Sach­sen for­dert 20 Jah­re Zeit für Koh­le­aus­stieg

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - Wirtschaft Regional -

Leip­zig. Sach­sen er­war­tet von der gro­ßen Ko­ali­ti­on ei­ne Schon­frist von 20 Jah­ren beim Aus­stieg aus der Braun­koh­le. Mi­nis­ter­prä­si­dent Micha­el Kret­sch­mer (CDU) sag­te der „Leip­zi­ger Volks­zei­tung“: „Wir ha­ben die Chan­ce und das Geld, um den Struk­tur­wan­del ver­ant­wort­lich zu ge­stal­ten. Da­für brau­chen wir bei der Braun­koh­le noch 20 Jah­re Zeit.“Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er (CDU) sei da­bei ein Ver­bün­de­ter.

Ein har­ter Struk­tur­bruch wie 1990 „darf sich bei der Koh­le kei­nes­falls wie­der­ho­len“, sag­te Kret­sch­mer der Zei­tung. Par­al­lel zum Aus­stieg müss­ten neue Per­spek­ti­ven ent­ste­hen. „Das heißt, wir brau­chen ganz drin­gend über­all den schnel­len In­ter­net­zu­gang und die Elek­tri­fi­zie­rung der Bahn.“

Die Bun­des­re­gie­rung for­der­te Kret­sch­mer auf, da­für ei­nen recht­li­chen Rah­men zu schaf­fen, um stra­te­gi­sche In­fra­struk­tur­pro­jek­te zü­gig zu rea­li­sie­ren. „Jetzt kommt es zum Schwur. Die neue In­fra­struk­tur­ge­sell­schaft hat ih­ren Sitz in Berlin. Okay. Aber die Mehr­zahl der Mit­ar­bei­ter muss in Dresden oder Leip­zig ar­bei­ten und nicht im Wes­ten.“

Die Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on Gre­en­peace warf Kret­sch­mer vor, oh­ne hin­rei­chen­den Grund Pa­nik zu schü­ren. „Heu­te ar­bei­ten in den Lau­sit­zer Braun­koh­le­ta­ge­bau­en und -kraft­wer­ken noch et­wa 8300 Men­schen. Für ei­nen so­zi­al­ver­träg­li­chen Koh­le­aus­stieg blei­ben zwölf Jah­re Zeit“, er­klär­te Ener­gie-ex­per­tin Ani­ke Pe­ters. Zwi­schen 1989 und 1995 hät­ten da­ge­gen rund 60 000 Men­schen in­ner­halb von sechs Jah­ren in der Lau­sitz al­lein im Be­reich der Braun­koh­le ih­re Ar­beit ver­lo­ren. (dpa)

Schnel­les In­ter­net und bes­se­re Bahn­an­bin­dung

Fo­to: dpa

Micha­el Kret­sch­mer (CDU), Sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent

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