Wann das Fahr­rad in die Woh­nung darf

Märkische Oderzeitung Frankfurt - - Immobilien -

Aus Angst vor Dieb­stahl neh­men man­che Fahr­rad­be­sit­zer ihr Ge­fährt in die Woh­nung. Das aber kann der Ver­mie­ter in der Haus­ord­nung oder im Miet­ver­trag un­ter­sa­gen, wenn er ge­eig­ne­te Ab­stell­mög­lich­kei­ten bie­tet, wie der Ber­li­ner Miet­recht­ler Kai-pe­ter Brei­holdt er­klärt. Ein Fahr­rad­kel­ler oder auch Fahr­rad­stän­der im In­nen­hof kön­nen da­zu zäh­len. Beim Tra­gen in die Woh­nung wie­der­um könn­te das Trep­pen­haus be­schä­digt wer­den.

Wo Rä­der ste­hen dür­fen, wer­de aber nicht im­mer miet­ver­trag­lich ge­re­gelt, sagt Brei­holdt. Man­gels Platz im Haus müs­sen sie aber sei­ner Ein­schät­zung nach nicht auf dem Bür­ger­steig blei­ben. „Die Ge­fahr, dass ein Fahr­rad dort ge­klaut wird, ist zu hoch.“In solch ei­nem Fall dürf­ten Mie­ter ihr Rad in die Woh­nung mit­neh­men, so Brei­holdt.

Et­was an­ders sieht es aus, wenn es zwar kei­ne all­ge­mei­nen Ab­stell­mög­lich­kei­ten gibt, der Mie­ter je­doch ein ei­ge­nes Kel­ler­ab­teil hat. „Aus mei­ner Sicht be­steht kein Grund, das Rad dann nicht dort ab­zu­stel­len“, sagt der Rechts­an­walt. In Ein­zel­fäl­len kön­nen auch noch an­de­re Ar­gu­men­te für das Hin­auf­tra­gen in die Woh­nung spre­chen. So weist Brei­holdt auf ein äl­te­res Ur­teil des Amts­ge­richts Müns­ter hin, das bei ei­nem wert­vol­len Rad kei­nen Zwang für die Fahr­rad­kel­ler-nut­zung sah (Az.: 7 C 127/93). (dpa)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.