Städ­te­part­ner­schaft fei­er­lich be­sie­gelt

Emp­fang als wür­di­ger Rah­men

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - VORDERSEITE - Von Hei­ke Weiß­ap­fel

Ho­hen Neu­en­dorf.

Ber­ge­r­ac und Ho­hen Neu­en­dorf sind ei­ne neue Städ­te­part­ner­schaft ein­ge­gan­gen. Das Bünd­nis mit der fran­zö­si­schen Ge­mein­de Ber­ge­r­ac wur­de am Frei­tag­abend beim Stadt­emp­fang fei­er­lich be­sie­gelt. Da­zu konn­te Bür­ger­meis­ter Stef­fen Apelt (CDU) nicht nur Da­ni­el Gar­ri­gue als Bür­ger­meis­ter von Ber­ge­r­ac be­grü­ßen, son­dern auch die Ge­mein­de­ober­häup­ter von Ho­hen Neu­en­dorfs an­de­ren Part­ner­kom­mu­nen Müll­heim, Já­now Pod­la­ski und Fürs­ten­au.

„Un­se­re Part­ner­schaf­ten exis­tie­ren nicht im frei­en Raum“, nann­te Apelt ei­nen po­li­ti­schen Aspekt von Städ­te­part­ner­schaf­ten. „Sie sind ganz im eu­ro­päi­schen Kon­text zu se­hen. Gu­te per­sön­li­che Be­zie­hun­gen zwi­schen den Men­schen sind ei­ne so­li­de Ba­sis für ei­ne gu­te Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen den eu­ro­päi­schen Mit­glieds­staa­ten.“Er sor­ge sich um den Zu­stand und die Zu­kunft Eu­ro­pas, sag­te Apelt an­ge­sichts des „Rechts­rucks“in Deutsch­land so­wie in zahl­rei­chen an­de­ren EU-Staa­ten.

Mehr als hun­dert ge­la­de­ne Gäs­te aus Po­li­tik, Bil­dung und Wirt­schaft wa­ren am Abend an­we­send. Sie er­leb­ten auch die Wür­di­gung der dies­jäh­ri­gen Eh­ren­amts­preis­trä­ger mit. Zu­gleich bot der Stadt­emp­fang Ge­le­gen­heit, den neu­en Rat­haus­an­bau zu fei­ern. (hw)

Ho­hen Neu­en­dorf. Neue Städ­te­part­ner­schaft, neue Eh­ren­amts­preis­trä­ger, neu­er Rat­haus­an­bau: Beim Stadt­emp­fang gab es am Frei­tag ei­ni­ges zu fei­ern.

„Bon­soir Mon­sieur le Mai­re!“Der Gruß galt am Frei­tag­abend dem Bür­ger­meis­ter des fran­zö­si­schen Ber­ge­r­ac. Mit ihm hat Ho­hen Neu­en­dorfs Stadt­ober­haupt Stef­fen Apelt (CDU) fei­er­lich die Un­ter­schrif­ten über die „Ju­me­la­ge“, die Städ­te­part­ner­schaft, un­ter­zeich­net.

Apelt stell­te die Part­ner­schaft in sei­ner Re­de in ei­nen grö­ße­ren Zu­sam­men­hang. Dem Rechts­ruck, der in vie­len Staa­ten zu ver­zeich­nen sei, müss­ten die Po­li­ti­ker vor Ort et­was ent­ge­gen­set­zen – „ei­nen gu­ten ehr­li­chen Job ma­chen“, zeig­te sich Apelt über­zeugt. Es sei aber auch die Auf­ga­be von Po­li­ti­kern, sich selbst und der Be­völ­ke­rung be­wusst zu ma­chen, was be­reits er­reicht wor­den sei. „Denn wir le­ben in der längs­ten Frie­dens­pe­ri­ode in Eu­ro­pa mit ei­ner brum­men­den Kon­junk­tur.“Sein Ap­pell war: „Las­sen Sie uns da­zu bei­tra­gen, dass die de­mo­kra­ti­schen Kräf­te die Ober­hand be­hal­ten.“

Ver­tre­ter von ört­li­chen Ver­ei­nen und der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr, Stadt­ver­ord­ne­te und Ver­tre­ter der Nach­bar­ge­mein­den, Po­li­ti­ker und Schul­lei­ter wa­ren der Ein­la­dung am Abend ge­folgt. Die Alt-Bür­ger­meis­ter von Ho­hen Neu­en­dorf und eben­so die der an­de­ren Part­ner­kom­mu­nen Müll­heim, As­trid Sie­mes-Knob­lich, Já­nov Pod­la­ski, Jacek Hu­ra, und Fürs­ten­au, Her­bert Gans, be­fan­den sich un­ter den Gäs­ten und be­grüß­ten die neu­en Part­ner.

Ber­ge­r­acs Bür­ger­meis­ter Da­ni­el Gar­ri­gue und sei­ne Mit­rei­sen­den hat­ten den Tag ge­nutzt, um Ho­hen Neu­en­dorf et­was bes­ser ken­nen­zu­ler­nen und das Ma­rie-Cu­rie-Gym­na­si­um zu be­su­chen. „Das Feld un­se­rer Zu­sam­men­ar­beit wird sehr groß sein“, freu­te er sich auf wei­te­ren Aus­tausch auch von Ju­gend­li­chen bei­der Kom­mu­nen.

„Un­ge­wöhn­lich ge­nug, dass wir mit Müll­heim und Fürs­ten­au zwei deut­sche Städ­te­part­ner ha­ben “, sag­te der Stadt­ver­ord­ne­ten vor­sit­zen­de Dr. Rai­mund Wei­land in sei­ner Re­de. Die Brü­cken des mensch­li­chen Mit­ein­an­ders zwi­schen dem al­ten und dem neu­en Bun­des­ge­biet hal­te er aber auch für „ex­trem wich­tig“. Mit den Part­ner­ge­mein­den Já­nov Pod­la­ski „schla­gen wir in Ho­hen Neu­en­dorf den eu­ro­päi­schen Bo­gen von Po­len im Os­ten nach Frank­reich im Wes­ten“. Die Zu­sam­men­kunft im neu­en Rats­saal be­zeich­ne­te Wei­land als „fast his­to­ri­schen Tag“. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sei­en nun auf­ge­for­dert, „das Po­ten­zi­al des neu­en Ge­bäu­des zu he­ben, das über­ein rei­nes V er wal tungs zweck ge­bäu­de hin­aus­geht “. Für die ei­ge­nen Rei­hen der Po­li­ti­ker fand Wei­land eher mah­nen­de Wor­te. Es gel­te, „sach­ge­rech­te Prio­ri­tä­ten“zu set­zen, weil we­der fi­nan­zi­ell noch per­so­nell al­le In­ves­ti­tio­nen gleich­zei­tig ge­stemmt wer­den könn­ten. Da­zu ge­hö­re auch, ei­ne de­mo­kra­ti­sche Streit­kul­tur zu pfle­gen und der „Mut, nicht im­mer je­den Be­schluss gleich wie­der an­zu­zwei­feln, nur weil da oder dort Kri­tik auf­kommt“. Dar­über hin­aus soll­te die in­ter­kom­mu­na­le Ab­stim­mung ver­stärkt wer­den, fin­det Wei­land. Die Stadt und die Re­gi­on könn­ten ger­ne stär­ker als „Nord bahn ge­mein­den Ober­ha­vel“in Er­schei­nung tre­ten.

Sehr gut kam nicht nur beim pol­ni­schen Pu­bli­kum an, dass Wei­land ei­ne lan­ge Gruß­adres­se an sie rich­te­te, ob­wohl sein Pol­nisch stam­melnd klang und für Hei­ter­keit sorg­te. Den fran­zö­si­schen Text be­herrsch­te er bes­ser. Er ha­be nur den laut schrift­li­chen Text ab­le­sen kön­nen, gab Wei­land spä­ter mit ei­nem Lä­cheln zu. „Ich bin nicht so spra­chen­be­gabt, und Fran­zö­sisch hat­te ich nur in der Schu­le. Aber es ge­hört sich doch, dass wir un­se­re Gäs­te di­rekt an­spre­chen.“

Die sechs Eh­ren­amts preis trä­ger er­hiel­ten für ihr En­ga­ge­ment eben­falls viel Bei­fall – und ei­ne Ur­kun­de, ei­ne Eh­ren­na­del und Blu­men. Am Büf­fet ließ es sich an­schlie­ßend leicht ins Ge­spräch kom­men.

Wei­te­re Fo­tos gibt es un­ter www.moz.de.

Fo­to: Hei­ke Weiß­ap­fel

Freund­schaft­lich ver­bun­den: die Bür­ger­meis­ter von Ho­hen Neu­en­dorf und der fran­zö­si­schen Stadt Ber­ge­r­ac

Fo­tos (3): Hei­ke Weiß­ap­fel

Die fran­zö­si­sche De­le­ga­ti­on: Für die gu­te Ver­stän­di­gung sorgt hier der Ho­hen Neu­en­dor­fer Bru­no Maît­re (Mit­te). Sei­ne Frau Pe­tra Wink­ler-Maît­re hat die Städ­te­part­ner­schaft ver­mit­telt.

Die pol­ni­schen Freun­de lausch­ten den Grü­ßen auf Pol­nisch von Stadt­ver­ord­ne­ten­vor­ste­her Dr. Rai­mund Wei­land mit Ver­gnü­gen.

Die Band Litt­le Num­bers aus Bir­ken­wer­der: Ih­re Mu­sik brach­te per­fek­tes fran­zö­si­sches Flair in den Abend.

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