Kri­tik am kom­mu­na­len Woh­nungs­bau

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - S-BAHN--GEMEINDEN -

Ho­hen Neu­en­dorf. „Mit der Grün­dung der ge­mein­sa­men Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft stel­len sich Kreis und Stadt selbst ein Bein.“Das meint der Ho­hen Neu­en­dor­fer FDP-Orts­vor­sit­zen­de Chris­ti­an Er­hardt-Ma­cie­je­w­ski. Er kri­ti­siert den Vor­stoß von Land­kreis und Kom­mu­ne als „un­so­zi­al“und „teu­er für die Bür­ger“. Denn in der Stadt feh­le es nicht an In­ves­to­ren, son­dern an aus­ge­wie­se­nem Bau­land, so Chris­ti­an Er­hardt-Ma­cie­je­w­ski. Stadt und Kreis sei­en nach wie vor im Be­sitz von viel Land und sorg­ten da­mit für ei­ne künst­li­che Ver­knap­pung, meint der Li­be­ra­le. Die Er­fah­rung zeigt aus Sicht des FDP-lers, dass So­zi­al­woh­nun­gen nicht den­je­ni­gen „zu­gu­te kom­men, die we­nig ha­ben“. Aus­wer­tun­gen aus Ber­lin zeig­ten, dass nur 17 Pro­zent der Mie­ter in kom­mu­na­len Woh­nun­gen ar­muts­ge­fähr­det sind. Das sei auch fol­ge­rich­tig. „Ein Stu­dent kann in fünf Jah­ren eben auch An­walt sein und gut ver­die­nen, dann kann ich ihn aber lo­gi­scher­wei­se nicht aus der Woh­nung wer­fen, die ihm einst zu­stand.“

Er­hardt-Ma­cie­je­w­ski plä­diert da­her für Be­le­gungs­rech­te. „An­statt viel Geld in den an­geb­lich so­zia­len Woh­nungs­bau zu ste­cken, soll­te die Stadt sich bei In­ves­to­ren Be­le­gungs­rech­te er­wer­ben. Der In­ves­tor ver­mie­tet ei­nen Teil der Woh­nun­gen zu ei­nem fest­ge­leg­ten Preis, die Kom­mu­ne zahlt die Dif­fe­renz. So kann für je­de Woh­nung je­der­zeit ge­prüft wer­den, ob der Mie­ter noch ei­nen Zu­schuss be­nö­tigt, oder nicht.“Da­mit sei auch die so­zia­le Mi­schung in ei­nem Haus grö­ßer. Er­hardt-Ma­cie­je­w­ski hat­te be­reits im Kreis­tag als ein­zi­ges Mit­glied ge­gen den Ver­trag ge­stimmt. Er sieht den Grund­satz der Kom­mu­nal­ver­fas­sung nicht ge­wahrt, nach dem Kom­mu­nen ih­re wirt­schaft­li­che Be­tä­ti­gung auf Zwe­cke zu be­schrän­ken ha­ben, die nicht an­de­re Un­ter­neh­men eben­so gut er­fül­len kön­nen.

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