Wir­bel um Bran­den­burg-Slo­gan

Mehr als 3000 Le­ser äu­ßern sich zu: „Es kann so ein­fach sein“/ Rhein­land-Pfalz wirbt mit ähn­li­chem Spruch

Märkische Oderzeitung Seelow - - Vorderseite - Von Dietrich Schrö­Der Mehr zum The­ma un­ter: www.moz.de/image

Frank­furt/Pots­dam. Das Mot­to: „Bran­den­burg. Es kann so ein­fach sein“, un­ter dem die vom Lan­des­mar­ke­ting an­ge­scho­be­ne Image­kam­pa­gne steht, hält die Mehr­heit der Bran­den­bur­ger für nichts­sa­gend. Das er­gab ei­ne Um­fra­ge un­se­rer Zei­tung, bei der auch neue Vor­schlä­ge ge­macht wur­den.

Die gu­te Nach­richt zu­erst: Das In­ter­es­se der Bran­den­bur­ger dar­an, mit wel­chem Mot­to für ihr Land ge­wor­ben wird, ist sehr groß. „3067 Per­so­nen ha­ben sich in kur­zer Zeit an der Um­fra­ge be­tei­ligt, da­von je fast zur Hälf­te Le­ser so­wie On­li­ne-Nut­zer un­se­rer Zei­tung“, be­rich­tet Jen­ny Gla­ser vom Ver­triebs­mar­ke­ting des Mär­ki­schen Me­di­en­hau­ses.

Dass nur vier Pro­zent da­von er­klär­ten, dass ih­nen der Spruch egal ist, mit dem auf Groß­pla­ka­ten, Fly­ern und an Au­to­bah­nen ge­wor­ben wird, kann auch als po­si­tiv be­wer­tet wer­den. 43 Pro­zent der Teil­neh­mer er­klär­ten so­gar, dass ih­nen der Slo­gan: „Es kann so ein­fach sein“, gut ge­fällt.

Al­ler­dings hält ei­ne Mehr­heit von 53 Pro­zent die Aus­sa­ge für nichts­sa­gend. „Die­ser Spruch ist zu ein­fach“, meint Wal­traud Bö­ker aus Rei­chen­wal­de stell­ver­tre­tend für vie­le an­de­re. Ger­hard Schöp­pe aus Fried­land fin­det, dass die Aus­sa­ge auch ne­ga­tiv in­ter­pre­tiert wer­den kann. Dar­auf, dass das Le­ben in man­chen Re­gio­nen auf­grund der man­geln­den In­fra­struk­tur über­haupt nicht ein­fach sei, ver­wei­sen ne­ben Iris Hen­sel aus Grün­hei­de noch wei­te­re Teil­neh­mer der Um­fra­ge.

Doch au­ßer Kri­tik gibt es auch Vor­schlä­ge für an­de­re Slo­gans: Mit „Land der Wäl­der und Se­en“wür­de Eleo­no­re Kloß aus Wand­litz wer­ben, „Bran­den­burg tut gut“schlägt der Ber­li­ner Han­sJoa­chim Kloth vor, und Ka­rin Kretz­sch­mann aus Bad Frei­en­wal­de wür­de sich über „Na­tur pur“freu­en. Als „Land der Kon- tras­te“fän­de Mar­grit Sprin­ger aus Neu­rup­pin Bran­den­burg am bes­ten be­schrie­ben. Sie meint, dass man da­mit auch Neu­gier bei Be­su­chern er­zeu­gen wür­de.

Auf ei­nen Um­stand, der bis­her über­haupt noch kei­ne Rol­le spiel­te, macht Hans Joa­chim Brau­ne aus Schönei­che bei Ber­lin auf­merk­sam: „Die­ser Slo­gan ist aus Rhein­land Pfalz im­por­tiert“, schreibt er. Ein Fak­ten­check er­gab: Tat­säch­lich wirbt das Bun­des­land an der Mo­sel seit 2005 mit dem Mot­to: „Wir ma­chen’s ein­fach“für sich.

Da­zu be­fragt, er­klär­te Da­ni­el Völ­ker, Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung der Agen­tur Scholz & Fri­ends, die die Kampagne er- ar­bei­tet hat: „Bran­den­burg gibt mit sei­nem Slo­gan eben kein Ge­ne­ral­ver­spre­chen, son­dern wirbt ganz an­ders: näm­lich emo­tio­nal und an­spre­chend für sein wal­d­und se­en­rei­ches, at­trak­ti­ves und für vie­le Men­schen be­zahl­ba­res Le­bens­um­feld – nah an der Me­tro­po­le Ber­lin.“

Un­ter den zahl­rei­chen Teil­neh­mern der Um­fra­ge wur­de ei­ne Rei­se für zwei Per­so­nen in ein Spree­wald-Well­ness­ho­tel ver­lost. Der Ge­win­ne­rin An­ja St­ein­bring aus Küs­trin-Kietz ge­fällt das Mot­to der Lan­des­wer­bung üb­ri­gens gut.

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