Kla­gen wird ein­fa­cher

Ein­füh­rung von Mus­ter­pro­zes­sen be­schlos­sen

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Wirtschaft -

Berlin. Die Ko­ali­ti­ons­frak­tio­nen ha­ben die neu­en Mus­ter­kla­gen ge­gen Un­ter­neh­men ver­ein­facht. So müs­sen Verbände nicht wie ur­sprüng­lich ge­plant zu­nächst vors Land­ge­richt zie­hen, son­dern kön­nen sich so­fort ans Ober­land­ge­richt wen­den. Auch ent­fällt die ur­sprüng­lich vor­ge­se­he­ne Pflicht für Ver­brau­cher, zu Be­ginn des Ver­fah­rens ei­ne Scha­dens­sum­me zu nen­nen.

Bei der am Don­ners­tag mit den Stim­men der Re­gie­rungs­frak­tio­nen be­schlos­se­nen Mus­ter­fest­stel­lungs­kla­ge kön­nen Kun­den An­sprü­che auf Scha­den­er­satz ge­gen Un­ter­neh­men durch­set­zen, oh­ne so­fort selbst vor Ge­richt zie­hen zu müs­sen. Das Ver­fah­ren ist zwei­stu­fig: Zu­nächst lässt ein Ver­brau­cher­schutz­ver­band ge­richt­lich fest­stel­len, wel­che An­sprü­che be­ste­hen. Die­se müs­sen Kun­den, die sich ge­prellt füh­len, dann aber noch in­di­vi­du­ell ein­kla­gen. Das Ge­setz, dem noch der Bun­des­rat zu­stim­men muss, soll von 1. No­vem­ber an gel­ten. Es kä­me ge­ra­de recht­zei­tig, da­mit die An­sprü­che von Ge­schä­dig­ten aus dem Ab­gas­skan­dal bei VW nicht ver­jäh­ren. Kri­tik kommt von der Deut­schen Um­welt­hil­fe. Sie mo­niert die stren­gen Kri­te­ri­en für die am Ver­fah­ren be­tei­lig­ten Verbände. (mg)

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