Für Kin­der ei­ne Zu­mu­tung

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - REGION BLICK IM -

Vor we­ni­gen Ta­gen sah ich ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on über die schwie­rigs­ten Schul­we­ge der Welt. Me­xi­ka­ni­sche

Kin­der muss­ten in drei St­un­den tau­send Hö­hen­me­ter über­win­den, ehe sie auf der Schul­bank sa­ßen. Man könn­te sa­gen: Was sind da­ge­gen 75 oder 90 Mi­nu­ten für ei­nen Schü­ler, der da­bei per Bus durch die Mark ge­schau­kelt wird? Ich sa­ge: Es sind deut­lich zu viel!

Si­cher war es in den 1990erJah­ren nö­tig, in klei­ne­ren Or­ten wei­ter­füh­ren­de Schu­len zu schlie­ßen. Doch vor al­lem für Grund- und För­der­schü­ler soll­ten die Fahr­zei­ten auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert wer­den. Wo­für aber plä­die­ren Ver­wal­tun­gen und Ab­ge­ord­ne­te?: für wei­te­re Schul­we­ge. So ge­schah es vor we­ni­gen Jah­ren, als Hen­nigs­dorfs Stadt­par­la­ment und der Kreis­tag be­schlos­sen, die Hen­nigs­dor­fer För­der­schu­le zu schlie­ßen und die Kin­der tag­täg­lich nach Ora­ni­en­burg zu schi­cken. Die Zeit fehlt den Kin­dern zum Spie­len oder Ler­nen. Wenn der Un­ter­richt um 8 Uhr be­ginnt, müs­sen man­che Knirp­se teils vor 6 Uhr auf­ste­hen. Muss das Kin­dern wirk­lich zu­ge­mu­tet wer­den?

Ro­land Be­cker

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