Wenn un­ser größ­tes Or­gan nicht funk­tio­niert

Aus­wer­tung der Te­le­fon­ak­ti­on: Sich in sei­ner Haut wohl füh­len

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Ratgeber -

DIA­GNO­SE

Ich hat­te vor fast drei Mo­na­ten ei­ne Zah­nope­ra­ti­on und da­nach ein An­ti­bio­ti­kum be­kom­men. Mein Kör­per re­agier­te dar­auf recht schnell mit Aus­schlag. Jetzt ha­be ich schon ein Me­di­ka­ment da­ge­gen be­kom­men. Das hilft aber nicht sehr ef­fek­tiv. Was kann ich noch tun?

Der Aus­schlag kann ei­ne Un­ver­träg­lich­keits­re­ak­ti­on sein, all­er­gisch oder nicht all­er­gisch, es kann aber auch et­was an­de­res sein, was zeit­lich nur zu­fäl­lig mit der Ope­ra­ti­on und der An­ti­bio­ti­ka­g­a­be zu­sam­men­fällt. Das muss ge­nau fest­ge­stellt wer­den, um Ih­nen si­cher hel­fen zu kön­nen. Da­zu kann es sein, dass der Fach­arzt ei­ne Haut­pro­be ent­neh­men muss, um mi­kro­sko­pisch fest­zu­stel­len, wel­che Hau­t­re­ak­ti­ons­art vor­liegt, falls dies nicht aus den Hau­ter­schei­nun­gen zu dia­gnos­ti­zie­ren ist. Man muss die Ur­sa­che für das Haut­pro­blem fin­den und da­zu ist nicht sel­ten Ge­duld not­wen­dig. Sie brau­chen ei­nen Haut­fach­arzt.

Bei mei­nem fast zehn­jäh­ri­gen En­kel wur­de jetzt Ichthyo­se von der Kin­der­ärz­tin ver­mu­tet. Zu ei­nem Haut­arzt müs­sen wir noch. Wie kann man dem Kind am bes­ten hel­fen?

Ichthyo­sis ist ja ein Sam­mel­be­griff für Ver­hor­nungs­stö­run­gen der Haut, die durch Gen­de­fek­te ver­ur­sacht wer­den und dem zu­fol­ge nicht heil­bar sind. Leich­te For­men sind nicht ganz sel­ten. Das ha­ben et­wa 0,3 Pro­zent al­ler Men­schen in Deutsch­land. Aber wenn es in der Fa­mi­lie Asth­ma, Heu­schnup­fen oder Neu­ro­der­mi­tis gibt, ist ei­ne Neu­ro­der­mi­tis bei ih­rem En­kel wahr­schein­li­cher, da die­se Er­kran­kung fünf bis zehn Pro­zent al­ler Säug­ling und noch et­wa drei bis fünf Pro­zent der Ju­gend­li­chen be­trifft und we­sent­lich häu­fi­ger vor­kommt. Auch die­se Er­kran­kung ist durch ei­ne be­stimm­te ge­ne­ti­sche An­la­ge be­dingt und nicht heil­bar, da wir lei­der die Gen­an­la­ge nicht än­dern kön­nen. Aber die Er­kran­kun­gen kön­nen gut be­han­delt wer­den.

Der ers­te Schritt für Sie soll­te sein, wirk­lich von ei­nem Fach­arzt ei­ne ge­naue Dia­gno­se stel­len zu las­sen. Bis da­hin kann man die tro­cke­ne Haut täg­lich durch Cre­me mit ei­nem Gly­ze­ri­n­an­teil (et­wa zehn Pro­zent) be­han­deln und im spä­te­ren Le­ben auch Harn­stoff bis fünf Pro­zent nut­zen. Sie soll­ten wis­sen: Oft steht Urea oder Carb­a­mid auf der Ver­pa­ckung, was für Harn­stoff als Syn­onym ver­wen­det wird. Al­les an­de­re ver­schreibt dann der Haut­arzt. Es ist üb­ri­gens durch­aus mög­lich, dass sich mit der Pu­ber­tät noch grund­le­gen­de Än­de­run­gen in Rich­tung Ver­bes­se­rung des Haut­zu­stan­des ein­stel­len.

Mein Sohn, noch Klein­kind, hat Neu­ro­der­mi­tis. Jetzt ha­be ich ge­le­sen, dass Man­del­öl­bä­der sehr gut hel­fen sol­len. Wie oft soll­te man die­se an­wen­den?

Mög­lichst gar nicht. Der me­di­zi­ni­sche Wis­sen­stand ver­än­dert sich ja ste­tig. So ist es auch, was die Man­del­öl­bä­der be­trifft. Noch vor drei Jah­ren et­wa ha­be ich auch die­se Emp­feh­lung für Säug­lin­ge und Klein­kin­der ge­ge­ben. Heu­te wis­sen wir, dass die­se Bäder Spu­ren von Erd­nuss­öl/-be­stand­tei­len ent­hal­ten kön­nen und da­mit All­er­gi­en ge­för­dert wer­den kön­nen, da All­er­gi­en auch über die Haut er­wor­ben wer­den. Der so­ge­nann­te „rück­fet­ten­de Ef­fekt“ist ge­gen­über dem Ri­si­ko, ei­ne All­er­gie zu er­wer­ben, ge­ring.

Für Kin­der mit Neu­ro­der­mi­tis emp­feh­le ich kei­ne Bäder, es soll­te kurz oh­ne Sei­fe oder Dusch­gel ge­duscht wer­den. Bit­te Sei­fe nur bei wirk­li­cher Ver­schmut­zung an­wen­den. Ei­ne sinn­vol­le Haut­pfle­ge soll­te durch feuch­tig­keits­spen­den­de Cre­me, die Gly­ce­rin ent­hält, er­fol­gen.

Ich ha­be Schup­pen­flech­te. Was emp­feh­len Sie als wirk­sams­tes Me­di­ka­ment da­ge­gen?

Die Schup­pen­flech­te ist kei­ne rei­ne Hau­ter­kran­kung son­dern ei­nen Er­kran­kung des ge­sam­ten Kör­pers, des Im­mun­sys­tems. Des­halb kann man nicht als Fern­dia­gno­se ein Me­di­ka­ment emp­feh­len. Wich­tig ist, dass Sie mit Ih­rem Arzt ei­nen Be­hand­lungs­plan auf­stel­len. Ent­spre­chend des Schwe­re­gra­des der Schup­pen­flech­te soll­te ent­schie­den wer­den, ob ei­ne zu­frie­den­stel­len­de Ver­bes­se­rung der Haut durch aus­schließ­li­ches Ein­cre­men als ne­ben­wir­kungs­ärms­te The­ra­pie, ei­ne zu­sätz­li­che Be­strah­lung durch Ul­tra­vio­lett­licht mit oder oh­ne vor­he­ri­ges Bad oder ei­ne Be­hand­lung mit Ta­blet­ten oder Spit­zen mit ver­schie­de­nen Wirk­stof­fen er­for­der­lich ist. Ein Me­di­ka­ment kann so­mit als wirk­sams­tes nicht emp­foh­len wer­den. Ent­schei­dend ist im­mer die kon­kre­te Krank­heits­schwe­re, da auch Ri­si­ken und Ne­ben­wir­kun­gen ei­ner Be­hand­lung be­ach­tet wer­den müs­sen.

EIN­FLÜS­SE

Ich bin am En­de des sieb­ten Le­bens­jahr­zehnts und ha­be jetzt die Schwie­rig­kei­ten, dass die Fin­ger­kup­pen ein­rei­ßen, sie schlecht hei­len, die Haut im­mer tro­cke­ner wird. Da hilft auch kei­ne Fett­creme. Was wür­den Sie mir ra­ten?

Je äl­ter man wird, des­to tro­cke­ner wird die Haut. Sie kann das not­wen­di­ge Was­ser, al­so Feuch­tig­keit, im­mer schlech­ter spei­chern. Das muss aber nicht nur am Al­ter lie­gen. Ur­sa­che da­für kön­nen auch Me­di­ka­men­te sein, die man viel­leicht ge­gen an­de­re Krank­hei­ten ein­nimmt. Le­sen Sie ein­mal un­ter die­sem Aspekt die Bei­pack­zet­tel Ih­rer Me­di­ka­men­te und spre­chen dann mit dem Haus­arzt.

Fett­creme ist in Ih­rem Fall nicht sehr hilf­reich. Wäh­len Sie Cre­me­va­ri­an­ten, die gly­ce­rin- oder harn­stoff­hal­tig – aber nicht über fünf Pro­zent – sind. Das hilft bes­ser bei der Feuch­tig­keits­ver­bes­se­rung der Haut und re­du­ziert Tro­cken­heit und Juck­reiz.

Ich ha­be seit Wo­chen stark ju­cken­de Haut­quad­deln. Erst ha­be ich es auf mei­ne Schwan­ger­schaft ge­scho­ben. Der Gy-

nä­ko­lo­ge sag­te al­ler­dings, ich sol­le mich an ei­nen Haut­arzt wen­den. Was könn­te da­ge­gen hel­fen?

Der­ar­ti­ge Rö­tun­gen oder Qu­ad­deln ha­ben et­wa 20 Pro­zent al­ler Men­schen we­nigs­ten ein­mal in ih­rem Le­ben. Es ist al­so nichts Au­ßer­ge­wöhn­li­ches. Wir sa­gen da­zu auch Nes­sel­sucht, ei­ne meist harm­lo­se Hau­ter­kran­kung, ein „Schnup­fen der Haut“. Bei die­ser Er­schei­nung läuft un­ter der Haut – sehr ver­ein­facht er­klärt – Fol­gen­des ab: Die klei­nen Blut­ge­fä­ße er­wei­tern sich im­mer mehr und mehr. Flüs­sig­keit ge­langt so un­ter die Haut, das sind die Qu­ad­deln. Es er­folgt ei­ne Rei­zung der Ner­ven rund um das be­trof­fe­ne Are­al und al­les be­ginnt zu ju­cken.

Die aus­lö­sen­den Ur­sa­chen für die­sen Vor­gang sind übe­r­aus viel­fäl­tig, rei­chen von phy­si­ka­li­schen Ein­flüs­sen wie Käl­te oder Wind über Nah­rungs­mit­tel­be­stand­tei­le oder In­fek­tio­nen, die sub­jek­tiv kei­ne Be­schwer­den ma­chen. Manch­mal blei­ben die Ur­sa­chen auch gänz­lich un­er­kannt. Hel­fen könn­ten da Me­di­ka­men­te wie Lo­rata­din oder Ce­ti­ri­zin, was man an­sons­ten ge­gen Heu­schnup­fen nimmt. Sie müss­ten nur mit Ih­rem Gy­nä­ko­lo­gen spre­chen, was für Sie in der Schwan­ger­schaft mög­lich ist ein­zu­neh­men.

Da Ihr Gy­nä­ko­lo­ge Be­scheid weiß, ge­he ich da­von aus, dass

kei­ne so­ge­nann­te Schwan­ger­schafts­der­ma­to­se vor­liegt, die aber in ih­rem Fall ganz ge­nau­so be­han­delt wer­den wür­de wie ich es ge­ra­de gesagt ha­be. Ei­ne küh­len­de Cre­me, ge­ge­be­nen­falls mit ei­nem mo­der­nen syn­the­ti­schen Cor­ti­son lin­dert zu­sätz­lich.

HAUSTIERE

Ich ha­be ei­ne Kat­zen­haar­aller­gie. Schwe­ren Her­zens muss­te ich un­ser Haus­tier ab­schaf­fen. Aber viel bes­ser ist es da­nach auch nicht ge­wor­den mit der All­er­gie. Ist es viel­leicht doch et­was an­de­res?

Wenn der Fach­arzt ei­ne Kat­zen­haar­aller­gie fest­ge­stellt hat, dann soll­ten Sie dem ver­trau­en. Al­ler­dings liegt der Feh­ler hier be­reits im Na­men der All­er­gie be­grün­det. Sie sind nicht auf die Kat­zen­haa­re selbst all­er­gisch. Bei die­ser All­er­gie han­delt es sich um ei­ne Über­emp­find­lich­keit ge­gen Ei­weiß aus dem Spei­chel von Kat­zen und auch aus Talg- oder Analdrü­sen, die auf den Haa­ren lie­gen, denn die Kat­ze leckt sich gern. Das kann zu ver­schie­de­nen Re­ak­tio­nen füh­ren, bei­spiels­wei­se ei­nem all­er­gi­schen Schnup­fen wie Heu­schnup­fen, ge­rö­te­ten Au­gen oder auch Nes­sel­sucht. Die all­er­gie­aus­lö­sen­den Ei­wei­ße ge­lan­gen auch auf die Schleim­häu­te und ru­fen Re­ak­tio­nen her­vor, die bei man­chen Men­schen zu ei­nem all­er­gi­schen Schock mit Le­bens­ge­fahr füh­ren kön­nen.

Kat­zen ver­tei­len bei der in­ten­si­ven Fell­pfle­ge ih­ren Spei­chel über das ge­sam­te Fell. Das Haupt­all­er­gen mit der Be­zeich­nung Fel d 1 ist sehr, sehr klein und des­halb schweb­fä­hig und zwar sehr lan­ge. So setzt sich das All­er­gen in Mö­beln, Tep­pi­chen, Klei­dung und selbst Ta­pe­ten fest, für Jah­re. Das be­kom­men Sie nicht raus, in­dem nur die Kat­ze nicht mehr da ist. Ra­di­kal gesagt wür­de Ih­nen nur hel­fen: Aus­zie­hen oh­ne je­des Mö­bel- oder Klei­dungs­stück.

Man­cher Tier­freund macht auf Grund der Be­zeich­nung Kat­zen­haar­aller­gie auch den Feh­ler und schafft sich so­ge­nann­te Nackt­kat­ze an. Auch das kann nicht hel­fen, denn auch die­ses Tier ver­teilt ja sei­nen Spei­chel und da­mit die All­er­ge­ne über sei-

nen ge­sam­ten Kör­per. Nicht je­des Tier gibt auch die glei­che Men­ge die­ser Stof­fe ab. Das ist al­ters-, ge­schlechts- oder ras­se­ab­hän­gig. Es ist üb­ri­gens noch nicht wis­sen­schaft­lich er­forscht, war­um die Tie­re die­se Stof­fe zur Fell­pfle­ge pro­du­zie­ren.

Ich bin fast 80 Jahr alt und ha­be jetzt plötz­lich ei­ne Son­nen­all­er­gie. Ich war im­mer viel drau­ßen, ha­be in der Land­wirt­schaft ge­ar­bei­tet und vor­her nie Pro­ble­me ge­habt. Jetzt muss ich mich wirk­lich schüt­zen, wenn die Son­ne kommt. Was kön­nen Sie mir noch ra­ten au­ßer Son­nen­creme und be­de­cken­der Klei­dung? Ich ha­be von mei­nem be­han­deln­den Arzt schon So­la­ra­ze be­kom­men, aber das hat nicht ge­hol­fen.

Ich ver­mu­te ein­mal, dass es sich bei Ih­nen durch das vie­le Ar­bei­ten drau­ßen um ei­nen chro­ni­schen Haut­scha­den durch Son­nen­licht han­delt. Aber das muss na­tür­lich ge­nau dia­gnos­ti­ziert wer­den. Wenn man So­la­ra­ze auf­trägt, dann muss sich die Haut nach et­wa vier bis sechs Wo­chen ent­zün­den und die ver­än­der­te Haut sich wie­der in un­auf­fäl­li­ge Haut um­wan­deln. Pas­siert das nicht, muss ein neu­es Me­di­ka­ment ge­wählt wer­den, weil So­la­ra­ze bei Ih­nen da lei­der nicht wirkt. Su­chen Sie ge­mein­sam mit dem be­han­deln­den Arzt nach Al­ter­na­ti­ven.

Zur Haut­pfle­ge wür­de ich ih­nen Prä­pa­ra­te emp­feh­len, die die Feuch­tig­keit der Haut er­hal­ten oder ver­bes­sern. Hier kom­men Cre­me­va­ri­an­ten mit Gly­ce­rin oder Harn­stoff in Fra­ge. Gly­ce­rin ver­hin­dert ei­ne wei­te­re Was­ser­ver­duns­tung aus der Haut. Harn­stof­fe oder wie auf den Ver­pa­ckun­gen in eng­li­scher Spra­che steht – Urea -, regt die Ober­haut­zel­len zur Bildung von Ei­wei­ßen an, die das Was­ser in der Haut fest­hal­ten. Aber man muss da auch et­was Ge­duld ha­ben, denn die­se Pro­zes­se be­nö­ti­gen, um über­haupt in Gang zu kom­men, zwi­schen zwei und vier Wo­chen. Ge­gen den Juck­reiz hel­fen Prä­pa­ra­te, die auch ge­gen Heu­schnup­fen ein­ge­setzt wer­den mit den Wirk­stoff Lo­rata­din oder Ce­ti­ri­zin. Die gibt es frei zu kau­fen.

Wei­ter­hin soll­ten Sie sich, nach­dem Sie sich mit den mit den feuch­tig­keits­spen­den­den Cre­mes ge­pflegt ha­ben, noch zu­sätz­lich Son­nen­schutz-Cre­me mit ho­hem Licht­schutz­fak­tor 30 bis 50 von dem Gang ins Freie an den frei­ge­tra­ge­nen Haut­par­ti­en ein­rei­ben. Durch die jahr­zehn­te­lan­ge Ein­wir­kung von Ul­tra­vio­lett­licht aus der Son­nen­strah­lung, so ver­mu­te ich nach Ih­ren Schil­de­run­gen, wur­den die Erb­mas­se der Ober­haut­zel­len und viel­leicht auch die Le­der­haut ge­schä­digt. Da muss man ge­gen­steu­ern und ei­ner Ver­schlim­me­rung vor­beu­gen, um in der Fol­ge Haut­krebs zu ver­mei­den. Heu­te ist es üb­ri­gens so, dass bei Be­ru­fen, die viel un­ter Son­nen- und da­mit Ul­tra­vio­lett­licht ar­bei­ten, der­ar­ti­ge Haut­krank­hei­ten als Be­rufs­krank­heit an­er­kannt wer­den. Das be­trifft zum Bei­spiel Land­wir­te eben­so wie Dach­de­cker, Stra­ßen­bau­er, Mau­rer, Sport­leh­rer oder See­leu­te.

PFLE­GE

Be­reits 2016 hat­te ich nach dem Haa­re­fär­ben beim Fri­sör Haut­pro­ble­me, schlim­men Juck­reiz. Das ha­be ich in­zwi­schen durch in­ten­si­ve Pfle­ge wie­der in den Griff be­kom­men. Al­ler­dings wan­der­ten der Juck­reiz und die tro­cke­ne Haut dann über den Na­cken auf die Rü­cken­par­ti­en oder auf den Bauch. Was kann ich noch da­ge­gen tun? Fett­creme hilft nicht.

Sie müs­sen Ih­re Haut gut pfle­gen, denn mit dem Al­ter wird sie im­mer tro­cke­ner und da muss man ge­gen­steu­ern, so be­kommt man den Juck­reiz in den Griff. Falsch ist Fett­creme. Feuch­tig­keits­spen­den­de Cre­mes mit Harn­stoff bis fünf Pro­zent und oder Gly­ce­rin (5-10 Pro­zent) zur Pfle­ge sind sinn­voll. Ach­ten Sie vor al­lem dar­auf, dass Haut nicht auf Haut liegt – be­leib­te Men­schen wis­sen was ich mei­ne. „Liegt die Haut auf der Haut“– zum Bei­spiel un­ter der weib­li­chen Brust oder im Schritt­be­reich, so kann der ge­bil­de­te Schweiß nicht ver­duns­ten und weicht die Haut auf, ähn­lich wie beim lan­gen Ge­schirr­ab­wa­schen. Die Ober­haut wird emp­find­lich, so dass auf der Haut lie­gen­de Keim, z. B. die wir zur Bildung des Säu­re­schutz­man­tels der Haut brau­chen, ein­drin­gen kön­nen und zu ei­ner Ent­zün­dung füh­ren, denn der Kör­per wehrt sich da­ge­gen.

Die­se Kei­me ge­hö­ren auf die Haut aber nicht in die Haut, des­we­gen ent­ste­hen Rö­tun­gen, Juck­reiz, manch­mal auch Näs­sen und Bren­nen oder Pus­teln. Die­ses kann ein­fach durch Mul­lein­le­gen oder (Ba­by)-)Pu­der ver­hin­dert wer­den. Mal sa­lopp gesagt, was bei ei­nem Ba­by hilf­reich ist, das kann auch im Al­ter nicht falsch sein. Pro­bie­ren Sie es ein­fach. Ge­ra­de im Al­ter ist es auch bes­ser, die Haut nicht durch häu­fi­ges Ba­des wei­ter aus­zu­trock­nen. Du­schen ist bes­ser.

Ich ha­be auf dem Kopf Schup­pen­flech­te. Erst war es nur klein­flä­chig, nun reicht es schon über das gan­ze Ge­sicht, die Au­gen­li­der. Was gibt es an na­tür­li­chen Stof­fen, die Lin­de­rung brin­gen?

Da kön­nen spe­zi­el­le Cre­mes in Apo­the­ken an­ge­rührt wer­den. Die­se ent­hal­ten dann St­ein­koh­len­te­e­r­ex­trak­te oder Schie­fe­rö­lex­trak­te (al­so rei­ne Na­tur­pro­duk­te) und wir­ken dann mild an­ti­ent­zünd­lich. Mo­der­ne Me­di­ka­men­te sind al­ler­dings we­sent­lich ef­fek­ti­ver. Mit der rich­ti­gen The­ra­pie kann man heu­te er­rei­chen, die Haut in den Zu­stand bringt, wie es oh­ne die Er­kran­kung wä­re. Die Be­hand­lung er­folgt da­zu in meh­re­ren auf­ein­an­der auf­bau­en­den Schrit­ten, für die es me­di­zi­ni­sche Leit­li­ni­en gibt. Die­se ge­ben ge­nau vor, wie in be­stimm­ten Stu­fen me­di­ka­men­tös vor­zu­ge­hen ist. Ziel da­bei ist es den Ent­zün­dungs­pro­zess in der Haut zu un­ter­bre­chen, um wie ei­ne „nor­ma­le Haut“zu ha­ben. Man be­ginnt im­mer mit der ne­ben­wir­kun­gärms­ten The­ra­pie und muss dann mit ih­nen ent­schei­den, ob die­se reicht oder mehr nö­tig ist.

Ich lei­de seit Jah­ren un­ter Ro­sacea, al­so Ge­sichts­rö­te. Vom Haut­arzt gibt es im­mer wie­der mal ei­ne an­de­re Sal­be, die Wir­kung ist aber nie lang­an­hal­tend. Was kann ich noch da­ge­gen tun?

Ro­sacea ist ei­ne chro­nisch ver­lau­fen­de ent­zünd­li­che Hau­ter­kran­kung der Talg­drü­sen, über­wie­gend im Ge­sicht und ist nicht heil­bar. Man sagt auch Kup­fer­fin­ne da­zu und die Ur­sa­chen sind bis heu­te nicht ge­klärt. Al­lein in Deutsch­land sind vier Mil­lio­nen Deut­sche be­trof­fen, vor al­lem Frau­en, vor al­lem Men­schen mit hel­ler Haut. Mit mo­der­nen me­di­zi­ni­schen Mit­teln ist al­ler­dings ei­ne gu­te Be­hand­lung mög­lich. Nur muss man da­für Ge­duld ha­ben. Oft er­le­ben wir in der Pra­xis, dass Me­di­ka­men­te ein­ge­nom­men oder auf die Haut ge­cremt wer­den, bis ei­ne sicht­li­che Bes­se­rung ein­tritt, dann nicht mehr.

Da es ei­ne chro­ni­sche Er­kran­kung ist, muss sie auch täg­lich be­han­delt wer­den. Es gibt zwei neue Me­di­ka­men­te für ver­schie­de­ne Krank­heits­schwe­re­gra­de, die recht gut wirk­sam sind. Al­ler­dings ist auch zu be­den­ken, dass durch Son­nen­licht die Er­kran­kung ver­schlim­mert wer­den kann. Das gilt lei­der nicht nur bei di­rek­te Ein­strah­lung, son­dern auch an wol­ken­rei­chen Ta­gen. Des­halb ist es wich­tig, et­wa zehn bis 20 Mi­nu­ten nach dem Auf­tra­gen der me­di­zi­ni­schen Cre­me noch ei­nen Son­nen­schutz dar­über zu cre­men. Bei schwe­re­ren Sta­di­en kann man ei­ne Be­hand­lung auch mit Ta­blet­ten ma­chen.

Stichwort

Ter­min-Pro­ble­me

Ter­mi­ne bei ei­nem Haut­arzt in der Re­gi­on zu be­kom­men ist schwie­rig. Hel­fen kann die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung des Lan­des Bran­den­burg. Dort gibt es ei­ne Hot­line, an der man nach frei­en Fach­arzt­ter­mi­nen in der Um­ge­bung nach­fra­gen kann. Er­reich­bar ist die Hot­line mit viel Ge­duld un­ter der Te­le­fon­num­mer 0331 98229851, täg­lich von 9 bis 12 Uhr. Der­zeit wer­den dort bei Nach­fra­gen aus Frankfurt (Oder) und Re­gi­on Haut­ärz­te in Fürs­ten­wal­de, Bad Saa­row oder Berlin emp­foh­len.

Man kann sich auch an die Ter­min­ser­vice­stel­le der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung wen­den un­ter der Te­le­fon­num­mer 0331 98229989.) wen­den.

Foto: dpa/Fri­so Gentsch

Hat viel zu tun: Die Haut ist funk­tio­nell das viel­sei­tigs­te Or­gan des mensch­li­chen Or­ga­nis­mus. Und un­an­ge­nehm wird es, wenn sie Pro­ble­me macht.

Foto: An­ne­gret Krü­ger

Dr. Andre­as Happ, Chef­arzt der Kli­nik für Der­ma­to­lo­gie am Frank­fur­ter Kli­ni­kum

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