Selbst­jus­tiz nach TV-Be­richt über Pä­do­phi­lie

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Aus Aller Welt -

Bre­men. Nach ei­nem mut­maß­li­chen Fall von Lynch­jus­tiz in Bre­men will die Staats­an­walt­schaft ei­nen Fern­seh­be­richt als mög­li­chen Aus­lö­ser ge­nau un­ter die Lu­pe neh­men. Der Mann wur­de in sei­ner Woh­nung über­fal­len, zu­sam­men­ge­schla­gen und le­bens­ge­fähr­lich ver­letzt. Laut Aus­sa­gen von Zeu­gen hät­ten die Tä­ter das Op­fer nach ei­nem Bei­trag über Pä­do­phi­le in der RTL­Sen­dung „Punkt 12“auf­ge­sucht, sag­te ein Spre­cher der Bre­mer Staats­an­walt­schaft am Don­ners­tag. Der Sen­der woll­te sich noch zum Fall äu­ßern.

Die Tä­ter sind den Er­mitt­lun­gen zu­fol­ge in dem Glau­ben ge­we­sen, den Mann in dem Be­richt er­kannt zu ha­ben. Ein Irr­tum: Das Op­fer war nicht der­je­ni­ge aus dem Bei­trag. Ei­ne Grup­pe von sie­ben bis zehn Men­schen ha­be sich nach der Fern­seh­sen­dung am Di­ens­tag an der Woh­nung des 50-Jäh­ri­gen ver­sam­melt, sag­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft, und den Mann so hef­tig zu­sam­men­ge­schla­gen, dass er zeit­wei­se in Le­bens­ge­fahr war. (dpa)

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