Mi­ne­ral­was­ser-Nach­schub stockt

An­hal­ten­de Hit­ze bringt Ge­trän­ke­ver­sor­gung in Berlin und Bran­den­burg an ih­re Gren­zen / Auf­ruf an Kun­den, lee­re Käs­ten wie­der ab­zu­ge­ben

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Brandenburg - Von Burk­hard Frau­ne

Berlin. Die Hit­ze­wel­le der ver­gan­ge­nen Wo­chen hat die Ge­trän­ke­ver­sor­gung in Berlin und Bran­den­burg an ih­re Gren­zen ge­bracht. In ei­ni­gen Lä­den in der Haupt­stadt wa­ren ein­zel­ne Mi­ne­ral­was­ser und Spru­del aus­ver­kauft. „Je­des Jahr gleich. Wenn es vier Wo­chen warm ist, bricht al­les zu­sam­men“, hieß es beim Fach­groß­händ­ler Preuss Münch­ha­gen. Die Rhön­spru­del-Grup­pe als ei­ner der gro­ßen An­bie­ter in der Re­gi­on rief die Kun­den so­gar ex­pli­zit auf, lee­re Was­ser­kis­ten zu­rück zu brin­gen, da­mit die Fla­schen wie­der be­füllt wer­den kön­nen.

Das Un­ter­neh­men mit Mar­ken wie Spree­quell und Bad Lie­ben­wer­da hat in den letz­ten Wo­chen mehr Mi­ne­ral­was­ser und Er­fri­schungs­ge­trän­ke ver­kauft als je zu­vor. Was­ser sei noch ge­nug da, aber Leer­gut sei in Hit­ze­pe­ri­oden im­mer ein Pro­blem. Für das Wo­che­n­en­de rech­nen die Me­teo­ro­lo­gen wie­der mit stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren in Berlin.

Die Mi­ne­ral­brun­nen fah­ren Son­der­schich­ten, muss­ten aber ein­zel­ne Auf­trä­ge ab­leh­nen, wie es bei der Ber­ent­zen- Grup­pe hieß, zu der die Vi­va­ris Ge­trän­ke Grü­ne­berg bei Ora­ni­en­burg ge­hört. Dort wer­den an nor­ma­len Ta­gen 350 000 bis 500 000 Fla­schen mit Ge­trän­ken be­füllt, zu­letzt wa­ren es bis zu 550 000, wie Spre­cher Thorsten Sch­mitt sag­te. „Die An­la­gen lie­gen an der Ka­pa­zi­täts­gren­ze.“

Rhön­spru­del ver­kauf­te die­ses Jahr bis­her 20 Pro­zent mehr Spree­quell als im Vor­jah­res­zeit­raum, wie die Mar­ke­ting­che­fin für den Os­ten, Anett Stang, sag­te. „Von der ho­hen Nach­fra­ge sind vor al­lem die Mi­ne­ral­wäs­ser be­trof­fen, da bei an­hal­ten­der Hit­ze Men­schen na­he­zu das Drei­fa­che trin­ken.“Gleich­zei­tig fehl­ten im Mai we­gen der Fei­er­ta­ge Pro­duk­ti­ons­ta­ge bei den Mi­ne­ral­brun­nen.

Das spü­ren die Kun­den nun zum Teil am La­den­re­gal. „Auf­grund der an­hal­tend ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren kommt es lei­der zu Fehl­ar­ti­keln bei Mehr­weg-Ge­trän­ken sei­tens der Her­stel­ler“, er­klär­te Ede­ka noch in die­ser Wo­che mit ei­nem Aus­hang in ei­ner Ber­li­ner Fi­lia­le. Auch im Fach­han­del gab es „Grif­flü­cken“, wie die Bran­che lee­re Flä­chen in den La­den­re­ga­len nennt. Die Haupt­stadt hat beim Mi­ne­ral- was­ser auch ei­nen struk­tu­rel­len Nach­teil. „Berlin-Bran­den­burg hat re­la­tiv we­ni­ge Brun­nen­be­trie­be“, er­klär­te Ber­ent­zen­Spre­cher Sch­mitt. Vie­le Mar­ken wer­den aus an­de­ren Re­gio­nen an­ge­lie­fert. Zu­letzt war der Durst der Ber­li­ner aber so groß, dass zeit­wei­se die Last­wa­gen nicht reich­ten. Trotz des zeit­wei­li­gen Eng­pas­ses ver­si­chert das Un­ter­neh­men aber: „Es wird nicht pas­sie­ren, dass es ein­mal kein Mi­ne­ral­was­ser mehr im Su­per­markt gibt.“

Und es gibt ja auch noch Lei­tungs­was­ser. Die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be wei­sen dar­auf hin, dass auch Was­ser aus dem Hahn na­tür­li­che Mi­ne­ra­li­en und Spu­ren­ele­men­te ent­hält. Trin­ken al­lein rei­che aber nicht, um den le­bens­not­wen­di­gen Be­darf zu de­cken. Es kom­me auch auf ei­ne aus­ge­wo­ge­ne und ge­sun­de Er­näh­rung an. (dpa)

Bran­che spricht von „Fehl­ar­ti­keln“und „Grif­flü­cken“in den Re­ga­len

Foto: dpa/Jörg Cars­ten­sen

Hoch­kon­junk­tur: Ge­trän­ke­pro­du­zen­ten ha­ben der­zeit al­le Hän­de voll zu tun, um den Be­darf zu de­cken.

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