„Vor­freu­de ist noch grö­ßer als im letz­ten Jahr“

An­ne Rück­forth, Tor­hü­te­rin des SV Fried­richs­thal, spricht über ih­re Rol­le als Quer­ein­stei­ge­rin im Team des Ti­tel­ver­tei­di­gers

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Der SV Frieds­richs­thal greift nach ei­nem wei­te­ren Ti­tel. Der Kreis­li­ga-Ta­bel­len­füh­rer, der in der ver­gan­ge­nen Sai­son al­le drei Ti­tel ge­won­nen hat­te und kurz vor dem Ge­winn der Kreis­meis­ter­schaft steht, trifft im End­spiel um den Fuß­bal­lK­reis­po­kal auf den SV Rüd­nitz/Lo­be­tal (13 Uhr in Bernau). Trai­ner Tho­mas Wja­min kann auch dann auf ein Team mit ei­ner Mi­schung aus ge­stan­de­nen Spie­le­rin­nen und re­la­tiv un­er­fah­re­nen Neu­ein­stei­gern bau­en. Zur zwei­ten Grup­pe ge­hört An­ne Rück­forth. Die etat­mä­ßi­ge Hand­bal­le­rin vom SV Eich­städt steht in der zwei­ten Sai­son im Tor und stell­te sich den Fra­gen von SteZWahr. fan Sonn­abend steigt das Fi­na­le. Wie geht es Ih­nen so kurz vor dem End­spiel?

Die Vor­freu­de ist noch grö­ßer als im letz­ten Jahr. Ab­so­lut. Da­mals war es mei­ne ers­te Sai­son und ich hat­te to­tal Muf­fen­sau­sen, zu­mal wir wuss­ten, dass Borgs­dorf II Spie­le­rin­nen aus der ers­ten Mann­schaft ein­set­zen wird. Da hat­te ich schon kom­plett die Ho­sen voll. Dies­mal ist es an­ders.

Vie­le Ih­rer Team­kol­le­gin­nen ha­ben schon et­li­che Ti­tel ge­won­nen. Auch Sie ge­wan­nen 2017 das Triple. Wür­den Sie den­noch von ei­ner Geil­heit auf Ti­tel und Po­ka­le spre­chen?

Es wä­re schon ganz gut, wenn wir das Ding ge­win­nen. Die an­de­ren ken­nen das al­les schon, bei mir ist al­les noch ziem­lich neu. Dar­um fin­de ich es cool, dass wir es wie­der ins End­spiel ge­schafft ha­ben. Und leicht wur­de es uns nicht ge­macht. Das Halb­fi­na­le ge­gen Fal­ken­thal war schon schwer.

Wie schät­zen Sie den Geg­ner Rüd­nitz/Lo­be­tal ein?

Im Li­ga-Hin­spiel ha­ben wir uns ziem­lich blöd an­ge­stellt. Es war an ei­nem Frei­tag­abend bei ge­fühlt mi­nus 20 Grad. Wir ha­ben mit 4:3 ge­won­nen. Vom spie­le­ri­schen her kann ich un­se­ren Geg­ner nicht ein­schät­zen. Sie fuh­ren auch Sie­ge ein, mit de­nen im Vor­feld nicht zu rech­nen war. Dann ver­lie­ren sie aber Spie­le ge­gen ver­meint­lich schwä­che­re Geg­ner. Rüd­nitz ist ei­ne Wun­der­tü­te. Vie­le se­hen in uns den Fa­vo­ri­ten. Die­se Rol­le müs­sen wir aber auch erst ein­mal aus­fül­len. Leicht wird es auf kei­nen Fall.

Wie ist es für Sie ei­gent­lich als Quer­ein­stei­ge­rin in ei­nem Team mit Top-Fuß­bal­le­rin­nen, die frü­her auch für Fla­tow oder Ora­ni­en­burg hö­her­klas­sig ge­spielt ha­ben?

Es macht wahn­sin­nig viel Spaß. Vie­le Spie­le­rin­nen und den Trai­ner kann­te ich schon, weil ich vor acht oder neun Jah­ren für ein paar Wo­chen beim OFC mit­ge­macht ha­be. Ich bin su­per auf­ge­nom­men wor­den. Ich bin ja auch nicht die Ein­zi­ge, die ziem­lich neu da­bei ist. Die Har­mo­nie passt, wir sind ei­ne ein­ge­spiel­te Trup­pe. Die ge­stan­de­nen Spie­le­rin­nen se­hen es nicht so ver­bis­sen. Sie ha­ben ein­fach Bock auf ki­cken, neh­men die Ti­tel aber na­tür­lich gern mit. Wir er­gän­zen uns al­le gut. Dass es so läuft, zeigt den Cha­rak­ter der Trup­pe.

Wie sind sie ei­gent­lich beim Fuß­ball ge­lan­det?

Vor über zwei Jah­ren klin­gel­te abends das Te­le­fon. Ich wur­de ge­fragt, ob ich Bock auf ein Pro­be­trai­ning hät­te. Ich dach­te mir: „Gehst du mal vor­bei und guckst dir das an.“Es hat Spaß ge­macht. Ich stand nur ein paar Mi­nu­ten im Tor, aber schon war das Ding be­sie­gelt.

Wann hat­ten Sie mit dem Hand­ball an­ge­fan­gen?

2003 als Zehn­jäh­ri­ge. Das steht nun hin­ten an. Dass ich die C-Ju­nio­rin­nen beim Ora­ni­en­bur­ger HC trai­nie­re, ist zeit­lich okay. Das funk­tio­niert ne­ben dem Fuß­ball. Eich­städt muss aber da­mit klar kom­men, dass ich nicht im­mer da bin. Aber zwölf der 18 Sai­son­spie­le ha­be ich be­stimmt ge­macht – üb­ri­gens fast al­le als Feld­spie­le­rin.

Fuß­ball-Tor­wart liegt Ih­nen den­noch?

Ich ma­che ei­ni­ges si­cher an­ders als ty­pi­sche Kee­per. Mein Re­ak­ti­ons­ver­mö­gen ist ganz gut. Ich ver­su­che aber oft, den Ball un­ten mit den Fü­ßen ab­zu­weh­ren. Dann be­kommt un­ser Trai­ner im­mer die Kri­se.

Fah­ren Sie auch wei­ter­hin zwei­glei­sig?

Ich ge­he zu 99 Pro­zent da­von aus, dass es in Fried­richs­thal auch in der neu­en Sai­son ein Frau­en­team gibt. Dann wer­de ich blei­ben. Fuß­ball wä­re dann wei­ter mei­ne Num­mer 1.

Fo­to: Ste­fan Zwahr

Freu­de pur: Das Team des SV Fried­richs­thal ju­bel­te nach dem Fi­nal­ein­zug aus­ge­las­sen. Mit da­bei: Tor­hü­te­rin An­ne Rück­forth (un­ten links).

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