26000 neue An­schlüs­se

Te­le­kom baut schnel­les In­ter­net aus und setzt auf Kup­fer­ka­bel

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Wirtschaft - Von Ina Mat­thes

Frankfurt (Oder). Rund 26 000 Haus­hal­te in Ost­bran­den­burg will die Te­le­kom bis Jah­res­en­de mit schnel­le­rem In­ter­net ver­sorgt ha­ben. Schwer­punk­te sind Städ­te wie Ei­sen­hüt­ten­stadt, Bad Saa­row, See­low und Frankfurt (Oder).

In Frankfurt (Oder) sol­len 14 300 Haus­hal­te zum En­de des Som­mers mit In­ter­net-Ge­schwin­dig­kei­ten von 100 Mbit/s aus­ge­stat­tet sein, noch ein­mal 10 200 An­schlüs­se sol­len im ers­ten Quar­tal 2019 fol­gen. Al­ler­dings kommt es beim Aus­bau teils zu Ver­zö­ge­run­gen, in Bad Saa­row bei­spiels­wei­se. Es ge­be Lie­fer­eng­päs­se bei Schalt­schrän­ken, er­läu­tert Sven Nit­ze, Re­gio­nal­ma­na­ger der Te­le­kom wäh­rend ei­nes Re­dak­ti­ons­ge­sprächs in der Mär­ki­schen Oder­zei­tung. Schwie­rig sei es, Tief­bau­fir­men mit frei­en Ka­pa­zi­tä­ten zu fin­den.

Die 26 000 An­schlüs­se ver­legt die Te­le­kom im Ei­gen­bau, das heißt, oh­ne öf­fent­li­che För­de­rung. Da­bei greift das Un­ter­neh­men vor al­lem auf die Vec­to­ring-Tech­no­lo­gie zu­rück. Kup­fer­ka­bel, die zwi­schen den Schalt­käs­ten in der Stra­ße und den Häu­sern ver­legt sind, kön- nen da­bei wei­ter ver­wen­det wer­den. Das Vec­to­ring steht in der Kri­tik, weil es nicht zu­kunfts­fä­hig ist. An­schlüs­se mit 1 Gi­ga­bit pro Se­kun­de, wie sie die Wirt­schaft teils schon jetzt for­dert, sind da­mit nicht mög­lich. Das funk­tio­niert nur mit Haus­an­schlüs­sen aus Glas­fa­ser­ka­beln.

Die­se neu zu ver­le­gen sei auf­wän­dig und teu­er, sagt Nit­ze. „Wir set­zen auf Vec­to­ring, weil es schnell um­zu­set­zen und kos­ten­güns­tig ist.“In Frankfurt (Oder) bie­tet die Te­le­kom ih­ren Kun­den ab 2019 das so­ge­nann­te Su­per-Vec­to­ring an, mit dem Ge­schwin­dig­kei­ten von 250 Mbit/s er­reicht wer­den sol­len. Auch das ba­siert auf Kup­fer­ka­beln. Bei neu ge­bau­ten Häu­sern wer­de jetzt be­reits Glas­fa­ser ver­legt, sagt Nit­ze. Ab En­de 2018/2019 soll das dann auch bei an­de­ren Haus­an­schlüs­sen so sein.

Auf eigene Kos­ten bau­en Un­ter­neh­men wie die Te­le­kom dort aus, wo es für sie lu­kra­tiv ist. In vie­len dünn be­sie­del­ten Re­gio­nen ist es das nicht. Dort ma­chen ho­he Tief­bau­kos­ten die An­schlüs­se un­at­trak­tiv. Da sol­len För­der­pro­gram­me von Bund und Land grei­fen. Die Krei­se schrei­ben die Auf­trä­ge da­für aus, die Fir­men kön­nen sich be­wer­ben. Die Te­le­kom ha­be sich an al­len Aus­schrei­bun­gen der Land­krei­se und in Frankfurt (Oder) be­tei­ligt, sagt Sven Nit­ze. Das Un­ter­neh­men bie­te den Krei­sen, so ge­wünscht, den Aus­bau so­wohl in der Vec­to­ring-Tech­no­lo­gie als auch in Glas­fa­ser an. Der Kreis Mär­kisch-Oder­land hat sich bei­spiels­wei­se für Glas­fa­ser ent­schie­den, Frankfurt (Oder) auch.

Hoff­nung auf ei­nen bal­di­gen schnel­len An­schluss kann der Te­le­kom-Ma­na­ger dem Lan­d­arzt auf dem Dorf al­ler­dings nicht ma­chen. Von der Er­tei­lung des Zu­schlags für ei­nen Be­wer­ber bis zum fer­ti­gen An­schluss daue­re es et­wa drei Jah­re. Fir­men auf dem Land, die nicht war­ten wol­len, kön­nen trotz­dem schnel­ler zum schnel­len In­ter­net kom­men. Die Te­le­kom of­fe­riert ih­nen ei­ne eigene Lei­tung von der Ver­mitt­lungs­stel­le bis zur Fir­ma. Da­mit wer­den Ge­schwin­dig­kei­ten deut­lich über 100 Mbit/s er­reicht. Das hat sei­nen Preis: um die 220 Eu­ro im Mo­nat.

Un­ter­neh­men bie­tet den Krei­sen so­wohl Kup­fer-Tech­no­lo­gie als auch Glas­fa­ser an

Foto: Re­né Matsch­ko­wi­ak

Schnel­le­res In­ter­net für Bran­den­burg: Sven Nit­ze, Re­gio­nal­ma­na­ger, er­läu­tert die Plä­ne der Te­le­kom für Ost­bran­den­burg im Re­dak­ti­ons­ge­spräch der Mär­ki­schen Oder­zei­tung.

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