Er­schre­ckend vie­le Lkw-Ver­stö­ße

Groß an­ge­leg­te Po­li­zei­kon­trol­le we­gen schwe­rer Un­fäl­le

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - Region Im Blick -

Bus­se und Lkw stan­den am Don­ners­tag im Mit­tel­punkt ei­ner groß an­ge­leg­ten Kon­trol­le der Po­li­zei. Je­der sechs­te Ver­kehrs­un­fall in Bran­den­burg wird durch ei­nen Last­kraft­wa­gen ver­ur­sacht. Da­bei star­ben im ver­gan­ge­nen Jahr 39 Men­schen. Erst am Mon­tag wa­ren bei ei­nem schwe­ren Un­fall auf dem nörd­li­chen Ber­li­ner Ring vier Lkw zu­sam­men­ge­sto­ßen und zwei Fah­rer ge­stor­ben. Nach An­ga­ben der Po­li­zei­di­rek­ti­on Nord wur­den bis zum Mit­tag ins­ge­samt 35 Lkw kon­trol­liert; da­von 25 deut­sche Fahr­zeu­ge, neun aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on und ein Nich­tEU-Lkw.

Bei 26 der 35 Lkw wur­den Män­gel fest­ge­stellt, da die Fahr­zeu­ge aus dem flie­ßen­den Ver­kehr her­aus und nach Be­ob­ach­tung der Fahr­ei­gen­schaf­ten an­ge­hal­ten wur­den und da­mit be­stimm­te Män­gel ge­zielt kon­trol­liert wer­den konn­ten. 20 der LKW wa­ren zu schnell un­ter­wegs, was je­weils durch die Kon­trol­le der Schau­blät­ter be­legt wer­den konn­te. In ei­nem Fall wur­de der Ta­cho of­fen­bar ge­zielt falsch be­dient. In ei­nem an­de­ren Fall war die La­dung nicht ge­nü­gend ge­si­chert und in ei­nem wei­te­ren Fall wur­de ge­gen die So­zi­al­vor­schrif­ten ver­sto­ßen.

Im Rah­men der Kon­trol­le wur­de um 7.42 Uhr auf der Bun­des­stra­ße 96 zwi­schen Gram­zow und Fürs­ten­berg ein deut­scher Sat­tel­zug mit ei­nem 52-jäh­ri­gen pol­ni­schen Fahr­zeug­füh­rer durch Be­am­te der Son­der­über­wa­chungs­grup­pe Ver­kehr (SüG­ru) über­prüft. Des­sen La­dung war of­fen­sicht­lich zu lang. Die Kon­trol­le be­stä­tig­te, das der Zug­ver­band zu lang war. Da­zu war aber die durch den Fahr­zeug­füh­rer vor­ge­leg­te kom­bi­nier­te Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung „ge­öff­net“und „blatt­mä­ßig“ver­än­dert wor­den, of­fen­bar um vor­zu­täu­schen, dass es sich um ei­nen „ge­neh­mig­ten“Groß­trans­port han­del­te.

Bei den gleich­zei­ti­gen Ge­schwin­dig­keits­kon­trol­len wur­den bei 12 560 Durch­fahr­ten ins­ge­samt 318 Über­schrei­tun­gen fest­ge­stellt.

Be­trug mit der AdBlue-An­la­ge, die zur Ab­gas­nach­be­hand­lung dient, wird zum zu­neh­men­den Pro­blem auf Au­to­bah­nen. Die AdBlue-Tech­nik ist in neu­ar­ti­gen Lkw Pflicht. Werk­stät­ten ins­be­son­de­re im Bal­kan-Raum bie­ten laut Neu­rup­pins Po­li­zei­spre­cher Toralf Rein­hardt oft ma­ni­pu­lier­te Tech­nik an. „Nach au­ßen sieht es dann so aus, als ob die Fahr­zeu­ge mit AdBlue fah­ren“, sag­te Po­li­zei­spre­cher Toralf Rein­hardt.

In Hö­he der Rast­stät­te Li­num wur­de am Don­ners­tag ein pol­ni­scher Kraft­fah­rer mit ab­ge­schal­te­ter AdBlue-Tech­nik ent­deckt. Vom Fah­rer wur­de ei­ne Si­cher­heits­leis­tung von 500 Eu­ro in bar ein­ge­zo­gen. Die Spe­di­ti­on wird 1 000 Eu­ro zah­len müs­sen.

(cd/crs)

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