Bay­er will Traum vom Triple stop­pen

Die Par­tie Mainz ge­gen Frei­burg war das letz­te Mon­tags­spiel für die­se Bun­des­li­ga-Sai­son

Märkische Oderzeitung Fürstenwalde - - Vorderseite -

Le­ver­ku­sen. Die Fuß­bal­ler von Bay­er Le­ver­ku­sen hof­fen heu­te Abend im Halb­fi­na­le des DFB-Po­kals auf den gro­ßen Heim-Coup. Sie wol­len den Triple-Traum vom FC Bay­ern München plat­zen las­sen.

Frankfurt/Main. Mit der Par­tie Mainz ge­gen Frei­burg sind die Mon­tags­spie­le in der Fuß­ball­Bun­des­li­ga für die­se Spiel­zeit vor­bei – die Dis­kus­si­on dar­über noch lan­ge nicht.

Die Pro­test­ak­ti­on, die am Sonn­abend wohl­weis­lich zur tra­di­tio­nel­len Bun­des­li­ga­zeit um 15.30 Uhr ge­star­tet wur­de, bot bes­te Un­ter­hal­tung. Beim Spiel un­ter dem Mot­to „Sams­tag halb Vier – Fuß­ball, Brat­wurst, Bier“setz­te sich die Fan-Mann­schaft des SC Frei­burg 9:4 im Bruch­weg­sta­di­on ge­gen die An­hän­ger-Aus­wahl des FSV Mainz 05 durch. Wenn die Deut­sche Fuß­ball Li­ga ähn­li­che Tor­fes­ti­vals bei den Mon­tags­spie­len ga­ran­tier­te könn­te, wür­de sich der Är­ger dar­über si­cher in Gren­zen hal­ten.

Doch ge­ra­de die letz­te der fünf Mon­tags­par­ti­en in die­ser Sai­son zwi­schen Mainz und Frei­burg rief noch ein­mal die Kri­ti­ker auf den Plan. Schließ­lich stan­den we­der die Rhein­hes­sen noch die Ba­de­ner im Ver­dacht, we­gen Eu­ro­pa­po­kal-Stra­pa­zen un­be­dingt mon­tags ge­gen­ein­an­der an­tre­ten zu müs­sen. „Dar­an sieht man, dass das al­les total heuch­le­risch ist“, sagt der Main­zer Pro­test-Initia­tor Jürgen Girt­ler. „Es geht nur um Pro­fit-Ma­xi­mie­rung.“

„Dass liegt ein­fach dar­an, dass die Er­fol­ge in der Eu­ro­pa Le­ague aus­ge­blie­ben sind, die gel­ten­den Fern­seh­ver­trä­ge den Mon­tag aber als Spiel­tag vor­se­hen. Und Leip­zig kann eben nicht im­mer mon­tags spie­len“, hält DFB-Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del da­ge­gen. Die Kri­tik hält er für zu ober­fläch­lich, „weil bei ei­ner Spiel­plan­ge­stal­tung und ei­nem TV-Ver­trag auf vier Jah­re hin­aus Re­ge­lun­gen ge­schaf­fen wer­den müs­sen. Und da braucht es eben Vor­keh­run­gen für den Fall, dass meh­re­re Ver­ei­ne mög­lichst lan­ge im Wett­be­werb ver­blei­ben.“Die Mon­tags­spie­le sei­en in Wahr­heit ei­ne Ver­beu­gung vor dem Ama­teur­fuß­ball, denn die Al­ter­na­ti­ve wä­re ja, dass die­se Spie­le am Sonn­tag um 13.30 Uhr oder 15.30 Uhr statt­fän­den, sagt Gr­in­del, der von DFL-Vi­ze­prä­si­dent Pe­ter Pe­ters von Schal­ke 04 Un­ter­stüt­zung er­hält. „Schließ­lich gibt es seit die­ser Sai­son be­reits an fünf Sonn­ta­gen ei­ne drit­te Par­tie um 13.30 Uhr.“

Auch die DFL be­strei­tet seit Mo­na­ten ve­he­ment kom­mer­zi­el­le Grün­de. „Die wa­ren nicht ent­schei­dend, auf die fünf Mon­tags­be­geg­nun­gen ent­fällt we­ni­ger als ein Pro­zent der Me­die­n­er­lö­se“, heißt es aus dem Ver­band. Die Frei­bur­ger Mit-Or­ga­ni­sa­to­rin He­len Breit schlägt in­des in die­sel­be Ker­be wie Girt­ler. „Die Ar­gu­men­ta­ti­on ist fa­den­schei­nig. Wir wol­len ein Zei­chen für die Fans und ge­gen den Pro­fit set­zen.“Das hat­ten in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten auch schon die An­hän­ger von Ein­tracht Frankfurt, Bo­rus­sia Dort­mund und Wer­der Bre­men mehr oder we­ni­ger deut­lich ge­tan – sie al­le wa­ren von den Mon­tags-An­set­zun­gen be­trof­fen. Und sie wer­den auch zu­künf­tig da­von be­trof­fen sein. Bis zum En­de des lau­fen­den Fern­seh­ver­trags im Jahr 2021 wird es bei den fünf Par­ti­en pro Sai­son blei­ben.

Was da­nach pas­siert, ist noch of­fen – mehr als fünf Spie­le soll es aber nicht ge­ben. Zu­dem sol­len die Par­ti­en zu­künf­tig über die gan­ze Spiel­zeit ver­teilt wer­den. In die­ser Sai­son fan­den sie aus­schließ­lich in der Rück­run­de statt. „Ei­ne Aus­wei­tung der Mon­tags­spie­le wird es de­fi­ni­tiv nicht ge­ben. Die Ober­gren­ze von fünf Spie­len pro Sai­son wur­de fest­ge­zurrt“, sagt Pe­ters.

Um die Kri­tik zu­künf­tig nicht selbst zu be­feu­ern, soll­te die DFL aber tat­säch­lich auch Eu­ro­pa­po­kal-Star­ter am Mon­tag an­tre­ten las­sen. Das mahnt auch der FSV an. „Mainz 05 hat wie al­le an­de­ren Bun­des­li­gis­ten der Ein­füh­rung der Mon­tags­spie­le zu­ge­stimmt. Vor­aus­set­zung da­für war die nach­voll­zieh­ba­re Ar­gu­men­ta­ti­on, den Teil­neh­mern an der Eu­ro­pa Le­ague mehr Re­ge­ne­ra­ti­ons­zeit zu ver­schaf­fen“, schrieb der Club in ei­nem of­fe­nen Brief. „Bei zwei von fünf an­ge­setz­ten Mon­tags­spie­len ist dies nicht der Fall, dar­un­ter auch bei un­se­rem Spiel ge­gen den SC Frei­burg.“(sid/uwe)

Fo­to: Im­a­go/Mar­tin Hoff­mann

Krea­tiv: An­hän­ger von Mainz 05 und dem SC Frei­burg ha­ben aus Pro­test ge­gen die Mon­tags­par­tie der Bun­des­li­ga ein Freund­schafts­spiel un­ter dem Mot­to aus­ge­tra­gen: Sam­tags halb vier – Fuß­ball, Brat­wurst und Bier.

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