MIT KRÄU­TERN HEI­LEN

HEI­LEN & GE­NIES­SEN

Mein Landgarten - - Inhalt - TEXT: Ste­fa­nie Sy­ren FO­TOS: Kräu­ter­dorf Ir­schen, Team 5/fo­to­lia

Wie­man Kräu­ter ver­ar­bei­tet und ein­setzt, er­fährt man in Ir­schen.

Der Duft frisch ge­pflück­ter Min­ze oder ME­LIS­SE ge­hört zum Som­mer wie die Kräu­ter der Pro­vence in die Kü­che. Da­bei sind die meis­ten ARO­MA-PFLAN­ZEN pfle­ge­leicht und las­sen sich ein­fach selbst zie­hen und ern­ten.

Sie sind wah­re Al­les­kön­ner, wach­sen in den meis­ten Gärten oder un­be­ach­tet am We­grand. Kräu­ter ver­lei­hen Ge­rich­ten ei­nen un­nach­ahm­li­chen Ge­schmack, lin­dern Krank­hei­ten, schmü­cken den Gar­ten mit ih­ren Blüten und ver­strö­men ei­nen an­ge­neh­men Duft. Bo­ta­nisch ge­se­hen gel­ten zwar nur Ar­ten, die im Win­ter bis zum Bo­den abst­er­ben als Kräu­ter, in der All­tags­spra­che hat sich die Be­zeich­nung aber längst als Kurz­form für Duft- und Aro­ma­pflan­zen ein­ge­bür­gert und meint auch ver­hol­zen­de Pflan­zen wie Sal­bei und La­ven­del. An ei­nem son­ni­gen Platz ge­dei­hen die­se wär­me­lie­ben­den Zwerg­ge­höl­ze am bes­ten. Ge­mein­sam mit Thy­mi­an, Ros­ma­rin und Ba­si­li­kum wächst mit die­sen Kräu­tern der Ge­schmack der me­di­ter­ra­nen Kü­che in Ih­rem Gar­ten. Pe­ter­si­lie, Schnitt­lauch und Dill sind eben­falls ein Muss und wan­dern vom Gar­ten di­rekt in die Sa­lat­schüs­sel, wäh­rend die zahl­lo­sen Min­ze­ar­ten meist als Tee ge­nos­sen wer­den. Mit Bor­retsch, Rin­gel­blu­me oder In­dia­ner­nes­sel ho­len Sie sich zu­dem ei­ne Blü­ten­pracht in den Gar­ten, die fast ver­ges­sen lässt, dass sich die­se Pflan­zen auch in Sa­la­ten oder als Tee ge­nie­ßen las­sen. Auch auf dem Bal­kon, in Kü­beln oder Käs­ten wach­sen die meis­ten Kräu­ter pro­blem­los. Vie­le Aro­ma­pflan­zen wie Zi­tro­nen­ver­be­ne, Lor­beer oder Ros­ma­rin sind in Mit­tel­eu­ro­pa nicht win­ter­hart und soll­ten oh­ne­hin bes­ser in Töp­fen ge­hal­ten wer­den. Ro­bus­te­re Ge­würz­stau­den wie Lieb­stö­ckel, Me­lis­se oder Sal­bei kön­nen Sie so­gar drau­ßen über­win­tern. Da­mit die Töp­fe nicht

durch­frie­ren, soll­ten Sie sie in Nop­pen­fo­lie ein­pa­cken und dicht an die Haus­wand rü­cken. Bei frost­frei­em Wetter dür­fen Sie durch­aus zur Gieß­kan­ne grei­fen, sonst ver­trock­nen die Kräu­ter. Ein­jäh­ri­ge wie Dill, Ko­ri­an­der oder Ba­si­li­kum ge­dei­hen oh­ne­hin bes­tens im Topf und kön­nen pro­blem­los aus Sa­men ge­zo­gen wer­den. Auch Gar­ten­be­sit­zer, die schon ein­mal er­lebt ha­ben, wie ei­ne Schne­ckenAr­mee die müh­sam ge­zo­ge­nen Ba­si­li­kumpf­länz­chen in nur ei­ner Nacht kom­plett ver­speis­ten, grei­fen ger­ne zum Topf und stel­len die Kräu­ter kur­zer­hand in schne­cken­si­che­rer Hö­he auf. Nicht im­mer liegt es an den schlei­mi­gen Pla­ge­geis­tern, wenn die Kräu­ter nicht so ge­dei­hen wie er­hofft. Manch­mal sind die Aro­ma­pf­länz­chen selbst schuld: Pfef­fer­min­ze und Ka­mil­le be­hin­dern sich bei­spiels­wei­se ge­gen­sei­tig beim Wach­sen, eben­so Zi­tro­nen­me­lis­se und In­dia­ner­nes­sel. Die Pe­ter­si­lie macht sich das Le­ben so­gar selbst schwer. Sie ist mit sich selbst un­ver­träg­lich und soll­te je­des Jahr an ei­nem an­de­ren Platz ge­pflanzt wer­den. Trotz­dem, die meis­ten Kräu­ter ver­lan­gen kei­nen grü­nen Dau­men und sind be­lieb­te Gar­ten­pflan­zen. In Kärn­ten hat sich so­gar ein gan­zes Dorf den Kräu­tern ver­schrie­ben. Der 2.000-See­len-Ort Ir­schen zählt mitt­ler­wei­le 32 Kräu­ter­bau­ern und bie­tet sei­nen Gäs­ten spe­zi­el­le Se­mi­na­re, Wan­de­run­gen und Schau­gär­ten. Das Kräu­ter­fes­ti­val 2014 fin­det vom 5. bis 6. Ju­li statt und wird mit ku­li­na­ri­schen Spe­zia­li­tä­ten, Markt und Vor­trä­gen ge­fei­ert. In­for­ma­tio­nen: Kräu­ter­dorf Ir­schen, A-9773 Ir­schen im Drau­tal, Tel. 00 43-47 102 37 72, Fax -47 10-2 37 73, www.ir­schen.com

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