An­pa­cken statt me­ckern

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - REGION IM BLICK - Til­man Trebs

Vor zwei Jah­ren bin ich mit zwei Stadt­hof­mit­ar­bei­tern mal Laub­sam­meln ge­fah­ren. Ich woll­te ein­fach wis­sen, wie lan­ge das dau­ert. War­um? Jahr für Jahr wird in der Kreis­stadt das glei­che Kla­ge­lied an­ge­stimmt. An­woh­ner har­ken das Laub von den Stra­ßen­bäu­men vor ih­ren Gär­ten zu­sam­men. Dann kommt der Stadt­hof und holt es ab. Das kann je nach Win­ter­wet­ter bis zum März dau­ern, wo­für vie­le kein Ver­ständ­nis ha­ben. Aber die Laub­hau­fen ein­zu­sam­meln, dau­ert eben, trotz flei­ßi­ger Män­ner und Die­selsau­ger. Bei Frost kle­ben die Blät­ter an­ein­an­der oder am Stamm. St­ei­ne in den Hau­fen set­zen gern mal die Sau­ger au­ßer Ge­fecht. Und der Bür­ger me­ckert. Im Grun­de ist das ei­ne Zu­mu­tung für al­le Be­tei­lig­ten und des­halb die Fra­ge be­rech­tigt, ob es nicht bes­ser wä­re, je­der küm­mert sich um sei­nen ei­ge­nen Hau­fen vor der Tür, bringt ihn zum Laub­sam­mel­platz der Stadt. Der Stadt­hof könn­te sich um das Laub der Al­ten, Be­hin­der­ten und öf­fent­li­chen Plät­ze so­wie um die Din­ge küm­mern, von de­nen der Bür­ger auch be­haup­tet, dass sie nicht er­le­digt wer­den. Und al­le sind zu­frie­den.

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