KUN­TER­BUN­TER BAU­ERN­GAR­TEN

Mein Landgarten - - Inhalt - TEXT: Andrea Franz FO­TOS: Jer­ryHar­pur, Mar­cus Har­pur

In die­ser Gar­ten­form ma­len Nut­zund Zier­pflan­zen zu­sam­men ein üp­pi­ges Bild – so funk­tio­niert das.

Li­li­en ne­ben Lauch und DAHLIENNEBEN DILL – im Bau­ern­gar­ten ma­len Zier- und NUTZ­PFLAN­ZEN zu­sam­men ein üp­pi­ges Bild. Sti­lis­ti­sche oder the­ma­ti­sche Schwer­punk­te ver­hin­dern das Cha­os im COT­TA­GE-GAR­TEN.

Oben: Auch hier lau­tet das The­ma „Schnitt­blu­men“; ne­ben Dahli­en ge­dei­hen Blu­men­rohr und Stau­den­son­nen­blu­men. Rechts: Wenn Sie Schnitt­blu­men an­bau­en, soll­ten Sie im­mer ei­ne aus­rei­chend gro­ße Zahl pflan­zen, da­mit Ihr Gar­ten auch nach dem Ern­ten at­trak­tiv bleibt. Ganz rechts: Im Beet wie im Strauß ist es wich­tig, un­ter­schied­li­che Blü­ten­for­men wie von Rit­ter­sporn, Schaf­gar­be und Glo­cken­blu­me zu kom­bi­nie­ren.

Merk­mal ei­nes ty­pi­schen Bau­ern- oder Cot­ta­ge-Gar­tens ist das Ne­ben­ein­an­der von Zier- und Nutz­pflan­zen. Und nie­mand schreibt vor, wie Obst, Ge­mü­se, Kräu­ter und Blu­men dar­in an­zu­ord­nen sei­en. Das macht die­sen Gar­ten­typ viel­fäl­tig und fle­xi­bel. Er kann auf un­ter­schied­li­che Wei­sen in­ter­pre­tiert und so­wohl dem per­sön­li­chen Ge­schmack als auch den Ge­ge­ben­hei­ten vor Ort an­ge­passt wer­den. Er ist in ei­nem städ­ti­schen Um­feld eben­so zu Hau­se wie in ei­ner länd­li­chen Um­ge­bung, in ei­nem gro­ßen Gar­ten eben­so wie in ei­nem klei­nen. In je­dem Fall aber ist der Stil des Cot­ta­ge-Gar­tens un­kom­pli­ziert und re­la­tiv pfle­ge­leicht. Doch das Ne­ben­ein­an­der un­ter- schied­li­cher Pflan­zen kann wirr und pl­an­los wir­ken. Ge­stal­ten Sie Ih­ren Gar­ten des­halb nach Ih­rem be­vor­zug­ten Stil, zum Bei­spiel ro­man­tisch oder for­mal, nütz­lich oder ma­le­risch. Ei­ne an­de­re Mög­lich­keit ist, dem Gar­ten ein The­ma wie et­wa „Duft­pflan­zen“oder „Schnitt­blu­men“zu ge­ben. Wir stel­len Ih­nen ein paar Gestal­tungs-Bei­spie­le vor.

DER DUFTGARTEN Von al­len un­se­ren Sin­nen löst der Ge­ruchs­sinn die stärks­te emo­tio­na­le Re­ak­ti­on aus. Gleich­zei­tig kön­nen köst­lich duf­ten­de Pflan­zen da­zu bei­tra­gen, mit ei­ner Art von na­tür­li­cher Aro­ma­the­ra­pie ei­ne ent­spann­te At­mo­sphä­re zu schaf­fen. Das Ziel des Cot­ta­ge-Gar­ten­plans von

Sei­te 45 ist es, ei­nen von Düf­ten durch­weh­ten Ort der Ruhe zu kre­ieren, an dem man sich von der Ge­schäf­tig­keit der Welt er­ho­len und Geist und Kör­per be­le­ben kann. Der Auf­ent­halts­be­reich liegt des­halb in der Mit­te des Gar­tens, um mit mög­lichst vie­len duf­ten­den Pflan­zen in der un­mit­tel­ba­ren Um­ge­bung ei­ne ma­xi­ma­le Wir­kung auf den Ge­ruchs­sinn zu er­zie­len. Wei­te­re Duft­ak­zen­te ge­hen vom Weg aus, der mit Kie­fern­holz-Schnit­zeln aus­ge­streut ist, die be­son­ders an son­ni­gen Ta­gen ein kräf­ti­ges Harza­ro­ma ver­strö­men.

DER NÜTZ­LI­CHE GAR­TEN Ein mo­der­ner Ge­mü­se­gar­ten be­deu­tet so viel mehr als der Kü­chen­gar­ten ver­gan­ge­ner Zei­ten: Er ist ei­ne ganz be­wuss­te Hom­mage an Ge­mü­se, Kräu­ter und Obst, die eben­so ih­rer Schön­heit we­gen kul­ti­viert wer­den wie we­gen ih­rer Nütz­lich­keit und ih­res Nähr­werts. Mit ver­schie­de­nen Ge­mü­sen lässt sich im Zier­gar­ten ei­ne äu­ßerst de­ko­ra­ti­ve Wir­kung er­zie­len, ob nun die ein­zel­nen Gar­ten­be­rei­che streng von­ein­an­der ge­trennt sind wie im tra­di­tio­nel­len Bau­ern­Gar­ten oder kei­ner­lei fes­te Gren­zen mehr exis­tie­ren. In der Tat ist bei der letz­ten Va­ri­an­te, bei der so man­ches Ge­mü­se auch in Ra­bat­ten und Bee­ten mit Zier­pflan­zen zu fin­den ist, bes­tens auf den Stil des Cot­ta­ge-Gar­tens zu über­tra­gen. So wach­sen Ka­rot­ten ne­ben Glo­cken­blu­men, To­ma­ten Sei­te an Sei­te mit Wie­sen­rau­te und Boh­nen ran­ken sich an Klet­ter­hil­fen hoch, wo­durch der Gar­ten an Hö­he ge­winnt. Sie kön­nen aber auch nur mit Nutz­pflan­zen ei­nen at­trak­ti­ven Gar­ten ge­stal­ten. So gibt es zahl­rei­che bunt­lau­bi­ge Sa­lats­or­ten, ge­scheck­te Boh­nen, Ge­mü­se mit spek­ta­ku­lä­ren Blät­tern wie die der Ar­ti­scho­cke. Oder sie las­sen den Schnitt­lauch Blüten trei­ben. Die­se kann man eben­so über ei­nen Sa­lat streu­en wie sei­ne Hal­me. Obst­bäu­me brin­gen mit Blüten, Früch­ten und gel­bem Herbst­laub die gan­ze Sai­son über Far­be in den Gar­ten.

DER MA­LE­RI­SCHE GAR­TEN kann auf zwei Ar­ten ent­ste­hen: Ent­we­der sie las­sen sich von ei­nem Ge­mäl­de in­spi­rie­ren und ver­su­chen es im Gar­ten nach­zu­pflan­zen. Oder Sie ent­wer­fen ein neu­es Kunst­werk und be­nut­zen da­bei die Schau­fel als Pin­sel und die Pflan­zen als Pa­let­te. Ger­tru­de Je­kyll war die ers­te, die die Farbtheo­rie aus der Ma­le­rei auf die Pla­nung von Bee­ten und Ra­bat­ten über­trug. Die An­wen­dung die­ser Theo­rie ist nicht ganz ein­fach, da man es mit ei­nem Ma­te­ri­al mit vie­len Di­men­sio­nen zu tun hat, die al­le gleich­zei­tig be­rück­sich­tigt wer­den müs­sen. Die An­la­ge ei­nes ge­lun­ge­nen ma­le­ri­schen Bee­tes, des­sen Ein­zel­kom­po­nen­ten per­fekt auf­ein­an­der ab­ge­stimmt sind, ist des­halb ei­ne ei­ge­ne Kunst­form.

Oben: Ei­ne Wie­se in Clau­de Mo­nets Gar­ten: Mohn­blü­ten ma­len im­pres­sio­nis­ti­sche Farb­tup­fer un­ter ei­ne Hoch­stamm­ro­se in vol­ler Blü­te.

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