Dres­sur­rei­ter ho­len Mann­schafts-gold

Deut­sche Dres­sur­rei­ter ver­tei­di­gen in Tryon ih­ren Ti­tel sou­ve­rän

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - Vorderseite - Von mi­chel Ross­mann

Tryon. Die deut­sche Dres­sur-mann­schaft hat bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in den USA er­neut Gold ge­won­nen. An­ge­führt von Isa­bell Werth sieg­te das Quar­tett in Tryon und ver­tei­dig­te er­folg­reich den Ti­tel.

Tryon. Die Freu­de über das ach­te Wm-gold war ein we­nig ge­dämpft. „Ich ma­che mir Sor­gen“, sag­te Isa­bell Werth nach dem Sieg mit der deut­schen Dres­surMann­schaft bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in den USA. Ma­de­lei­ne Win­ter-schul­ze, die Be­sit­ze­rin ih­res Pfer­des Bel­la Ro­se, stürz­te am Abend und muss­te ins Kran­ken­haus ge­bracht wer­den. „Die Stim­mung ist na­tür­lich ein biss­chen ge­trübt“, be­rich­te­te Equi­peChef Klaus Roe­ser.

Ei­ne aus­ge­wach­se­ne Par­ty am Abend in Tryon war oh­ne­hin nicht ge­plant, denn be­reits am Frei­tag ging es in der Dres­sur mit dem Ein­zel­wett­kampf wei­ter. Im Grand Prix Spe­cial win­ken wei­te­re Me­dail­len. Und am Sonn­tag gibt es in der Kür noch ei­ne Chan­ce.

Den Sieg mit der Mann­schaft wuss­te Werth aber zu­nächst zu wür­di­gen. Denn das ach­te Wm­gold war ganz spe­zi­ell, wie sie im­mer wie­der be­ton­te. Bel­la Ro­se ist für die Frau, die seit Jahr­zehn­ten die Sze­ne be­herrscht, „et­was ganz Be­son­de­res“. Die 49-Jäh­ri­ge aus Rhein­berg, die er­folg­reichs­te Rei­te­rin der Welt, schwärmt von ih­rer Stu­te. „Das Pferd hat al­les drauf.“Und der Sieg hat ei­ne Vor­ge­schich­te.

Bel­la Ro­se war lan­ge ver­letzt. Nach dem Team-gold vor vier Jah­ren bei der WM in Frank­reich fiel die Stu­te für die Ein­zel­wett­be­wer­be aus, und es folg­te ei­ne lan­ge Lei­dens­zeit. Nach ei­nem kur­zen Come­back beim Welt­cup-tur­nier im No­vem­ber 2014 in Stutt­gart muss­te Bel­la Ro­se drei­ein­halb Jah­re pau­sie­ren.

Werth ent­schied sich trotz­dem ge­gen Wei­he­gold, mit der sie zwei­mal den Welt­cup und drei­mal Gold bei der EM in Gö­te­borg ge­won­nen hat­te. Sie woll­te un­be­dingt Bel­la Ro­se rei­ten. Ihr Traum­pferd, wie sie in Tryon sag­te.

Das Ri­si­ko hat sich ge­lohnt. An­ge­führt von der Re­kor­drei­te­rin und ih­rer Bel­la Ro­se sieg­te das deut­sche Team und ver­tei­dig­te da­mit den Ti­tel. Die Mann­schaft ge­wann sou­ve­rän vor den USA und Groß­bri­tan­ni­en.

Die zu­ver­läs­si­ge Wei­he­gold wä­re die si­che­re Va­ri­an­te ge­we­sen. Aber Werth woll­te in Tryon un­be­dingt ihr Lieb­lings­pferd rei­ten. „Ich bin so glück­lich, dass sie wie­der fit ist“, sag­te die strah­len­de Sie­ge­rin über ih­re Stu­te. Dass es hieß, das sei ein Ri­si­ko, „hat mir zu­sätz­li­che Mo­ti­va­ti­on ge­ge­ben“, er­klär­te die Re­kor­drei­te­rin nach ih­rer ach­ten Wm-gold­me­dail­le. „Die­ses Pferd ist ein Ge­schenk“, schwärmt Werth. „Ich war elek­tri­siert, als ich sie drei­jäh­rig ge­se­hen ha­be, und das hat sich bis heu­te nicht ver­lo­ren.“Und mein­te nach der Prü­fung am Don­ners­tag: „Das geht ei­gent­lich nicht bes­ser.“(dpa)

„Die­ses Pferd ist ein Ge­schenk. Das geht ei­gent­lich nicht bes­ser.“Isa­bell Werth

Fo­to: dpa/ste­fan Lafr­entz

Gold-quar­tett: die Dres­sur-team­welt­meis­ter Isa­bell Werth, Do­ro­thee Schnei­der, Sön­ke Ro­then­ber­ger und Jes­si­ca von Bre­dow-werndl (von links), ganz links Equi­pe-chef Klaus Roe­ser

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