Kampf­geist und Trä­nen

Hsc-hand­bal­le­rin­nen un­ter­lie­gen in letz­ten Se­kun­den dem MTV Alt­lands­berg mit 25:26

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - Vorderseite -

Die Hand­bal­le­rin­nen des HSC 2000 un­ter­la­gen in ei­nem Spiel auf Au­gen­hö­he dem MTV Alt­lands­berg II mit 25:26. Nach gro­ßem Kampf flos­sen ob der Ent­täu­schung Trä­nen.

Von Chris­to­pher Kra­nich

Frankfurt. Die Hand­bal­le­rin­nen des HSC 2000 Frankfurt muss­ten ei­ne denk­bar knap­pe Heim­spiel­nie­der­la­ge ein­ste­cken. Nach gro­ßem Kampf, den so­wohl Zu­schau­er als auch das Gäs­te­team ho­no­rier­ten, ver­lo­ren sie das vor­letz­te Heim­spiel der Sai­son mit 25:26 (10:11) ge­gen den MTV 1860 Alt­lands­berg II.

Das Spiel nahm von An­fang an Fahrt auf und soll­te die­ses Tem­po nicht mehr ver­lie­ren. Den Gäs­ten aus Mär­kisch-oder­land ge­lang nach knapp zwei Mi­nu­ten der ers­te Tref­fer zum 1:0 von der Sie­ben­me­ter­li­nie. Im Ge­gen­zug gli­chen die Oder­städ­te­rin­nen durch Li­sa-ma­rie Bus­se aus – eben­falls mit Sie­ben­me­ter. Den Mtv-frau­en wa­ren die nächs­ten bei­den To­re vor­be­hal­ten, ehe die Hsc-frau­en rich­tig ins Rol­len ka­men. Mit ei­nem 5:0-Lauf dreh­ten sie bin­nen von sechs Mi­nu­ten das Spiel zum 6:3. Die Alt­lands­ber­ge­rin­nen hat­ten sich die Auf­ga­be in Frankfurt si­cher leich­ter vor­ge­stellt, hat­ten sie doch fünf der letz­ten sechs Par­ti­en ge­won­nen.

Lei­der leis­te­te sich der HSC zwi­schen der 15. und 20. Mi­nu­ten fünf tech­ni­sche Feh­ler. Dies nutz­te die Dritt­li­ga-re­ser­ve des MTV so­fort aus und zog durch ein­fa­che Ge­gen­stoß­to­re auf 8:6 da­von. Hei­ko Hil­le­brand, der durch Micha­el Schus­ter (zu­letzt Trai­ner der weib­li­chen A-ju­gend des LHC Cott­bus) auf der Bank un­ter­stützt wur­de, un­ter­brach die­sen Lauf mit ei­nem Time­out und die Frank­fur­te­rin­nen fin­gen sich in der Fol­ge­zeit. Mit ei­nem knap­pen 10:11-Rück­stand ging es in die Ka­bi­nen.

Das Trai­ner­duo Hil­le­brand und Schus­ter fand in der Halb­zeit­an­spra­che lo­ben­de Wor­te und for­der­te für den zwei­ten Durch­gang den glei­chen Kampf­geist und Kon­se­quenz in An­griff und Ab­wehr. Mit Er­folg. Ni­col Leu­sch­ner zeig­te sich gleich nach dem Wie­der­an­pfiff zwei­mal von der Sie­ben­me­ter-li­nie ge­wohnt si­cher und brach­te ihr Team mit 12:11 in Füh­rung.

Wie­der folg­te auf bei­den Sei­ten ein en­ges, kampf­be­ton­tes, aber sport­lich fai­res Spiel. Wäh­rend sich die Gäs­te im Um­schalt­spiel bes­ser prä­sen­tier­ten, fan­den die Hsc-frau­en mehr Lö­sun­gen im Po­si­ti­ons­an­griff. So war es we­nig ver­wun­der­lich, dass sich nun kein Team mehr als zwei To­re ab­set­zen konn­te. Über die Sta­tio­nen 14:14, 17:15, 19:18 bis zum 22:22 fünf Mi­nu­ten vor dem Schluss wur­de den gut 50 Zu­schau­ern in der Hal­le der Sa­bi­nus­stra­ße ein hoch­span­nen­des Spiel ge­bo­ten.

Beim Stand von 23:23 knapp zwei Mi­nu­ten vor dem En­de han­del­te sich An­ne Lie­ben­thal ei­ne Zeit­stra­fe ein, so­dass die Hsc­frau­en bis kurz vor dem En­de in Un­ter­zahl spie­len muss­ten. Alt­lands­berg fand nun die sich bie­ten­den Lü­cken in der Hsc­ab­wehr und ging wie­der in Füh­rung, wo auch die star­ke Ani­ta Tu­mas­zyk im Tor kei­ne Ab­wehr­mög­lich­kei­ten mehr hat­te. Trotz der Un­ter­zahl gli­chen die Frank­fur­te­rin­nen zwei­mal aus und ein Punkt war zum Grei­fen nah. Doch hat­ten die Gäs­te 20 Se­kun­den vor dem En­de das letz­te Wort und tra­fen zum End­stand von 26:25, so­dass man nach der Schluss­si­re­ne in den Hsc­ge­sich­tern nur Trä­nen und Ent­täu­schung fand.

Hei­ko Hil­le­brand war nach dem Spiel glei­cher­ma­ßen ent­täuscht wie stolz: „Wir ha­ben heu­te al­les ge­ge­ben und toll ge­kämpft. Wir ha­ben es Alt­lands­berg rich­tig schwer ge­macht. Uns hat nur ein we­nig Glück ge­fehlt, das man nicht hat, wenn man un­ten steht. Die­se Leis­tung muss der Maß­stab sein für die letz­ten bei­den Spie­le. Dann ho­len wir noch ei­nen Sieg.“Gäs­te­trai­ner Mi­chél Möl­ter sah dies ähn­lich: „Hut ab vor der Leis­tung des Gast­ge­bers. Sie wa­ren ham­mer­hart und sport­lich echt fair. Das war ein Spiel, was ei­gent­lich kei­nen Sie­ger ver­dient hat­te.“

Zu­dem wagt der Hsc-trai­ner ei­nen klei­nen Aus­blick in die nächs­te Sai­son: „Wir wür­den ger­ne ei­ne wei­te­re Sai­son in der Bran­den­burg­li­ga spie­len und mit un­se­ren wie­der ge­ne­se­nen Spie­le­rin­nen, Rück­keh­re­rin­nen und den Er­fah­run­gen der Sai­son neu an­grei­fen. Ob dies mög­lich ist, liegt nicht mehr in un­se­rer Hand.“

Das vor­erst letz­te Heim­spiel in der Bran­den­burg­li­ga-sai­son 2017/18 ist am 28. April um 18 Uhr in der Hal­le der Sa­bi­nus­stra­ße ge­gen die HSG/RSV Tel­tow-ruhls­dorf.

Fo­to: Micha­el Benk

Über die Hand hin­weg: Hsc-spie­le­rin Na­di­ne Lau­ers­dorf bringt den Ball an Alt­lands­berg Tor­hü­te­rin Mai­ka Noack vor­bei. Sie trifft in die­sem Heim­spiel drei­mal.

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