Erst Bob, dann Cap­puc­ci­no

Am 30. Ok­to­ber er­öff­net Dia­na Bieli­cke ihr „Scheu­nen­werk“/ Ca­fé er­gänzt den Sa­lon

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - KREMMEN / OBERKRÄMER - Von Mar­co Wink­ler

Krem­men. En­de des Mo­nats er­öff­net Dia­na Bieli­cke nicht nur ih­ren neu­en Fri­seur­sa­lon im Scheu­nen­vier­tel. Zum Scheu­nen­werk ge­nann­ten En­sem­ble ge­hört ein se­pa­ra­tes Ca­fé, das sie­ben Ta­ge in der Wo­che ge­öff­net ha­ben wird.

Di­ens­tag, 30. Ok­to­ber, 7 Uhr: Der ers­te Kun­de wird auf ei­nem der zehn Fri­sier­plät­ze im neu­en Sa­lon sei­ne haa­ri­gen Wün­sche äu­ßern oder ein­fach sa­gen: „So wie im­mer, bit­te.“Fri­seur­meis­te­rin Dia­na Bieli­cke wird zu Kamm und Sche­re grei­fen und ihr Hand­werk aus­üben. Die Ge­dan­ken der 45-Jäh­ri­gen könn­ten al­ler­dings noch um den Vor­tag krei­sen, an dem sie mit Kun­den, Hand­wer­kern und Ar­chi­tek­ten die Neu­er­öff­nung ge­fei­ert ha­ben wird.

En­de 2017 schloss die gas­tro­no­mi­sche Bau­ern­scheu­ne im his­to­ri­schen Vier­tel. Dia­na Bieli­cke, seit 2005 selbst­stän­dig, stand plötz­lich vor der Er­fül­lung ih­res Traums, schlug zu, stell­te ei­nen Nut­zungs­än­de­rungs­an­trag, bau­te die Scheu­ne aus. Al­les muss­te raus. Vor 20 Jah­ren wur­de letzt­mals sa­niert. „Wir ha­ben so­gar Strom­lei­tun­gen neu ver­legt“, so die Fri­seu­rin. Mo­men­tan sind die Ma­ler im Sa­lon am Werk. Die Holz­tü­ren wur­den am Frei­tag ge­stri­chen. In den kom­men­den Wo­chen folgt der Auf­bau der Ein­rich­tung. Elek­tri­ker schlie­ßen Steck­do­sen an.

Zeit­gleich lau­fen die letz­ten Han­grif­fe im Ca­fé, das sich di­rekt ne­ben­an be­fin­det. „Es sind zwei un­ter­schied­li­che Ge­wer­ke mit se­pa­ra­ten Ein­gän­gen und Räu­men“, so Dia­na Bieli­cke. An­bie­ten will sie mit ih­rer Mut­ter je­den Tag Kaf­fee und Ku­chen von 11 bis 17 Uhr, die Öff­nungs­zei­ten des Fri­seurs blei­ben wie im ehe­ma­li­gen Sa­lon. Sie will ihr „Scheu­nen­werk – Fri­seur und Ca­fé“lang­sam eta­blie­ren. „Ei­ne Win­ter- und Som­mer­sai­son zie­he ich wie ge­plant durch. Dann wird sich zei­gen, wo wir nach­bes­sern müs­sen.“

Im Ge­spräch wirkt Dia­na Bieli­cke ru­hig und un­auf­ge­regt. Doch die zu­rück­lie­gen­den Mo­na­te zerr­ten an ih­rem Ner­ven­kos­tüm wie ein Kind am Rock­zip­fel der über­las­te­ten Mut­ter. Kun­den zeig­ten sich skep­tisch, der Scheu­nen­vier­tel­ver­ein äu- ßer­te Be­den­ken, der Nut­zungs­an­trag ließ auf sich war­ten, der Streit ums be­hin­der­ten­ge­rech­te WC wur­de nach lan­ger Lö­sungs­su­che ge­klärt – es kommt in die Tou­ris­ten-In­fo. „Ich weiß nicht, ob ich es oh­ne den Rück­halt mei­ner Fa­mi­lie ge­schafft hät­te“, sagt sie. Auch ihr vier­köp­fi­ges Team ha­be hin­ter ihr ge­stan­den. Als Nächs­tes will sie dem Scheu­nen­vier­tel­ver­ein bei­tre­ten und ih­re Scheu­ne ei­nem Mu­si­ker zur nächs­ten Blues-Nacht an­bie­ten. „Ich möch­te da­bei sein“, sagt sie über ihr neu­es Ge­schäfts­um­feld.

Ihr ak­tu­el­ler Fri­seur­la­den in der Damm­stra­ße 28 bleibt nicht leer. „Ei­ne mo­bi­le Fri­seu­rin, die ich sehr schät­ze, wird hier ein­zie­hen“, sagt Dia­na Bieli­cke.

Fo­tos: Mar­co Wink­ler

Seit 13 Jah­ren selbst­stän­dig: Fri­seur­meis­te­rin Dia­na Bieli­cke er­füllt sich mit ih­rem „Scheu­nen­werk“ei­nen Traum.

Noch sieht al­les nach Bau­stel­le aus: Der künf­ti­ge Sa­lon wird weit­aus ge­räu­mi­ger als Dia­na Bieli­ckes al­ter La­den.

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