Groß Schö­ne­beck zeigt schöns­te Sei­ten

Schorf­hei­de- Ort be­wirbt sich um Eu­ro­päi­schen Dorfer­neue­rungs­preis / Ju­ry be­gut­ach­tet Ent­wick­lung und bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - LIEBENWALDE / LÖWENBERGER LAND - Von su­san Has­sE

Groß Schö­ne­beck. Das Schorf­hei­de-Dorf Groß Schö­ne­beck hat sich um den Eu­ro­päi­schen Dorfer­neue­rungs­preis be­wor­ben – wie 23 an­de­re. Vier Ju­ro­ren der Arge Land­ent­wick­lung und Dorfer­neue­rung nah­men Groß Schö­ne­beck des­halb in ex­akt vier St­un­den in Au­gen­schein. Der Bür­ger­meis­ter Uwe Scho­knecht, der schei­den­de Land­rat Bo­do Ihr­ke und zahl­rei­che Bür­ger be­glei­te­ten den Tross durch das Dorf. Im eng ge­tak­te­ten Pro­gramm stand die Be­sich­ti­gung sämt­li­cher High­lights: Jagd­schloss, Wald­schu­le, Gar­ten der Kul­tu­ren und das Kut­schen­mu­se­um, um nur ei­ni­ge zu nen­nen.

Die Ju­ro­ren aus Ös­ter­reich, Un­garn und Slo­we­ni­en woll­ten kei­nen Fron­tal­un­ter­richt, son­dern das au­then­ti­sche Le­ben se­hen. Sie woll­ten be­grei­fen und füh­len. Wohl zu oft sind den er­fah­re­nen Ju­ro­ren der Arge Land­ent­wick­lung und Dorfer­neue­rung bei ih­ren Vi­si­ta­tio­nen „Po­tem­kin­sche Dör­fer“prä­sen­tiert wor­den.

Die Bür­ger in Groß Schö­ne­beck wa­ren auf den Be­such bes­tens vor­be­rei­tet. Sie lie­fer­ten Ar­gu­men­te, war­um Groß Schö­ne­beck in ei­nem er­folg­rei­chen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess ste­cke und in Sa­chen Dorfer­neue­rung die Na­se vorn hat. Das Mot­to des EU-Wett­be­werbs lau­tet näm­lich „Wei­ter den­ken“. Dass in Groß Schö­ne­beck wei­ter ge­dacht wird, zei­gen zahl­rei­che Pro­jek­te. So et­wa der „Gar­ten der Kul­tu­ren“, in dem Flücht­lin­ge ler­nen, wie in Deutsch­land ge­ackert wird. Die Ar­beit des Bür­ger­ver­eins „Wir für Groß Schö­ne­beck“und die Viel­zahl en­ga­gier­ter Bür­ger im Ort ver­deut­lich­ten, dass hier der Zu­sam­men­halt stim­me und al­les mit­ein­an­der ver­netzt ist. Die Groß Schö­ne­be­cker fan­den Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen: Die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr, die sich vor Nach­wuchs kaum ret­ten kann, be­ein­druck­te. Auch die Sam­mel­lei­den­schaft von Jür­gen Bohm, der dut­zen­de Kut­schen be­sitzt und ganz oh­ne För­der­mit­tel aus­kommt, ist ein gu­tes bür­ger­schaft­li­ches Vor­bild. Bohm´s Hof ist, ganz eh­ren­amt­lich, zum be­lieb­ten Treff­punkt im Ort ge­wor­den. Auch die en­ga­gier­te Pfar­re­rin Sa­bi­ne Mül­ler über­zeug­te: Mit un­um­wun­de­ner Ehr­lich­keit er­klär­te sie die Gren­zen ih­res mis­sio­na­ri­schen Auf­trags im sä­ku­la­ri­sier­ten Os­ten. Dass sich die Ein­hei­mi­schen durch ih­re ehr­lich-un­ver­stell­te Art aus­zeich­nen, be­wies auch Olaf Pie­per, ei­ner der bei- den Chefs des Land­wirt­schafts­be­triebs. Er er­klär­te den Gäs­ten kurz und char­mant, wie auf den Fel­dern rund um Groß Schö­ne­beck ge­ackert wird. Da­bei be­rich­te­te er auch wie in­te­gra­ti­ver Pflan­zen­schutz funk­tio­niert und dass es auf kar­gen Sand­bö- den kei­ne Op­ti­on sei, dar­auf ganz zu ver­zich­ten.

„Be­geis­ter­te Leu­te“no­tier­te die Ju­ry am En­de in die Un­ter­la­gen. Ob es für das Sie­ger­trepp­chen im Eu­ro­päi­schen Wett­be­werb reicht, wird sich En­de Ju­ni zei­gen.

Fo­tos (2): Tho­mas Burck­hardt

Stär­ke be­wei­sen: Groß Schö­ne­beck muss im EU-wei­ten Wett­be­werb ge­gen 23 Dör­fer und Städ­te be­ste­hen.

Gu­te Lau­ne steckt an: Die Be­geis­te­rung der Groß Schö­ne­be­cker lässt auch Ju­ry-Mit­glied Ga­bor Onodi (l.) nicht kalt.

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