Der­by-Klas­si­ker in Grün­hei­de

Am Sonn­abend steigt das Der­by der Hand­ball-Män­ner zwi­schen dem Grün­hei­der SV und dem MTV Alt­lands­berg

Märkische Oderzeitung Seelow - - Vorderseite - Von kai BEi­ßEr

Grün­hei­de. In der Hand­bal­lOber­li­ga der Män­ner kommt es am Sonn­abend zum Du­ell der be­son­de­ren Art: Der Grün­hei­der SV emp­fängt den MTV Alt­lands­berg zum Der­by-Klas­si­ker.

Grün­hei­de. Im­mer wie­der schön, im­mer wie­der bri­sant, im­mer wie­der in­ter­es­sant: Am Sonn­abend steigt das Hand­bal­lDer­by der Män­ner zwi­schen dem Grün­hei­der SV und dem MTV Alt­lands­berg. Die punkt­glei­chen Ta­bel­len­nach­barn der Oberliga Ost­see-Spree tref­fen ab 18.30 Uhr auf­ein­an­der.

Es wird Park­platz­not herr­schen rund um die Löck­nitz­hal­le. Kei­ne hal­be St­un­de Au­to­fahrt liegt zwi­schen den bei­den Or­ten öst­lich des Ber­li­ner Rings, die mit Fug und Recht als die Leucht­tür­me des Hand­balls in der Re­gi­on be­zeich­net wer­den kön­nen. Und na­tür­lich wer­den zahl­rei­che Alt­lands­ber­ger Fans ih­re Mann­schaft nach Grün­hei­de be­glei­ten.

Dort gibt es auch ein Wie­der­se­hen der bei­den Ver­eins­vor­sit­zen­den Ralf-Pe­ter Fitz­ke und An­dré Wit­kow­ski. „Wir ken­nen uns, seit wir in den 1980er Jah­ren erst­mals ge­gen­ein­an­der ge­spielt ha­ben“, er­in­nert sich der 60-jäh­ri­ge Fitz­ke, der noch heu­te bei den Ü-40-Se­nio­ren ak­tiv ist. Als die Grün­hei­der 1988 in der DDR-Li­ga un­ter­wegs wa­ren, woll­ten sie Wit­kow­ski an die Löck­nitz ho­len. „Aber An­dré hat da­mals ab­ge­lehnt.“– „Das stimmt, und ein biss­chen ha­be ich es auch be­reut“, sagt der 54-Jäh­ri­ge la­chend. „Es wä­re da­mals schon ei­ne gro­ße sport­li­che Her­aus­for­de­rung ge­we­sen.“

Nach der Wen­de wur­den die Struk­tu­ren auch im Hand­ball neu ge­ord­net. Der Grün­hei­der SV spiel­te in der zu­nächst vier­glei­si­gen 2. Li­ga, schaff­te in der Sai­son 1990/91 als Sechs­ter die sport­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on für die Fast zehn Jah­re ist es her, da­mals noch in der Bran­den­burg­li­ga: Alex­an­der Koch, heu­te Nach­wuchsTrai­ner beim MTV Alt­lands­berg, ver­sucht den Grün­hei­der Tor­hü­ter Rai­ner Ba­che zu über­win­den. Rechts mit der Num­mer 9 Ro­bert Ka­be­ri­dis.

Nord­staf­fel der nun­mehr nur noch drei­zü­gi­gen 2. Bun­des­li­ga, „aber da ha­ben wir dann, wenn auch schwe­ren Her­zens, aus fi­nan­zi­el­len Grün­den ver­zich­tet“, blickt Fitz­ke zu­rück, der schon 1982 die Sek­ti­ons­lei­tung über­nom­men und die­se bis vor vier Jah­ren in­ne hat­te, seit 1987 Ver­eins­vor­sit­zen­der ist. Wit­kow­ski nahm 1989 die Ge­schi­cke der Ab­tei­lung beim MTV in die Hand, wur­de 2010, zum 150. Ge­burts­tag des Ver­eins, des­sen Vor­sit­zen­der. Noch mit 42 spiel­te er in der ers­ten Mann­schaft, so­gar zu­sam­men mit Sohn Do­mi­nic. „Ir­gend­wann wur­den aber die

Schul­ter­pro­ble­me zu groß.“Ganz oh­ne geht es den­noch nicht, mitt­ler­wei­le jagt der Alt­lands­ber­ger dem et­was grö­ße­ren Fußball hin­ter­her, „und egal, wie das Der­by am Sonn­abend aus­geht – am Sonn­tag muss ich mit den Ü 50 um 10 Uhr beim SV Gar­ten­stadt an­tre­ten.“

Üb­ri­gens gibt es noch ei­ne ganz an­de­re Par­al­le­le zwi­schen den bei­den Or­ten. „Als um die Jahr­tau­send­wen­de die Plä­ne für un­se­re neue Hal­le kon­kret wur­den, ha­ben wir uns zu­sam­men mit der Ge­mein­de­ver­tre­tung in ganz Bran­den­burg um­ge­se­hen, wel­cher Hal­len­typ am bes­ten

auf un­ser Cam­pus­ge­län­de passt, und da war Alt­lands­berg ganz klar der Fa­vo­rit“, er­zählt Ral­fPe­ter Fitz­ke. „Und na­tür­lich ha­ben wir da auch von den Er­fah­run­gen pro­fi­tiert.“

Über die Er­fol­ge, die der MTV in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im Frau­en­hand­ball fei­er­te, spricht der GSV-Chef mit viel Re­spekt. Und dass so­gar die Män­ner, die im­mer et­was im Schat­ten des Grün­hei­der stan­den, in der Sai­son 2013/14 in der 3. Li­ga spiel­ten, „hat mich da­mals ehr­lich ge­freut. Hut ab vor der Ar­beit, die da ge­leis­tet wur­de und wird.“Über­haupt ist das Ver­hält­nis der bei­den Vor­sit­zen­den von viel Re­spekt vor­ein­an­der ge­prägt. Ab­seits der Spie­le se­hen sie sich vor al­lem auf Ge­burts­ta­gen, „es gibt ja vie­le ge­mein­sa­me Be­kann­te, Sports­ka­me­ra­den. Und da wird dann nicht nur über die gu­ten al­ten Zei­ten pa­la­vert, wir tau­schen uns auch aus, wo ge­ra­de der Schuh drückt, wel­che Auf­ga­ben als nächs­tes an­ste­hen“, sa­gen bei­de uni­so­no.

Nun al­so das Der­by. „Es gibt in der Sai­son nichts Schö­ne­res“, freut sich An­dré Wit­kow­ski. Wo­bei sich die Ri­va­li­tät, die Emo­tio­na­li­tät vor al­lem un­ter den Fans ab­spie­le, „und das ist ja auch in Ord­nung so“. Sport­lich fin­det das Du­ell et­was über­ra­schend auf Au­gen­hö­he statt, denn bei­de Mann­schaf­ten sind nach zehn Spie­len bei je vier Sie­gen und ei­nem Un­ent­schie­den punkt­gleich. Über­ra­schend des­halb, weil die Am­bi­tio­nen vor der Sai­son doch recht un­ter­schied­lich wa­ren: Für die Grün­hei­der ging es in ers­ter Li­nie um den Klas­sen­er­halt, der MTV woll­te um die Meis­ter­schaft mit­spie­len. Da­von kann aber längst kei­ne Re­de mehr sein, im Ge­gen­teil: „Ent­we­der, uns ge­lingt jetzt ein Be­frei­ungs­schlag, oder wir müs­sen uns in ei­ne Rich­tung ori­en­tie­ren, mit der wir so über­haupt nicht ge­rech­net ha­ben“, weiß Wit­kow­ski. Fitz­ke sieht die Chan­cen „fünf­zig fünf­zig. Bei uns ging die Ten­denz zu­letzt klar nach oben, beim MTV eher nach un­ten. Ich glau­be, die Ta­ges­form ent­schei­det.“

Et­wa ge­gen 20 Uhr wird am Sonn­abend al­so die Fra­ge be­ant­wor­tet sein, wer der­zeit die Num­mer 1 der Re­gi­on im Män­ner­hand­ball ist!

Fo­to: Ed­gar Nem­schok

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