Schmerz­haf­te Mil­li­ar­den­bu­ße für VW

Das Land Nie­der­sach­sen kann die Zah­lung we­gen der Die­sel­af­fä­re voll be­hal­ten

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Wirtschaft - Von Die­ter Kel­ler

Braun­schweig/Berlin. Das Buß­geld von ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro in der Die­sel­af­fä­re ist nach An­sicht der Staats­an­walt­schaft Braun­schweig schmerz­haft für Volks­wa­gen. „Wenn wir das Ge­fühl ge­habt hät­ten, das führt zum all­ge­mei­nen La­cher und ei­ner Über­wei­sung aus der Por­to­kas­se, hät­ten wir ei­nen an­de­ren Be­trag er­mit­telt“, sag­te Ober­staats­an­walt Klaus Zie­he. VW hat den Be­scheid über fünf Mil­lio­nen Eu­ro Geld­bu­ße und 995 Mil­lio­nen Eu­ro Ab­schöp­fung wirt­schaft­li­cher Vor­tei­le be­reits ak­zep­tiert und auf Rechts­mit­tel ver­zich­tet.

Für das Land Nie­der­sach­sen be­deu­tet das Buß­geld ei­nen war­men Geld­re­gen: Es darf die Mil­li­ar­de voll be­hal­ten, die VW in­ner­halb von sechs Wo­chen über­wei­sen muss. An­ge­sichts ei­nes Lan­des­etats von 31,7 Mil­li­ar­den Eu­ro in die­sem Jahr ist das ein er­heb­li­cher Be­trag. Nach An­ga­ben des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums in Hannover fließt die Sum­me nicht in den Län­der­fi­nanz­aus­gleich ein. Das Land muss al­so nichts ab­ge­ben. Ge­prüft wer­de noch, ob die Steu­er­ein­nah­men be­rührt wür­den.

Nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz kann es al­ler­dings nicht sein, dass die nied­ri­ger aus­fal­len. Nach An­ga­ben der Bun­des­steu­er­be­ra­ter­kam­mer dür­fen Geld­bu­ßen, Ord­nungs- und Ver­warn­gel­der, die in Deutsch­land oder der EU ver­hängt wer­den, grund­sätz­lich nicht als Be­triebs­aus­ga­ben ab­ge­setzt wer­den. Sie sind al­so aus dem ver­steu­er­ten Ge­winn zu be­zah­len. Fol­ge: Ent­we­der wer­den die Rück­la­gen ge­kürzt oder die Di­vi­den­de. Den zwei­ten Fall wür­de Nie­der­sach­sen al­ler­dings spü­ren. Denn dem Land ge­hö- ren im­mer noch 11,8 Pro­zent der VW-Ak­ti­en.

Die Zu­satz­ein­nah­me ist nicht zweck­ge­bun­den, son­dern lan­det im all­ge­mei­nen Ein­nah­me­topf. Wie das Geld ver­wandt wer­den soll, will die rot-schwar­ze Lan­des­re­gie­rung bei den Haus­halts­be­ra­tun­gen sa­gen.

Foto: dpa/Hau­ke-Christian Dittrich

Es soll weh tun: Ober­staats­an­walt Klaus Zie­he äu­ßert sich zum VW-Buß­geld.

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