eu­ro­pa ge­fun­den wur­de“.

Der Zei­tung zu­fol­ge sol­len die deut­schen Si­cher­heits­be­hör­den aus den USA ei­nen Hin­weis auf H. er­hal­ten ha­ben. Die CIA sei über das In­ter­net auf H. auf­merk­sam ge­wor­den. (AFP)

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