Vie­le Punk­te für die Bie­nen­wei­de

Le­dig­lich 30 Vor­schlä­ge des Bür­ger­haus­halts sind dies­mal um­setz­bar

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - S-bahn-gemeinden / Löwenberger Land - Von Hei­ke Weiß­ap­fel

Ho­hen Neu­en­dorf. Grü­ne und ro­te Punk­te zei­gen die Wün­sche der Ein­woh­ner für ih­re Stadt an. Un­ter­schie­den wur­de dies­mal in um­setz­ba­re und nicht rea­li­sier­ba­re Vor­schlä­ge, die in ver­schie­de­nen Ab­tei­lun­gen aus­hin­gen. Ei­ne Idee zur Ver­bes­se­rung der Le­bens­be­din­gun­gen von Bie­nen wur­de über­di­men­sio­nal be­punk­tet – vor al­lem von ei­nem Ein­woh­ner, der stell­ver­tre­tend für vie­le kleb­te.

Es sieht gut aus für die Kü­chen­ein­rich­tung im Con­tai­ner des Bo­gen­schüt­zen­clubs, die mit 1 000 Eu­ro ver­an­schlagt ist. Vie­le Ho­hen Neu­en­dor­fer un­ter­stüt­zen die­ses Vor­ha­ben. Auch die bun­te Sitz­bank des Gli­e­ni­cker Künst­ler­paa­res Chris­ti­ne Gersch und Igor Jer­schov, die auf dem Skulp­tu­ren­bou­le­vard auf­ge­stellt wer­den könn­te, fin­det viel An­klang.

„So war das nicht ge­dacht. Der Sinn ist doch, dass die Ein­woh­ner per­sön­lich kom­men.“Do­ro­thea Heu­er-Kret­sch­mann, Or­ga­ni­sa­to­rin des Bür­ger­haus­halts bei der Stadt­ver­wal­tung, zeigt sich ei­ni­ger­ma­ßen scho­ckiert über ei­nen mit grü­nen Punk­ten der­art über­sä­ten Bei­trag, dass die Idee dar­un­ter kaum noch zu le­sen war. Bernd Sch­wi­detz­ky ver­klebt nicht nur sei­ne fünf Punk­te, son­dern 30-Mal fünf wei­te­re, die ihm aus­ge­hän­digt wur­den. „Ich ver­tre­te mei­ne Nach­barn und Freun­de“, sagt der Borgs­dor­fer zur Be­grün­dung. Sein Vor­schlag ist, die Le­bens­be­din­gun­gen für Bie­nen und an­de­re In­sek­ten in der Stadt durch be­stimm­te Pflan­zun­gen zu ver­bes­sern. „Die Ar­ten­viel­falt ist stark zu­rück­ge­gan­gen. Da­ge­gen müs­sen wir et­was tun. Das kann je­der in sei­nem Gar­ten sel­ber ma­chen, aber eben auch die Stadt.“Die Be­reit­stel­lung kos­ten­lo­sen Saat­guts ist des­halb sei­ne Idee – die dank sei­ner ei­ge­nen Tat­kraft 290 Punk­te be­kam.

Mehr als 300 Ho­hen Neu­en­dor­fer sind am Mitt­woch­abend in die Stadt­hal­le ge­kom­men, um die ins­ge­samt 118 Vor­schlä­ge zu

be­punk­ten. Al­ler­dings gal­ten aus ver­schie­de­nen Grün­den le­dig­lich 30 als um­setz­bar. In vie­len Fäl­len ist die Stadt nicht zu­stän­dig, an­de­re sind schlicht zu teu­er. „Wir wol­len aber al­len Vor­schlä­gen Rech­nung tra­gen und auch die­je­ni­gen, die mit dem Bür­ge­re­tat nicht um­setz­bar sind, in den Fo­kus rü­cken“, er­klär­ten der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter Alex­an­der Tön­nies und Do­ro­thea Heu­er-Kret­sch­mann. „Sie sind der Bür­ger­haus­halt“, sag­te Do­ro­thea Heu­er-Kret­sch­mann. „Nur durch Sie er­fah­ren wir, was Ih­nen am Her­zen liegt und wo Sie

der Schuh drückt.“Der Mög­lich­keit, den zahl­reich an­we­sen­den Stadt­ver­ord­ne­ten und der Ver­wal­tung deut­lich zu ma­chen, was sich die Bür­ger in ih­rer Stadt wün­schen, wur­de des­halb Rech­nung ge­tra­gen, in­dem dies­mal grü­ne und ro­te Punk­te aus­ge­ge­ben wur­den. Nie­mand muss­te al­so sei­ne grü­nen Punk­te für nicht um­setz­ba­re Pro­jek­te „ver­schwen­den“, und konn­te sich den­noch bei­spiels­wei­se für das Wald­frei­bad aus­spre­chen, das den Rah­men von 100 000 Eu­ro spren­gen wür­de. Da­von wur­de re­ge Ge­brauch ge­macht.

Fo­to: Hei­ke Weiß­ap­fel

Viel zu le­sen: In ver­schie­de­ne Ka­te­go­ri­en wie „Um­welt“, „So­zia­les“oder „Ver­kehr“wa­ren die Vor­schlä­ge von der Ver­wal­tung vor­sor­tiert wor­den. Man­cher wuss­te schon vor­her ge­nau, was er be­punk­ten wür­de, an­de­re ent­schie­den spon­tan.

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