Da­mit der Lärm nicht krank macht

Bau­aus­schuss im Lö­wen­ber­ger Land da­für

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - LIEBENWALDE / LÖWENBERGER LAND - Von Volk­mar Ernst

Lö­wen­ber­ger Land. Weil Lärm krank ma­chen kann, sind die Kom­mu­nen ver­pflich­tet, ei­nen Lärm­ak­ti­ons­plan (LAP) auf­zu­stel­len. 2008 hat das Lö­wen­ber­ger Land ei­nen ers­ten Plan er­stel­len las­sen. Des­sen drit­te Fort­schrei­bung liegt nun vor und wird dis­ku­tiert.

Fast 12 000 Eu­ro hat­te die Ge­mein­de im Haus­halt ein­ge­stellt, um den LAP über­ar­bei­ten zu las­sen. An­hand ei­ner vom Lan­des­um­welt­amt be­reit­ge­stell­ten Lärm­kar­te wird da­bei er­mit­telt, in wel­chen Orts­tei­len und Stra­ßen die Lärm­be­las­tung be­son­ders hoch ist. Das sind im Lö­wen­ber­ger Land die Orts­tei­le Nas­sen­hei­de, Te­schen­dorf und Lö­wen­berg. Be­reits in der ers­ten und zwei­ten Stu­fe des Plans wa­ren Maß­nah­men zur Lärm­re­du­zie­rung vor­ge­schla­gen wor­den, bei­spiels­wei­se die Re­du­zie­rung der Ge­schwin­dig­keit in be­stimm­ten Stra­ßen­ab­schnit­ten oder in der Nacht.

Auf Grund­la­ge der Fort­schrei­bung schlägt das Pla­nungs­bü­ro nun fol­gen­de Maß­nah­men zum Schutz der An­woh­ner vor:

Nas­sen­hei­de: Die zu­läs­si­ge Höchts­ge­schwin­dig­keit soll von 50 auf 30 Ki­lo­me­ter pro St­un­de zwi­schen dem Orts­ein­gang und der Lie­ben­wal­der Chaus­see ge­senkt wer­den. Hier gin­gen die Mit­glie­der des Bau­aus­schu­ses mit Un­ter­stüt­zung von Orts­vor­ste­he­rin Andrea Schild noch wei­ter. Noch rund hun­dert Me­ter wei­ter bis zum Ab­zweig ins al­te Dorf soll­te die Tem­po­re­du­zie­rung rei­chen, so der Vor­schlag.

Te­schen­dorf: Tem­po 30 soll künf­tig auch nachts auf der Orts­durch­fahrt von „Im Ha­gen“bis zum süd­li­chen Orts­aus­gang gel­ten. Tags­über wird das Tem­po auf 30 Ki­lo­me­ter pro St­un­de auf den Stra­ßen­ab­schnit­ten zwi­schen „Un­ter­weg“und „Im Ha­gen“so­wie „Bä­cker­ste­ge“bis zum Orts­aus­gang Süd aus­ge­wei­tet. Die Fahr­bahn­brei­te soll durch Sperr­li­ni­en von 8 auf 6,50 bis 7 Me­ter ein­ge­engt wer­den. Zu­sätz­lich wer­den auf der nörd­li­chen Fahr­bahn­sei­te Ver­sät­ze in der Stra­ße vor­ge­schla­gen. Be­zwei­felt wur­de von den Mit­glie­dern des Bau­aus­schus­ses in­des, ob ei­ne op­ti­sche Ei­n­en­gung der Stra­ße, die je­der­zeit über­fah­ren wer­den kann, über­haupt ei­nen Nut­zen hat.

Lö­wen­berg: Die Deck­schicht im Kno­ten­punkt Fried­rich-Eber­tStra­ße/Ber­li­ner Stra­ße soll er­neu­ert wer­den. Für die Ab­schnit­te Fried­rich-Ebert-Stra­ße ab Ein­mün­dung Ber­li­ner Stra­ße bis in die Gran­se­er Stra­ße und die Ber­li­ner Stra­ße ab Orts­ein­gang bis zur Kreu­zung Fried­rich-Eber­sStra­ße wird ganz­tags Tem­po 30 vor­ge­schla­gen. Au­ßer­dem soll die Am­pel am Kno­ten­punkt Fried­rich-Ebert- und Ber­li­ner Stra­ße in der Nacht ab­ge­schal­tet wer­den.

Nas­sen­hei­de, Te­schen­dorf und Lö­wen­berg sind be­trof­fen

So­fern die Ge­mein­de­ver­tre­ter die Vor­schlä­ge des Pla­nungs­bü­ros eben­so be­stä­ti­gen, geht das Ver­fah­ren mit der öf­fent­li­chen An­hö­rung wei­ter. Die Kom­mu­nal­ver­tre­ter ent­schei­den dann, ob die Vor­schlä­ge wie ge­plant um­ge­setzt oder an­hand vor­ge­brach­ter Kri­tik noch ein­mal ver­än­dert wer­den. Erst da­nach kön­nen die Vor­schlä­ge um­ge­setzt wer­den.

Für den zeit­li­chen Ablauf ist ge­plant, dass die Be­schluss­vor­la­ge noch dis­ku­tiert wird, be­vor sich die Lö­wen­ber­ger Ge­mein­de­ver­tre­ter in die Som­mer­pau­se ver­ab­schie­den.

Ar­chiv-Fo­to: Daniel Dzi­ni­an

Tem­po 30: Bis­lang gilt die Re­du­zie­rung der Ge­schwin­dig­keit nur für die Nacht. Doch ei­ne Aus­wei­tung auf den ge­sam­ten Tag wird vor­ge­schla­gen, um den Lärm zu sen­ken.

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