Lie­ber ir­gend­ei­ne, als kei­ne?

Je­der ach­te Mann be­en­det Be­zie­hung erst, wenn et­was Neu­es in Aus­sicht ist

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - Rat & Tat -

Män­ner brau­chen Be­zie­hun­gen of­fen­bar mehr als Frau­en. Häu­fig füh­len sie sich oh­ne ei­ne Part­ne­rin an ih­rer Sei­te nicht kom­plett. Ein Um­fra­ge, für die fast 12 000 Men­schen be­fragt wur­den, zeigt, dass Män­ner we­ni­ger an die ein­zig­ar­ti­ge Lie­be glau­ben als Frau­en.

Bloß nicht Sing­le: Be­vor sie lan­ge so­lo blei­ben, ge­hen Män­ner bei der Part­ner­wahl lie­ber Kom­pro­mis­se ein. Je­der drit­te von ih­nen gibt of­fen zu, dass er sich vor al­lem ei­ne Part­ne­rin wünscht, um nicht al­lein zu sein. Je­der vier­te Mann möch­te nach der Tren­nung schnell wie­der in ei­ner neu­en Be­zie­hung sein. Zu die­sem Er­geb­nis kommt zu­min­dest die Stu­die der Da­ting­platt­form Eli­te­part­ner.

Die Tren­nung ver­ar­bei­ten, sich selbst fin­den, be­vor man den Neu­an­fang wagt? Die­se „Zeit für sich“brau­chen Män­ner of­fen­bar we­ni­ger als Frau­en. Nach ei­nem Be­zie­hungs­aus möch­te je­der vier­te Mann am liebs­ten so­fort wie­der in ei­ner Be­zie­hung sein (25 Pro­zent). Die­sen Wunsch ha­ben da­ge­gen nur zwölf Pro­zent der be­frag­ten Frau­en. Män­ner sind aber of­fen­bar be­son­ders un­gern Sing­le. Ent­spre­chend sind sie eher be­reit als Frau­en, bei der Wahl ih­rer Part­ne­rin Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen, um nicht so lan­ge su­chen zu müs­sen (32 Pro­zent). Frau­en sind nur zu 23 Pro­zent be­reit, ih­re An­sprü­che zu sen­ken, um lan­ge Sing­le-Pha­sen zu ver­mei­den.

13 Pro­zent der Män­ner tren­nen sich erst, wenn ei­ne neue Part­ne­rin in Aus­sicht ist. Je­der ach­te Mann geht so­gar so weit, die Be­zie­hung erst dann zu be­en­den, wenn er be­reits ei­ne neue Part­ne­rin in Aus­sicht hat. Die Angst vor dem Al­lein­sein scheint bei Män­nern al­so stark ver­an­kert zu sein. Mehr als je­der drit­te Mann gibt laut der Um­fra­ge so­gar zu, dass ihm ei­ne Part­ne­rin vor al­lem wich­tig ist, um nicht al­lein zu sein (34 Pro­zent). Hin­ge­gen denkt das nur ein Vier­tel der Frau­en.

Män­ner schei­nen bei der Part­ner­su­che ins­ge­samt of­fe­ner zu sein und we­ni­ger an Schick­sal oder die Ein­zig­ar­tig­keit ei­ner Lie­be zu glau­ben. Wäh­rend 37 Pro­zent der Frau­en sa­gen, dass sie an ei­ne wah­re Lie­be glau­ben und da­für auch lan­ge

Sing­le blei­ben wür­den, stim­men dem nur 31 Pro­zent der Män­ner zu. Um­ge­kehrt sa­gen 44 Pro­zent der Män­ner, dass es si­cher vie­le Men­schen gibt, mit de­nen sie ei­ne glück­li­che Be­zie­hung füh­ren könn­ten. Frau­en se­hen das nur zu 28 Pro­zent so. Zwei Drit­tel der Frau­en wün­schen sich so­gar ei­nen See­len­ver­wand­ten (66 Pro­zent) – bei den Män­nern träu­men da­von nur et­was mehr als die Hälf­te (55 Pro­zent).

An­ders sieht es al­ler­dings aus, wenn die Frau so­lo ist und ei­nen Kin­der­wunsch hat. Gera­de Sing­le-Frau­en mit Kin­der­wunsch schei­nen ih­re An­sprü­che zu sen­ken: nur noch 58 Pro­zent von ih­nen sa­gen, sie brau­chen ei­nen Part­ner, bei dem al­les passt. Sing­le-Frau­en

oh­ne Kin­der­wunsch sind mit 65 Pro­zent deut­lich an­spruchs­vol­ler. Und knapp ein Vier­tel der Sing­le-Frau­en mit Kin­der­wunsch (23 Pro­zent) wür­de lie­ber Kom­pro­mis­se ein­ge­hen, als lan­ge al­lein zu sein – oh­ne Kin­der­wunsch sind da­zu gera­de ein­mal elf Pro­zent be­reit. Ge­ne­rell be­las­tet das Ge­fühl, nie­man­den an sei­ner Sei­te zu ha­ben, be­son­ders die­je­ni­gen Singles, die sich ei­ge­ne Kin­der wün­schen –

üb­ri­gens bei bei­den Ge­schlech­tern (Singles mit Kin­der­wunsch: 47 Pro­zent, Singles oh­ne Kin­der­wunsch: 23 Pro­zent).

See­len­ver­wandt­schaft – ei­ne Il­lu­si­on der Ju­gend? Die Er­geb­nis­se le­gen das zu­min­dest na­he. Wäh­rend 73 Pro­zent der Män­ner und Frau­en un­ter 30 Jah­ren noch den An­spruch ha­ben, in ih­rem Part­ner ei­nen See­len­ver­wand­ten zu fin­den, scheint bei äl­te­ren Ge­ne­ra­tio­nen mehr Prag­ma­tis­mus mit­zu­spie­len. Nur noch 56 Pro­zent der 50- bis 59-Jäh­ri­gen sind auf der Su­che nach ei­nem See­len­ver­wand­ten. Gleich­zei­tig sinkt der Glau­be an ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Lie­be und die Be­reit­schaft, da­für lan­ge Sing­le zu blei­ben.

„Auch heu­te ent­wi­ckeln vie­le Frau­en und Män­ner auf­grund un­ter­schied­li­cher So­zia­li­sa­ti­on un­glei­che emo­tio­na­le Kom­pe­ten­zen,“er­läu­tert Di­plom-Psy­cho­lo­gin Li­sa Fisch­bach. „Vor al­lem im Um­gang mit Ge­füh­len und emo­tio­na­len Be­dürf­nis­sen. Frau­en sind ge­üb­ter im Ma­na­gen ih­rer emo­tio­na­len Ich-AG, in­ves­tie­ren in Be­zie­hun­gen, in de­nen sie Nä­he und Ge­bor­gen­heit er­fah­ren. Part­ner­schaf­ten sind für Män­ner in die­ser Hin­sicht wich­ti­ger – das macht sie ab­hän­gi­ger von ei­ner Lie­bes­be­zie­hung. Ent­spre­chend zei­gen sich vie­le Män­ner kom­pro­miss­be­rei­ter bei der Part­ner­wahl, ha­ben es ei­li­ger, der angst­be­setz­ten Pha­se des Al­lein­seins zu ent­flie­hen.“(OGA)

Män­ner glau­ben we­ni­ger an die ei­ne wah­re Lie­be als Frau­en

Fo­to: dpa

Auf der Su­che nach dem rich­ti­gen Part­ner: Frau­en ha­ben sta­tis­tisch hö­he­re An­sprü­che an ei­nen Part­ner, als Män­ner. Mit zu­neh­men­dem Al­ter ge­ben sich aber auch vie­le Da­men mit „we­ni­ger“zu­frie­den, um nicht al­lein zu sein.

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