Die Ak­te Min­ki

Das Gr­ab ei­ner Kat­ze be­schäf­tigt die Jus­tiz

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Vorderseite - (cb)

Der deut­sche Rechts­staat wird im­mer wie­der hart ge­for­dert, wenn es um Haus­tie­re geht. Darf Nach­bars Hund das Meer­schwein­chen ja­gen? Sind Schwei­ne in der Woh­nung er­laubt? Und ei­ne be­son­ders har­te Nuss: Darf der Pfau nachts bal­zen?

Nun schaut al­les auf Mön­chen­glad­bach: Als Min­ki starb, hat­te ihr Be­sit­zer das Gr­ab der Kat­ze auf ei­nem pri­va­ten Tier­fried­hof in Mön­chen­glad­bach lie­be­voll de­ko- riert und ein­ge­fasst. Das ent­spre­che lei­der nicht der ver­mie­te­ten Flä­che, meint die Fried­hofs­be­trei­be­rin. Sie ha­be die St­ei­ne „in in­fa­mer Pie­tät­lo­sig­keit“ver­setzt und ei­ne Blu­me „un­ge­fähr über dem Her­zen der Kat­ze“ent­wur­zelt und weg­ge­wor­fen, klagt der Be­sit­zer vor Ge­richt. Der Tier­hal­ter for­dert, das Gr­ab um et­wa 40 Zen­ti­me­ter zu ver­län­gern, die Fried­hofs­be­sit­ze­rin hält ve­he­ment da­ge­gen. Da nicht klar ist, wo Min­ki jetzt kon­kret liegt, ist ih­re Ex­hu­mie­rung dis­ku­tiert wor­den – per Schrift­satz. Soll­te der deut­sche Rechts­staat im Fall Min­ki ver­sa­gen, könn­te ein in­ter­na­tio­na­ler Tier­ge­richts­hof ein­grei­fen – ein Gre­mi­um, das sich je­weils zur Hälf­te aus Mensch und Tier zu­sam­men­setzt. Min­kis An­wäl­te hof­fen, dass die Ex­hu­mie­rung ver­hin­dert wer­den kann. Die Ver­hand­lung wur­de aber erst ein­mal ver­tagt.

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