Kreis legt Ge­wäs­ser­be­richt vor

Re­ak­ti­on auf Stark­re­gen und des­sen Fol­gen / Auf­ga­ben der Kom­mu­nen und Was­ser­ver­bän­de skiz­ziert

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - REGION BLICK - Von Burk­hard kee­ve

Ober­ha­vel. Jetzt hat der Kreis ge­lie­fert. Knapp ein Jahr nach den un­glaub­li­chen Re­gen­fäl­len, die vor al­lem den Sü­den Ober­ha­vels un­ter Was­ser ge­setzt hat­ten, leg­te am Mitt­woch­abend De­zer­nent Eg­mont Ha­me­low (CDU) ei­nen „Stand Ge­wäs­ser­un­ter­hal­tung 2018“vor. So steht es auf dem Bericht, den Ha­me­low den Mit­glie­dern des Um­welt­aus­schus­ses in Ora­ni­en­burg vor­stell­te.

Der In­halt des 37-sei­ti­gen Be­richts mit Be­weis­bil­dern ist in tro­cke­nem Be­am­ten­deutsch ge­hal­ten und liest sich als sach­li­che Auf­zäh­lung von Auf­ga­ben und Funk­tio­nen bei der Ge­wäs­ser­un­ter­hal­tung.

Schon mehr­fach hat­ten ei­ni­ge Ora­ni­en­bur­ger, die im­mer noch un­ter dem an­ge­stie­ge­nen Grund­was­ser­pe­gel lei­den, den Land­kreis auf­ge­for­dert, sich als Mitt­ler al­ler Zu­stän­dig­kei­ten auf­zu­schwin­gen. Im Kreis­tag ba­ten sie um Hil­fe, um ei­ne Art Run­den Tisch zu or­ga­ni­sie­ren, da­mit end­lich et­was ge­sche­he. Bei ei­ni­gen Was­ser­ge­schä­dig­ten lau­fen im­mer noch die Pum­pen im Kel­ler.

Der Bericht wird den Be­trof­fe­nen, die auf Ret­tung oder Un­ter­stüt­zung vom Kreis ge­hofft hat­ten, kaum ge­fal­len. Denn un­term Strich macht der Land­kreis da­mit vor al­lem eins noch ein­mal deut­lich: Er ist nicht zu­stän­dig und er ist nicht ver­ant­wort­lich.

Gleich­zei­tig be­sticht der Bericht durch sei­ne Sach­lich­keit. Es wird nicht ge­me­ckert, son­dern schlicht no­tiert, wer, was und wie zu re­geln hat, zum Bei­spiel die Gr­a­ben­schau­en. Was der Bericht aber auch zu­ta­ge för­dert, sind: Feh­ler und Män­gel, nicht ge­lös­te Pro­ble­me, Kom­mu­nen, die nicht re­agiert ha­ben.

„Wir ha­ben al­le Ge­mein­den ein­ge­bun­den“, sagt Eg­mont Ha­me­low zu Be­ginn der Vor­stel­lung. Schnell wird klar, der Kreis hat sei­ne Haus­auf­ga­ben ge­macht. Er stellt Pa­ra­gra­fen und ge­setz­li­che Grund­la­gen vor und geht dann ins De­tail (sie­he In­fo­kas­ten). Zum Bei­spiel Ge­wäs­ser­schau­en. Da­für sind die Was­ser- und Bo­den­ver­bän­de (WBV) zu­stän­dig. In Ober­ha­vel gibt es sechs. Die bei­den größ­ten Ver­bän­de sind die „Schnel­le Ha­vel“und „Ucker­mark Ha­vel“. Bei den Grä­ben­schau­en wird un­ter an­de­rem über­prüft, ob der Gra­ben ge­krau­tet, die Bö­schung ge­mäht, der Grund ge­räumt wer­den muss. Was ge­macht wer­den darf, ist wie­der­um ge­nau fest­ge­schrie­ben. So darf bei­spiels­wei­se nur in Aus­nah­me­fäl­len zwei­mal im Jahr ein Gra­ben ge­krau­tet wer­den. „Es ist wie beim Ra­sen, je häu­fi­ger er ge­schnit­ten wird, um so dich­ter wächst er nach“, er­läu­tert Ha­me­low den Aus­schuss­mit­glie­dern an­schau­lich. Bei den Gr­a­ben­schau­en wird ge­nau pro­to­kol­liert. Auch im Ha­me­lo­wBe­richt sind al­le be­schlos­se­nen Maß­nah­men auf­ge­lis­tet.

22 Ge­wäs­ser­schau­ter­mi­ne fan­den von März bis Mai statt, heißt es im Bericht. Ha­me­low wies auf Nach­läs­sig­kei­ten hin. So ist das Rohr zur Re­gen­ent­wäs­se­rung im Muhr­gra­ben in Lee­ge­bruch im­mer noch nur pro­vi­so­risch an­ge­legt und auch „am Haupt­gra­ben in Lee­ge­bruch gibt es zu vie­le Ab­fluss­hin­der­nis­se, die nicht ge­neh­migt sind“. Hier soll­te, so Ha­me­low, „die Ge­mein­de schleu­nigst nach­bes­sern“. Zur Do­ku­men­ta­ti­on sind Fo­tos ge­macht wor­den, die die Nach­läs­sig­kei­ten be­le­gen. Ein an­de­res Bild zeigt ei­nen „il­le­ga­len Kom-

Feh­ler, Män­gel und Un­ter­las­sun­gen wer­den mit

Fo­tos do­ku­men­tiert

post­hau­fen“in Lie­ben­wal­de, der di­rekt am Gra­ben liegt und die Un­ter­hal­tung des Gr­a­bens be­hin­dert. „In Fürs­ten­berg ist ein Vor­flu­ter so zu­ge­baut wor­den, dass kei­ner mehr her­an­kommt“, so Ha­me­low über den Born­müh­len­gra­ben.

Am En­de mach­te der De­zer­nent noch ein­mal deut­lich, dass die Ge­wäs­ser­un­ter­hal­tung „Sa­che des Ei­gen­tü­mers“sei: „Die Ge­mein­den sind ver­ant­wort­lich, die Was­ser- und Bo­den­ver­bän­de set­zen es um.“

Für den 37-sei­ti­gen „Stand Ge­wäs­ser­un­ter­hal­tung 2018“hat der Land­kreis auch al­le Kom­mu­nen Ober­ha­vels nach dem Stand der Ab­was­ser­be­sei­ti­gungs­kon­zep­te be­fragt. Ha­me­low: „Die Ge­mein­den sind in der Pflicht, sie zu er­stel­len.“Vier Ge­mein­den ha­ben nicht ge­ant­wor­tet – dar­un­ter Lee­ge­bruch und Bir­ken­wer­der. Ha­me­low mahn­te. Auch wenn der Be­bau­ungs­druck groß sei, weil Wohn­raum knapp und ge­sucht wer­de, sei „je­de Ge­mein­de gut be­ra­ten, Ver­si­cke­run­gen oder Ablei­tun­gen von Ober­flä­chen­was­ser zu ge­währ­leis­ten“.

Eg­mont Ha­me­low zeigt sich zu­frie­den mit der Prä­sen­ta­ti­on vor dem Aus­schuss und der Fleiß­ar­beit aus sei­nem De­zer- nat. Für den De­zer­nen­ten und da­mit den Kreis stellt der Bericht so et­was wie ein Fa­zit dar, als auch ei­ne Art Hand­lungs­an­wei­sung für die Kom­mu­nen. Mit dem Bericht „ha­ben wir ent­spre­chen­des Hand­werks­zeug zur Sei­te ge­stellt“, zum Bei­spiel ei­nen Fahr­plan für ein Ab­was­ser­kon­zept.

Fo­tos (2): Fried­helm Brenne­cke

So geht es nicht: En­de April (Bild) wird am An­ger in Lee­ge­bruch die­ses Ab­fluss­hin­der­nis ent­deckt. Am 13. Ju­ni war es noch nicht be­sei­tigt wor­den, mahnt der Kreis.

Viel zu tun: Im­mer wie­der müs­sen Durch­läs­se wie hier an der Muh­re in Lee­ge­bruch kon­trol­liert wer­den.

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