Ei­gen­tü­mer kla­gen über Van­da­lis­mus

Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten und Stadt kom­men mit Re­pa­ra­tu­ren kaum hin­ter­her / Kos­ten im fünf­stel­li­gen Be­reich

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Vorderseite - VoN mar­tiN stralau

Straus­berg. Van­da­lis­mus ist ein wach­sen­des Pro­blem in Straus­berg. Vie­le Ei­gen­tü­mer ha­ben mit die­sen Zer­stö­run­gen zu kämp­fen. Den Tä­tern ist kaum bei­zu­kom­men.

Straus­berg. Van­da­lis­mus ist ein wach­sen­des Pro­blem in Straus­berg. Ob Ver­mie­ter, Ver­kehrs­be­trie­be oder Frei­zeit­ein­rich­tun­gen – al­le ha­ben mit teils blin­der Zer­stö­rungs­wut zu kämp­fen. Den Tä­tern ist kaum bei­zu­kom­men.

Bei den fünf zum Stadt­kon­zern ge­hö­ren­den Ge­sell­schaf­ten sind vor al­lem die Ei­sen­bahn (STE), der Sport- und Er­ho­lungs­park (SEP) und die Straus­ber­ger Woh­nungs­ge­sell­schaft (SWG) von Van­da­lis­mus­schä­den be­trof­fen, sagt Ge­schäfts­füh­rer Andre­as Ga­gel. Bei der Ei­sen­bahn wer­den re­gel­mä­ßig Schei­ben von War­te­häus­chen zer­stört, Fahr­plä­ne und Be­leuch­tung. Im Jahr 2016 sei­en so Schä­den in Hö­he von 2000 Eu­ro und 2017 in Hö­he von 3500 Eu­ro ent­stan­den. Die Ten­denz in die­sem Jahr sei stei­gend. So schlägt al­lei­ne die Zer­stö­rung ei­ner Dis­play­schei­be ei­nes Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten am 4. Ok­to­ber in der Stra­ßen­bahn TW 41 mit 3000 Eu­ro zu Bu­che.

Im Sport- und Er­ho­lungs­park la­gen die Schä­den 2016 und 2017 bei je­weils 3000 Eu­ro. Hier ha­be es mehr­fach Van­da­lis­mus in Kom­bi­na­ti­on mit Ein­brü­chen oder ver­such­ten Ein­brü­chen ge­ge­ben. Be­schä­di­gung des Grill­plat­zes, her­aus­ge­ris­se­ne Hin­weis­schil­der, zer­schnit­te­ne Ball­net­ze, zählt Ga­gel Bei­spie­le auf. Die Woh­nungs­ge­sell­schaft hat haupt­säch­lich mit Graf­fi­tiSchmie­re­rei­en an Häu­sern und Fas­sa­den zu tun, aber auch mit be­schä­dig­ten Tü­ren, Fens­tern und Spiel­platz­ge­rä­ten. Erst kürz­lich wur­den Bän­ke auf dem Bolz­platz an den neu ent­stan­de­nen Häu­sern im Ot­to-Gro­te­wohl-Ring be­schä­digt. 2016 und 2017 ver­ur­sach­ten die Schä­den Kos­ten von 7500 und 9000 Eu­ro. „Je­de Form von Sach­be­schä­di­gung wird bei der Po­li­zei an­ge­zeigt“, sagt Ga­gel. Tä­ter wür­den in den sel­tens­ten Fäl­len ge­fasst, „ob­wohl wir von der Po­li­zei un­ter­stützt wur­den, zum Bei­spiel durch ver­stärk­te Kon­troll­fahr­ten auf dem SEP-Ge­län­de“. Die SWG ver­su­che, mit Se­cu­ri­ty­fir­men den Van­da­lis­mus ein­zu­däm­men.

Auch die Stadt­kas­se wird in er­heb­li­chem Maß durch Zer­stö­rungs­wut be­las­tet. Die Kos­ten, die ihr in den Jah­ren 2016 und 2017 für die Be­sei­ti­gung von Van­da­lis­mus- und Ein­bruch­schä­den ent­stan­den sind, „lie­gen im mitt­le­ren fünf­stel­li­gen Be­reich“, teilt das Rat­haus mit. „Der größ­te Ein­zel­scha­den in Hö­he von knapp 14 000 Eu­ro ent­stand auf­grund von Brand­stif­tung 2016 an der Vor­stadt-Grund­schu­le.“Van­da­lis­mus fin­det in un­ter­schied­li­chen For­men im ge­sam­ten Stadt­ge­biet statt – in städ­ti­schen Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, am Was­ser­turm, an der Stra­ßen­be­leuch­tung, an Ver­sor­gungs­käs­ten. Klei­ne­re Schä­den wür­den üb­li­cher­wei­se von den Haus­meis­tern be­sei­tigt, bei grö­ße­ren wür­den Un­ter­neh­men mit der Be­sei­ti­gung be­auf­tragt. „Al­le Be­schä­di­gun­gen städ­ti­schen Ei­gen­tums, auch un­er­laub­te Graf­fi­ti, wer­den zur An­zei­ge ge­bracht“, heißt es. Um ei­nen Be­schluss der Stadt­ver­ord­ne­ten aus dem Jahr 2011 un­ter dem Ti­tel „Straus­berg frei von Graf­fi­ti-Schmie­re­rei­en“um­zu­set­zen, wür­den die­se Schmie­re­rei­en durch die Ord­nungs­be­hör­de jähr­lich do­ku­men­tiert. „2017 wur­den an 46 Ver­sor­gungs­käs­ten und an zwei Haus­fas­sa­den Schmie­re- rei­en fest­ge­stellt.“Die Te­le­kom ha­be si­gna­li­siert, dass sie ver­stärkt an der Rei­ni­gung die­ser Käs­ten ar­bei­ten wer­de.

Cars­ta Gö­ring, kauf­män­ni­scher Vor­stand der Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft Auf­bau (WBG), ist vom The­ma Van­da­lis­mus in­zwi­schen ge­nervt. „Bei uns wer­den Schlös­ser mit Ab­sicht kaputt ge­macht, in­dem man klei­ne Me­tall­tei­le hin­ein­steckt, die das Schloss dann beim Schließ­ver­such zer­stö­ren“, sagt sie. „Es wur­den Fens­ter­schei­ben ein­ge­wor­fen und vor al­lem ge­ra­de in letz­ter Zeit häu­fen sich wie­der Schmie­re­rei­en.“Ge­ne­rell kom­me die WBG aber „eher glimpf­lich da­von, da wir uns dem The­ma Graf­fi­ti seit Lan­gem wid­men“. Be­son­ders be­las­te­te Ecken sei­en an ei­ne orts­an­säs­si­ge Fir­ma ge­ge­ben wor­den, die die­se „Pro­blem­zo­nen“ver­schö­nert ha­be. Ge­lun­gen sei dies zum Bei­spiel am Blu­men­fries in der Au­gust-Be­bel-Stra­ße 30/31 und am Gie­bel Am Först­erweg 86. Am Ma­ri­en­berg 46–47, eben­falls schön ge­stal­tet, kom­me man hin­ge­gen mit dem Ent­fer­nen der Ve­r­un­stal­tun­gen nicht mehr hin­ter­her. Die Kos­ten für Graf­fi­ti-Be­sei­ti­gung la­gen 2017 bei 460 Eu­ro rei­nem Ar­beits­auf­wand. Je­der Van­da­lis­mus wer­de zur An­zei­ge ge­bracht. „Al­ler­dings ist das Er­geb­nis de­pri­mie­rend. Es kommt nichts raus“, stellt Cars­ta Gö­ring er­nüch­ternt fest.

Fo­to: Gerd Mar­kert

Ge­wohn­ter An­blick: Sämt­li­che Strom­käs­ten ent­lang der Ber­li­ner Stra­ße sind be­sprüht.

Nicht schön: Be­kleb­te La­ter­nen­mas­ten in der Gro­ßen Stra­ße

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