Dres­sur­rei­ter ho­len Mann­schafts-Gold

Eli­ud Kip­cho­ge und Wil­son Kip­sang wol­len am Sonn­tag beim Ber­lin Ma­ra­thon un­ter 2:02:57 St­un­den lau­fen

Märkische Oderzeitung Schwedt - - Vorderseite - Von Uwe wUtt­ke

Tryon.

Die deut­sche Dres­sur-Mann­schaft hat bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in den USA er­neut Gold ge­won­nen. An­ge­führt von Isa­bell Werth sieg­te das Quar­tett in Tryon und ver­tei­dig­te er­folg­reich den Ti­tel.

Ber­lin. Top­be­din­gun­gen und ein star­kes Teil­neh­mer­feld. Am Sonn­tag bei der 45. Auf­la­ge des Ber­lin Ma­ra­thon könn­te der vor vier Jah­ren von Den­nis Ki­met­to an der Spree auf­ge­stell­te Welt­re­kord (2:02:57 St­un­den) wa­ckeln. Vor al­lem Eli­ud Kip­cho­ge und Wil­son Kip­sang wol­len dar­an rüt­teln.

Vor drei Jah­ren wa­ren es aus den Schu­hen ge­rutsch­te In­nen­soh­len, und im Vor­jahr ver­hin­der­ten Re­gen, Käl­te und rut­schi­ge Stra­ßen die Krö­nung von Wil­son Kip­cho­ge als Welt­re­kord­hal­ter. Doch am Sonn­tag beim Ber­lin Ma­ra­thon will der Ke­nia­ner end­lich die er­sehn­te Mar­ke von 2:02:57 St­un­den kna­cken. Schließ­lich soll das Wet­ter auf je­den Fall mit­spie­len – zwi­schen 12 und 18 Grad wer­den wäh­rend des Ren­nens er­war­tet. Top­be­din- gun­gen, wie es sich Kip­cho­ge wünscht: „Ir­gend­et­was zwi­schen Son­ne und kühl.“

Aber Top-Form und Su­per­Wet­ter al­lein dürf­ten da­für nicht rei­chen. Der 33-jäh­ri­ge muss auch das von vie­len er­war­te­te Du­ell mit sei­nem drei Jah­re äl­te­ren Lands­mann Wil­son Kip­sang ge­win­nen, des­sen Best­zeit nur acht Se­kun­den schlech­ter ist. Der Ex-Welt­re­kord­ler will die ers­ten 21,1 Ki­lo­me­ter mit 61:30 Mi­nu­ten et­wa 30 Se­kun­den lang­sa­mer lau­fen. Zahl­rei­che Tem­po­ma­cher sol­len da­für sor­gen, dass das Tem­po hoch bleibt.

Die Or­ga­ni­sa­to­ren ha­ben al­les ge­tan, um den elf­ten Ma­ra­thon-Welt­re­kord seit 1977 auf­zu­stel­len, und ne­ben den bei­den Fa­vo­ri­ten ein her­aus­ra­gen­des Teil­neh­mer­feld ver­pflich­tet. La­chen­der Drit­ter könn­te Halb­ma­ra­thon-Welt­re­kord­ler (58:23 Mi­nu­ten) Zer­sen­ay Ta­de­se aus Eri­trea sein. Auf den 42,195 Ki­lo­me­tern ent­fal­te­te er bis­her sein enor­mes Po­ten­zi­al noch nicht rich­tig, wes­halb sei­ne Best­zeit „nur“2:10:41 be­trägt. Doch Ma­ra­thon-Di­rek­tor Mark Mil­de ist si­cher, dass der 36-Jäh­ri­ge sich in Ber­lin stei­gern kann. Und dann lau­ert da ein Trio, das be­reits ei­nen Ma­ra­thon un­ter 2:06 St­un­den ab­sol­vier­te. Die bei­den Ke­nia­ner Eli­ud Kip­tanui (2:05:21) und Amos Ki­p­ru­to (2:05:43) so­wie der Ätho­pi­er Abe­ra Ku­ma (2:05:50).

Für den Sie­ger könn­te es im Ide­al­fall ein ech­ter Zahl­tag wer­den. 120 000 Eu­ro kann der Tri­um­pha­tor kas­sie­ren – 50 000 Eu­ro für den Welt­re­kord, 40 000 für den Sieg und 30 000 Eu­ro als Zeit­bo­nus. Die An­tritts­prä­mie ist da noch nicht ein­ge­rech­net.

Bei den Frau­en gibt es ei­ne Fa­vo­ri­tin. Ti­ru­nesh Di­ba­ba strebt am Sonn­tag bei ih­rem ers­ten Ber­lin-Ma­ra­thon gleich den Sieg und ei­ne Top-Zeit an – mit sil­ber la­ckier­ten Fin­ger­nä­geln. Da­bei soll die Far­be na­tür­lich nicht Pro­gramm sein. Platz 2 steht für die 33-Jäh­ri­ge, de­ren Best­zeit bei 2:17:56 St­un­den liegt, nicht zur De­bat­te. Al­ler­dings wird Vor­jah­res­sie­ge­rin Gla­dys Che­ro­no aus Ke­nia nicht klein bei­ge­ben. „Ich möch­te mei­ne per­sön­li­che Best­leis­tung un­ter­bie­ten“, sagt die 35-Jäh­ri­ge. Die steht bei 2:19:25. Wenn nicht der Welt­re­kord der Bri­tin Pau­la Rat­clif­fe (2:15:25), dann soll­te doch der Stre­cken­re­kord fal­len, den die ja­pa­ni­sche Olym­pia­sie­ge­rin Mi­zu­ki No­gu­chi 2005 in 2:19:12 St­un­den auf­stell­te. Wer den er­reicht, ist für Di­ba­ba. die drei­ma­li­ge Olym­pia­sie­ge­rin über 5000 und 10 000 Me­ter klar. „Am Sonn­tag wird Sil­ber zur Sieg­far­be.“

Foto: Jür­gen Eng­ler

Start im Re­gen: Schlech­tes Wet­ter wie im ver­gan­ge­nen Jahr wird es wohl am Sonn­tag bei der 45. Auf­la­ge des Ber­lin Ma­ra­thons nicht ge­ben.

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