Wolfs­ma­nage­ment hat ver­sagt

Märkische Oderzeitung Eberswalde - - Leserbriefe - Henning höh­ne Schif­fMüh­le Bea­te Bla­hy St­ein­hö­fel

Zu „Ge­schich­ten vom Wolf – ein mär­ki­scher Ex­port­schla­ger“(Aus­ga­be vom 3./4. No­vem­ber):

Der Ge­schäfts­füh­rer vom Fo­rum Na­tur, Gre­gor Bey­er, soll­te zu Hau­se blei­ben und den Süd­deut­schen nicht die an­geb­lich gu­ten Er­fah­run­gen des Wolfs­ma­nage­ments in Bran­den­burg auf­ti­schen. Mär­chen­er­zäh­ler gibt es im Sü­den si­cher selbst ge­nug. Das Wolfs­ma­nage­ment hat in Bran­den­burg to­tal ver­sagt, denn die Schä­den bei Schä­fern und auf Rin­der­kop­peln meh­ren sich.

Be­trof­fe­ne Land­wir­te äu­ßer­ten sich, dass in Bran­den­burg künf­tig kaum noch ei­ne Schaf­hal­tung und ei­ne Wei­der­in­der­hal­tung, die haupt­säch­lich von Öko­bau­ern be­trie­ben wird, mög­lich ist, wenn nicht der Wolf in das Jagd­recht über­führt wird und auf­dring­li­che Wöl­fe so­wie Über­po­pu­la­tio­nen ab­ge­schos­sen wer­den kön­nen. Na­tur, das ei­gent­lich „Fo­rum ge­gen Na­tur“hei­ßen müss­te. Herr Bey­er tritt aus­schließ­lich als Lob­by­ist von Land­nut­zern auf, die sich in ih­rer Nut­zung des All­ge­mein­gu­tes Na­tur und Land­schaft von be­stimm­ten Ar­ten ge­stört füh­len bzw. de­ren „Kon­kur­renz“nicht dul­den wol­len: Kor­mo­ra­ne, Bi­ber, Wöl­fe, Fi­schot­ter, Gän­se, so­gar Kra­ni­che ge­hö­ren zu den Feind­bil­dern.

Was den Wolf an­geht: Ana­ly­sen wei­sen im­mer wie­der nach, dass nur 0,8 Pro­zent der Beu­te­tie­re Haus­tie­re sind, nicht mehr. Wöl­fe sind das na­tür­li­che Re­gu­la­tiv in Wald und Of­fen­land, sie re­gu­lie­ren un­ter an­de­rem auch die Bi­ber­dich­te, Lieb­lings­nah­rung ist das Reh­wild, nicht das Schaf. Die In­tel­li­genz des Men­schen soll­te ihn doch wohl be­fä­hi­gen, sich ge­gen An­grif­fe auf sei­ne Haus­tie­re wirk­sam zu schüt­zen.

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