SPD bleibt bei Maa­ßen hart

Kri­sen­gip­fel en­det oh­ne Er­geb­nis / Ko­ali­ti­ons­spit­zen re­den am Di­ens­tag wei­ter

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Nachrichten -

Ber­lin.

Nach ei­nem Kri­sen­tref­fen der Ko­ali­ti­ons­spit­zen oh­ne greif­ba­re Er­geb­nis­se po­chen füh­ren­de SPD-Po­li­ti­ker wei­ter auf ei­ne Ab­lö­sung von Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­dent Hans-Ge­org Maa­ßen. „Wir hal­ten ihn für un­trag­bar“, sag­te Nie­der­sach­sens SPD-Chef und Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil der „Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung“. Ex-SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el for­der­te Bun­des­in­nen­mi­nis­ter und CSU-Chef Horst See­ho­fer auf, sich rasch von dem ihm un­ter­stell­ten Maa­ßen zu tren­nen. „Tut er das nicht, steht mehr auf dem Spiel als sein ei­ge­ner Mi­nis­ter­pos­ten“, sag­te Ga­b­ri­el dem „Spie­gel“. „Dann geht es um die Re­gie­rung als Gan­zes.“

Ei­ne Spre­che­rin der Bun­des­re­gie­rung sag­te, das Ka­bi­nett ar­bei­te wei­ter „an den be­ste­hen­den Pro­jek­ten kon­struk­tiv zu­sam­men“. Es ha­be am Vor­tag ein gu­tes und ernst­haf­tes Ge­spräch im Kanz­ler­amt ge­ge­ben, aber Mer­kel, See­ho­fer und SPD-Che­fin Andrea Nah­les hät­ten Still­schwei­gen ver­ein­bart. Am Di­ens­tag kom­men die Par­tei­chefs er­neut zu­sam­men. Bleibt Maa­ßen im Amt, stün­de die SPD vor der Fra­ge, ob sie die Ko­ali­ti­on plat­zen las­sen will.

Aus­gangs­punkt der De­bat­te war ein In­ter­view Maa­ßens, in dem er ge­sagt hat­te, ihm lä­gen „kei­ne be­last­ba­ren In­for­ma­tio­nen“vor, dass in Chem­nitz Hetz­jag­den auf Aus­län­der statt­ge­fun­den hät­ten. Viel­mehr sprä­chen „gu­te Grün­de“da­für, dass es sich bei ei­nem ent­spre­chen­den Vi­deo „um ei­ne ge­ziel­te Falsch­in­for­ma­ti­on han­delt, um mög­li­cher­wei­se die Öf­fent­lich­keit von dem Mord in Chem­nitz ab­zu­len­ken“.

Un­ter­des­sen ge­winnt die SPD in ei­ner Um­fra­ge hin­zu. Dem ZDF-„Po­lit­ba­ro­me­ter“zu­fol­ge kä­me sie bei ei­ner Bun­des­tags­wahl am nächs­ten Sonn­tag auf 20 Pro­zent (+2). Die Uni­on kä­me nur noch auf 30 Pro­zent (–1), ein Re­kord­tief. Die Grü­nen lä­gen bei 16 Pro­zent (+2), die AfD bei 15 (–2) und die FDP bei 7 Pro­zent (–1). Die Lin­ken ver­har­ren bei 8 Pro­zent. (dpa)

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