Streit um sin­ken­de Kas­sen­bei­trä­ge

Mi­nis­ter Spahn for­dert Ent­las­tung der Ver­si­cher­ten – SPD lehnt das ab

Märkische Oderzeitung Schwedt - - Nachrichten -

Berlin.

In der Gro­ßen Ko­ali­ti­on gibt es Streit um die Sen­kung der Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge. Wäh­rend Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) an­ge­sichts der di­cken Fi­nanz­pols­ter der ge­setz­li­chen Kas­sen ei­ne Bei­trags­sen­kung um 0,3 Pro­zent­punk­te an­mahnt, zeig­te am Mon­tag die ge­sund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Sa­bi­ne Ditt­mer, we­nig Ver­ständ­nis für die­se For­de­rung. Die Kran­ken­kas­sen müss­ten Pla­nungs­si­cher­heit für ih­re Bud­gets ha­ben. Zu­dem wer­de sich das zu­sätz­li­che Geld, das in Zu­kunft in die Pfle­ge­kräf­te der Kran­ken­häu­ser flie­ßen sol­le, in den Bi­lan­zen be­merk­bar ma­chen. Im Üb­ri­gen hät­ten ja die Ver­si­cher­ten die Mög­lich­keit, zu ei­ner bil­li­ge­ren Kas­se zu wech­seln.

Spahn da­ge­gen hat­te er­klärt, „bei sehr vie­len Kran­ken­kas­sen“sei Spiel­raum vor­han­den, um die Bei­trä­ge zu sen­ken. „Geld hor­ten ist nicht Auf­ga­be der Kran­ken­kas­sen.“

Die ge­setz­li­chen Kas­sen hat­ten 2017 ei­nen Über­schuss von 3,15 Mil­li­ar­den Eu­ro er­zielt – fast dop­pelt so viel wie 2016. Ih­re Fi­nanz­re­ser­ven stie­gen da­mit auf 19,2 Mil­li­ar­den Eu­ro. Al­ler­dings wirt­schaf­ten die we­ni­gen gro­ßen und vie­len klei­nen Kas­sen un­ter­schied­lich. Das lässt sich auch am Bei­trags­satz ab­le­sen. 2018 lie­gen zwi­schen dem güns­tigs­ten und dem teu­ers­ten Kas­sen­bei­trag 1,7 Pro­zent­punk­te. Wo­bei das bis­her voll zu­las­ten der Ar­beit­neh­mer geht. Seit 2015 wird ein Zu­satz­bei­trags­satz er­ho­ben, den al­lein die Be­schäf­tig­ten tra­gen. Er ist zu­sätz­lich zum all­ge­mei­nen Bei­trags­satz von 14,6 Pro­zent zu zah­len, der je zur Hälf­te von Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer ab­ge­gol­ten wird. Im Schnitt kommt 2018 aus der Kom­bi­na­ti­on bei­der Sät­ze ein Kas­sen­bei­trag von 15,6 Pro­zent zu­stan­de, was 0,1 Punk­te we­ni­ger als 2017 ist.

Ab 2019 soll der Zu­satz­bei­trag pa­ri­tä­tisch, al­so je zur Hälf­te von Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer, fi­nan­ziert wer­den. (hz)

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