Holp­ri­ge Su­che nach Kan­di­da­ten für den Land­tag

Die De­bat­te um Wahl­krei­se läuft in der bran­den­bur­gi­schen SPD so un­ko­or­di­niert wie nie / Schlap­pe für den In­nen­mi­nis­ter

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - Brandenburg - Von Ul­rich Thies­sen

In­nen­mi­nis­ter Karl­Heinz Schrö­ter (SPD) hat noch nicht ein­mal er­klärt, dass er sich über­haupt für ein Land­tags­man­dat in­ter­es­siert – hopp­la, da ist er schon be­schä­digt. Im Un­ter­be­zirk Ober­ha­vel ist of­fen­bar schon über ei­ne Kan­di­da­tur des eins­ti­gen Land­ra­tes und heu­ti­gen Ka­bi­netts­mit­glie­des dis­ku­tiert wor­den.

Da die drei Di­rekt­man­da­te im Sü­den des Krei­ses (wo Schrö­ter wohnt) be­reits mit An­wär­tern be­stückt sind, wur­de bei den Ge­nos­sen im Nor­den nach­ge­fragt, ob sie sich den Mi­nis­ter als ih­ren Mann für die Wah­len im Herbst 2019 vor­stel­len kön­nen. Der Orts­ver­ein Gran­see/ Fürs­ten­berg sprach sich An­fang der Wo­che da­für aus, lie­ber auf Nach­wuchs denn auf Po­lit­pro­mi­nenz zu set­zen. Schrö­ter er­klär­te am Don­ners­tag, dass er sich selbst nicht be­wor­ben ha­be und auch völ­lig frei sei in der Ent­schei­dung, ob er über­haupt erst­mals für den Land­tag kan­di­die­ren wird. Dass die Ab­fuhr pu­blik wur­de, dürf­te sei­ne Am­bi­tio­nen vor­zei­tig be­en­det ha­ben.

Das holp­ri­ge Pro­ze­de­re, das vor frü­he­ren Land­tags­wah­len in der einst straff or­ga­ni­sier­ten Re­gie­rungs­par­tei un­denk­bar ge­we­sen wä­re, ist kein Ein­zel­fall. In der Pri­gnitz ging Wirt­schafts­staats­se­kre­tär Hen­drik Fi­scher auf die Su­che nach ei­nem Wahl­kreis. Der bis­he­ri­ge SPD-Ab­ge­ord­ne­te, der frü­he­re Bil­dungs­mi­nis­ter Hol­ger Rupp­recht, tritt nicht wie­der an. Nach In­for­ma­tio­nen die­ser Zei­tung wur­de Fi­scher si­gna­li­siert, dass man die­ses Mal je­man­den auf­stel­len wol­le, der in der Pri­gnitz wohnt.

Ob die aus der Pri­gnitz stam­men­de In­nen­staats­se­kre­tä­rin Ka­trin Lan­ge dort an­tritt, ist noch völ­lig of­fen. Auch In­fra­struk­tur­mi­nis­te­rin Kath­rin Schnei­der schien nicht ab­ge­neigt, erst­mals für den Land­tag zu kan­di­die­ren, hat aber bis­lang kei­nen Wahl­kreis. In ih­rer Hei­mat­re­gi­on Dah­me-Spree­wald sind die Wahl­krei­se be­reits für an­de­re Kan­di­da­ten re­ser­viert. In der SPD-Land­tags­frak­ti­on wird der­weil an die Par­tei­spit­ze ap­pel­liert, für Auf­stel­lungs­ver­fah­ren zu sor­gen, bei de­nen nie­mand be­schä­digt wird.

Man­cher­orts wird lie­ber auf Nach­wuchs denn auf Po­lit­pro­mi­nenz ge­setzt

Fo­to: ZB/Bernd Sett­nik

In Ober­ha­vel als Land­tags­kan­di­dat ab­ge­blitzt: Bran­den­burgs In­nen­mi­nis­ter Karl-Heinz Schrö­ter

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