Land­käu­fer dür­fen Geld für Wind­rä­der be­hal­ten

Land­be­sit­zer hat Ver­trä­ge in Karls­ru­he ge­kippt

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Wirtschaft -

Karls­ru­he.

Land­käu­fer in Ost­deutsch­land sind für Wind­kraft­an­la­gen auf ih­ren Flä­chen nach ei­nem BGH-Ur­teil jah­re­lang zu Un­recht zur Kas­se ge­be­ten wor­den. Ei­ne ent­spre­chen­de Re­ge­lung in ih­ren Kauf­ver­trä­gen ist un­wirk­sam, wie der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) am Frei­tag in Karls­ru­he ent­schied. Land­be­sit­zer kön­nen mög­li­cher­wei­se Geld zu­rück­for­dern, so­lan­ge die An­sprü­che noch nicht ver­jährt sind.

Wie vie­le Käu­fer be­trof­fen sind und um wel­che Sum­men es geht, ist noch un­klar. Die zu­stän­di­ge Bo­den­ver­wer­tungs- und -ver­wal­tungs Gm­bH (BVVG) rech­net aber mit „er­heb­li­chen fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen“.

Die BVVG ver­kauft und ver­pach­tet seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung im staat­li­chen Auf­trag die ehe­mals volks­ei­ge­nen Äcker, Wie­sen und Wäl­der. Der Klä­ger, ein Mann aus Meck­len­burg­Vor­pom­mern, will auf sei­nen 71 Hekt­ar Land drei Wind­rä­der auf­stel­len las­sen. Dar­an hät­te die BVVG kräf­tig mit­ver­dient. Denn sein Kauf­ver­trag sieht vor, dass er der Ge­sell­schaft 75 Pro­zent des Gel­des ab­tre­ten muss, das er vom Be­trei­ber der Wind­rä­der über die ge­sam­te Lauf­zeit der An­la­ge hin­weg be­kommt. Dem Klä­ger zu­fol­ge wa­ren das ur­sprüng­lich rund 800 000 Eu­ro pro Wind­rad, er sprach von „Kne­bel­ver­trä­gen“. (dpa)

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