Wer­den Sie Youtuber!

Vie­le träu­men von ih­rem ei­ge­nen Youtu­be-ka­nal. Doch wie geht das ei­gent­lich? Wir zei­gen es am Bei­spiel Ga­mer­vi­deo – von der Auf­nah­me des Ma­te­ri­als über In­tro und Mu­sik bis zum Schnitt.

MacBIBEL - - INHALT -

Ein­stieg leicht ge­macht: Al­les, was Sie über den Auf­bau ei­nes Youtube­ka­nals wis­sen müs­sen

So­ge­nann­te „Let’s Play“-vi­de­os sind auf Youtu­be mit das er­folg­reichs­te Gen­re: Laut web­vi­deo.com fin­den sich un­ter den 100 er­folg­reichs­ten Youtu­be-ka­nä­len gan­ze 25 Ga­mes­ka­nä­le. Bei Let’s-play-vi­de­os wer­den ein­fach Spie­le wie Mine­craft oder ak­tu­el­le Ti­tel auf Kon­so­len, PC oder Mac ge­spielt, und der Spie­ler kom­men­tiert das Ge­sche­hen.

Let’s Play­er wer­den zu Stars

Oft geht es da­bei nicht nur um das Spiel selbst, son­dern der Zu­schau­er er­fährt mit der Zeit auch viel über den Spie­ler und sei­ne Mit­strei­ter – häu­fig wird nicht nur al­lein, son­dern in Mul­ti­play­er-du­el­len ge­spielt. Pro­mi­nen­te Let’s Play­er wie Gron­kh ver­zeich­nen fast 5 Mil­lio­nen Abon­nen­ten und sind rich­ti­ge Stars ge­wor­den. Es gibt kin­der­freund­li­che Let’s Play­er wie der Mine­craft-spie­ler Cha­os­flo44, der selbst noch in die Schu­le geht. Die Youtuber wer­den bei Auf­trit­ten auf Ga­me Con­ven­ti­ons ge­fei­ert wie Stars und kön­nen teil­wei­se von ih­rem Hob­by so­gar le­ben. Das mo­ti­viert na­tür­lich vie­le Nach­ah­mer. Doch wie pro­du­ziert man ei­gent­lich ein Let’s-play­vi­deo? Und was braucht da­zu? Wir zei­gen Ih­nen die Zu­ta­ten und ei­nen Bei­spiel­ab­lauf mit der der­zeit be­lieb­tes­ten Spiel­kon­so­le Play­sta­ti­on 4. Da­mit klappt die Auf­nah­me oh­ne gro­ße Zu­satz-hard­ware.

Ein­fa­che Auf­nah­me

Ei­gent­lich las­sen sich Ga­me-vi­de­os im Ver­gleich zu an­de­ren Youtu­be-in­hal­ten, wo Sie ein Stu­dio,

Be­leuch­tung, Mi­kro­fo­ne, Mo­de­ra­to­ren und et­was Auf­nah­me­e­quip­ment wie ipho­ne und Sta­ti­ve brau­chen, sehr ein­fach und schnell pro­du­zie­ren. Die Play­sta­ti­on 4 bringt ei­ne ein­ge­bau­te Auf­nah­me­funk­ti­on mit: Im Hin­ter­grund zeich­net sie ei­gent­lich im­mer das ak­tu­el­le Spiel­ge­sche­hen auf. Mit der „Sha­re“-tas­te am Controller lässt sich ei­ne be­stimm­te Zeit­span­ne dann als Vi­deo auf die Fest­plat­te in der Auf­nah­me­ga­le­rie spei­chern und ein­fach per Usbstick zum Mac ko­pie­ren.

Bei Let’s-play-vi­de­os spricht der Mo­de­ra­tor meist li­ve und oh­ne all­zu vie­le Schnit­te ein­fach zum Spiel. Den Ton kön­nen Sie eben­falls re­la­tiv sim­pel auf­neh­men: Es reicht, ei­nen gu­ten Ga­mer-kopf­hö­rer an­zu­schaf­fen. Die­sen kön­nen Sie per Ka­bel in den Play­sta­ti­on-4-controller ein­ste­cken und dann ein-

fach ins Mi­kro­fon beim Spie­len spre­chen. An der Play­sta­ti­on müs­sen Sie nur noch ein­stel­len, dass der ge­spro­che­ne Ton mit auf­ge­zeich­net wird. Die Laut­stär­ke der Spra­che zum Spiel kön­nen Sie ein­fach über die Laut­stär­ke­re­ge­lung am Kopf­hö­r­er­ka­bel ein­stel­len. Hier emp­feh­len sich ein paar Tests, be­vor es an die rich­ti­ge Auf­nah­me geht.

Im Let’s-play-gen­re las­sen sich, da meist das Spiel wie in ei­ner Live­über­tra­gung in Echt­zeit ge­zeigt und in ei­nem Ta­ke dar­über ge­spro­chen wird, re­la­tiv schnell Vi­de­os in gro­ßer Län­ge pro­du­zie­ren – wäh­rend in an­de­ren Be­rei­chen schon ein paar Mi­nu­ten viel Ar­beit in der Pro­duk­ti­on und beim Schnitt be­deu­ten.

Wei­te­re Zu­ta­ten: In­tro und Mu­sik

Wenn Sie Youtu­be-vi­de­os pro­du­zie­ren, ist das ei­gent­lich ein biss­chen, wie ei­nen ei­ge­nen Tv-sen­der oder ei­ne Sen­dung zu ha­ben. Es braucht ein In­tro, ein paar Gra­fi­ken und ei­ge­ne Mu­sik, wenn es rich­tig gut wir­ken soll. Die bes­ten Youtuber ha­ben al­le ein rich­ti­ges Er­schei­nungs­bild, an dem sie die Fans wie­der­er­ken­nen. Aus­re­den wie „ich kann kei­ne Gra­fik“und „ich kann kei­ne Mu­sik ma­chen“gel­ten heu­te nur be­dingt, denn es gibt Hil­fen, mit de­nen es ei­gent­lich fast je­der schafft. Beim In­tro hel­fen Ge­ne­ra­to­ren im Web mit Vor­la­gen. Hier reicht es, ei­nen Text ein­zu­ge­ben, ein Bild hoch­zu­la­den und aufs Knöpf­chen zu drü­cken – fer­tig ist das ei­ge­ne Ren­der-in­tro. Bei der Mu­sik kommt Ga­ra­ge­band sehr zur Hil­fe. Mit dem neu­en Loop-mo­dus auf dem ipho­ne oder ipad ge­lingt es schnell, ei­ge­ne Mu­sik zu star­ten und am Mac fer­tig­zu­stel­len. Al­ter­na­tiv klappt es auch, mit den Lo­ops in Ga­ra­ge­band auf dem Mac schnell ein paar Hin­ter­grund­mu­sik-beats oder So­und­schnip­sel zu pro­du­zie­ren.

Qua­li­tät ist wich­tig für den Er­folg

Im Schnitt mit imo­vie kom­men dann al­le Ele­men­te zu­sam­men: Das Ma­te­ri­al von der Spiel­kon­so­le, die Hin­ter­grund­mu­sik, das In­tro und viel­leicht noch ein paar Ein­blend­ta­feln. Ge­ne­rell gilt: Je hoch­wer­ti­ger Sie sich bei Bild­qua­li­tät, Ton und Schnitt prä­sen­tie­ren, des­to bes­ser sind die Er­folgs­aus­sich­ten. Kei­ner hat Lust – bei dem Über­an­ge­bot auf Youtu­be – sich lan­ge über­steu­er­ten oder zu lei­sen Ton an­zu­tun.

Im­mer dran­blei­ben

Youtu­be ist dar­an in­ter­es­siert, dass Sie er­folg­reich blei­ben, und hebt neue Vi­deo­ka­nä­le an­fangs an die Ober­flä­che im An­ge­bot. Die Start­hil­fe gibt es aber nur, wenn Sie dran­blei­ben und in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den neue Fol­gen ver­öf­fent­li­chen. Set­zen Sie sich da­bei aber ein Pen­sum, das zu schaf­fen ist – wie zum Bei­spiel ei­ne Fol­ge pro Wo­che oder al­le paar Ta­ge. Tun Sie au­ßer­dem al­les, um ge­fun­den zu wer­den: Nut­zen Sie in­ter­es­san­te Be­schrei­bun­gen und Schlüs­sel­wör­ter. Die kön­nen Sie sich von an­de­ren, schon er­folg­rei­chen Ka­nä­len aus der glei­chen Spar­te zum Teil ab­schau­en. Hier gilt aber auch Ehr­lich­keit: We­cken Sie In­ter­es­se, Ver­spre­chun­gen in den Be­schrei­bun­gen und Key­words müs­sen dann aber auch im Vi­deo ein­ge­löst wer­den, sonst ver­är­gern Sie die Zu­schau­er. Tei­len und be­wer­ben Sie ih­re Vi­de­os da­zu in So­ci­al-me­dia-ka­nä­len wie Face­book. Dann gilt es na­tür­lich, auch ei­ne gu­te Be­zie­hung zu den Zu­schau­ern und Abon­nen­ten zu pfle­gen. Re­agie­ren Sie auf net­te Kom­men­ta­re und Fra­gen, be­dan­ken Sie sich für Lob und kon­struk­ti­ve Kri­tik. Es ge­hört al­so nicht nur der Zeit­auf­wand für das Pro­du­zie­ren der Vi­de­os da­zu, son­dern auch das Pfle­gen der Com­mu­ni­ty nimmt viel Zeit und Mü­he in An­spruch.

Es ge­hört nicht nur der Zeit­auf­wand für das Pro­du­zie­ren der Vi­de­os da­zu – auch der Kon­takt zur Com­mu­ni­ty will ge­pflegt wer­den.

Der ei­ge­ne Ga­ming­ka­nal auf Youtu­be lässt sich mit re­la­tiv we­nig Auf­wand star­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.