Zei­t­rei­se mit der Reichs­bahn zu­rück in die DDR

Tü­ren des ehe­ma­li­gen Um­for­mer­wer­kes Lö­wen­berg ste­hen am Wo­che­n­en­de of­fen

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - LIEBENWALDE / LÖWENBERGER LAND - Das ehe­ma­li­ge Um­for­mer­werk be­fin­det sich in der Nä­he des Bahn­über­gangs in Neu­lö­wen­berg. Der Weg ist aus­ge­schil­dert. Ge­öff­net ist Sonn­abend und Sonn­tag je­weils von 10 bis 18 Uhr.

Neu­lö­wen­berg. Björn Kresz ist Ei­sen­bah­ner durch und durch. Nicht nur, dass er von Be­ruf Lok­füh­rer ist, auch pri­vat dreht sich, wenn auch nicht al­les, so doch aber viel, um die Bahn. So wohnt Kresz in ei­nem ehe­ma­li­gen Bahn­hofs­ge­bäu­de in Neu­lö­wen­berg, und auch der ehe­ma­li­ge Was­ser­turm auf dem Ge­län­de des Bahn­hofs ge­hört ihm. Eher un­schein­bar liegt gleich ne­ben der Bahn­tras­se das ehe­ma­li­ge Um­for­mer­werk, das Kresz 2011 von der Bahn über­nom­men hat.

Das Werk war am 13. De­zem­ber 1983 von der Deut­schen Reichs­bahn in Be­trieb ge­nom­men wor­den. Zu je­ner Zeit ei­nes der mo­derns­ten, wie Kresz er­zählt. Gut 20 Jah­re ver­sorg­te es die Bahn­tras­se Rich­tung Nor­den mit Strom, da­nach war Schluss. Es folg­ten sie­ben Jah­re ei­nes Dorn­rös­chen­schla­fes, der an der Sub­stanz der Ge­bäu­de sei­ne Spu­ren hin­ter­ließ. Strom und Was­ser wa­ren ab­ge­schal­tet, die Hei­zun­gen ka­putt ge­fro­ren. Da blu­te­te so­zu­sa­gen das Kresz­sche Ei­sen- bah­ner­herz, wor­auf er sich mit der Deut­schen Bahn in Ver­bin­dung setz­te, um die Im­mo­bi­lie zu er­wer­ben. Es hat ge­klappt, wie die am Wo­che­n­en­de an­ste­hen­den Ta­ge der of­fe­nen Tür be­le­gen. Dann lädt Björn Kresz In­ter­es­sier­te je­weils von 10 bis 18 Uhr ein, um sich im ehe­ma­li­gen Um­for­mer­werk um­zu­se­hen. Und zu se­hen gibt es da ei­ni­ges. Tat­säch­lich hat der Ei­sen­bah­ner die Räu­me wie­der her­ge­rich­tet und nutz­bar ge­macht und dar­in ein­zig­ar­ti­ge Ei­sen­bahn-Uten­si­li­en ge­sam­melt, auf­ge­ar­bei­tet und aus­ge­stellt. Das Werk selbst ist Teil der Aus­stel­lung, denn Kresz hat es so­zu­sa­gen wie­der auf­er­ste­hen las­sen.

Für Sonn­abend hat sich die In­ter­es­sen­ge­mein­schaft „VEB Schwel­len­schutz – die Trans­port­po­li­zei“an­ge­mel­det. Die Mit­ar­bei­ter wer­den die Auf­ga­ben der Bahn­po­li­zei der DDR er­klä­ren und das Reichs­bahn­ge­län­de pas­send mit ei­nem his­to­ri­schen Funk­strei­fen­wa­gen über­wa­chen. Auch der Ver­ein „His­to­ri­sche Feu­er­wehr Lö­wen­berg“hat sich an­ge­kün­digt.

Weil der Neu­lö­wen­ber­ger aber auch pas­sio­nier­ter Samm­ler ist, gibt es in den Räu­men noch ein zwei­tes Mu­se­um. In dem hat er je­de Men­ge Er­in­ne­rungs­stü­cke aus dem DDR-All­tag zu­sam­men­ge­tra­gen. Vom ob­li­ga­to­ri­schen Hone­cker-Fo­to über Pio­nier- und FDJ-Blu­sen, Tas­sen und Tel­ler aus dem Mi­tro­pa-Be­stand bis hin zur kom­plet­ten Wohn- und Schlaf­zim­mer­ein­rich­tung reicht das Sam­mel­su­ri­um.

Fo­to: Volk­mar Ernst

Freut sich auf vie­le Gäs­te: Björn Kresz sitzt am wie­der auf­ge­bau­ten Schalt­pult des Um­for­mer­werks.

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