War­um „Gar­aus“ma­chen?

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - RATGEBER -

Wo­her stammt die Re­de­wen­dung „je­man­dem den Gar­aus ma­chen“?, fragt ei­ne Le­se­rin. Die Wen­dung hat ih­ren Ur­sprung im 15. Jahr­hun­dert in Süd­deutsch­land. Da­mals läu­te­ten die Stadt­wäch­ter das En­de des Ar­beits­ta­ges und das Schlie­ßen der Stadt­to­re mit dem Ruf „gar aus“ein, al­so in der Be­deu­tung von „völ­lig aus“. Das Wort „gar“stammt aus dem mit­tel­hoch­deut­schen „garb, was so viel wie „fer­tig“be­deu­te­te – das Wort er­fuhr ei­ne Be­deu­tungs­er­wei­te­rung im Sin­ne von „zu En­de ge­bracht“und „völ­lig ab­ge­schlos­sen“– et­wa „gar nicht“(über­haupt nicht), aber auch „gar ge­kocht“(fer­tig ge­kocht). „Gar­aus“wur­de als kom­plet­te Wen­dung über­nom­men, die Be­deu­tung wan­del­te sich von „völ­lig aus“zu „ei­ner Sa­che ein En­de be­rei­ten“und dann zu „tö­ten, un­schäd­lich ma­chen“. Es exis­tiert auch ei­ne Pflan­ze na­mens „Gar­aus“, die wohl des­halb so heißt, weil sie als Schma­rot­zer ih­ren Wirts­pflan­zen Nähr­stof­fe ent­zieht.

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