Ma­ry Roos

Sän­ge­rin Ma­ry Roos, 66, ist viel­sei­tig und er­folg­reich – und glück­li­cher Sing­le. War­um das so ist, er­zählt sie in MEINS

Meins - - Inhalt - VON ANGI BRINK­MANN

„Fürs Glück brauch’ ich kei­nen mann“

Mit dem Ti­tel „Auf­recht geh’n“trat sie 1984 für Deutsch­land beim Eu­ro­vi­si­on Song Con­test an – es könn­te bis heu­te ihr Mot­to sein. Ma­ry Roos ist herr­lich bo­den­stän­dig und im­mer scho­nungs­los ehr­lich – ins­be­son­de­re sich selbst ge­gen­über. Und sie hat­te es nicht im­mer leicht. Acht Jah­re war sie mit der Schla­ger-Ul­k­nu­del Gott­lieb Wen­de­hals (heu­te 74) ver­hei­ra­tet, aus der Be­zie­hung stammt auch Sohn Ju­li­an, 28. Die Ehe ging un­schön aus­ein­an­der. 24 Jah­re spä­ter ent­brann­te ein er­bit­ter­ter Ro­sen­krieg, nach­dem der Sän­ger in sei­ner Bio­gra­fie pein­li­che De­tails ver­öf­fent­lich­te. Heu­te ist Ma­ry Roos ent­spann­ter Sing­le und ganz bei sich, wie man im In­ter­view deut­lich merkt. Sie ist ei­ne Frau, die schnell im Kopf und vol­ler In­ter­es­sen ist, das Le­ben mit Lei­den­schaft um­armt. Und ge­nau weiß, was sie will. WOW! MEINS: Mit neun Jah­ren die ers­te Sing­le, seit 55 Jah­ren im Show­ge­schäft – da bleibt we­nig Zeit zum Luft­ho­len … Ma­ry Roos: Frü­her war ich im­mer so to­tal ver­plant, trau­te ich mich auch nie zu sa­gen: „Das möch­te ich nicht!“Heu­te tue ich das – und ich ver­su­che auch ganz viel Neu­es. Ich ha­be sehr viel Ver­trau­en ins Le­ben – fast mit der Nai­vi­tät ei­nes Kin­des … MEINS: Sie wir­ken um­wer­fend freund­lich und of­fen …

Ma­ry Roos: Ja! Das ist mir wich­tig. Wer sich ver­stellt, darf sich nicht wun­dern, wenn’s schief­läuft. Es gibt ei­nen tol­len Spruch: „Je­mand an­de­res sein zu wol­len ist die Ver­schwen­dung dei­ner Per­son!“

MEINS: Wie ge­hen Sie da­mit um, wenn der Wind mal or­dent­lich von vorn bläst? Ma­ry Roos: Din­ge, die ich nicht än­dern kann, muss ich an­neh­men und das Bes­te dar­aus ma­chen. Ich las­se mich von nichts un­ter­krie­gen, weil mir das Le­ben so ge­fällt.

MEINS: und was bringt Ma­ry Roos aus der fas­sung?

Ma­ry Roos: Un­ge­rech­tig­keit! Ins­be­son­de­re im In­ter­net, wo jetzt je­der sei­ne Mei­nung zu je­dem sa­gen kann, und das an­onym – schreck­lich! Was bil­den sich die­se Leu­te ein? Wir

müs­sen uns dem ent­ge­gen­stel­len, un­se­re Kin­der schüt­zen und uns ernst­haft fra­gen: Wo geht das hin? MEINS: Der­art am Puls der Zeit – wie häu­fig sind Sie on­li­ne?

Ma­ry Roos: Je­den Tag! Ich be­stel­le on­li­ne, ich ge­he auf die Face­book-Sei­te von an­de­ren Men­schen und füh­re mei­ne ei­ge­ne Sei­te für mei­ne Fans … MEINS: Was ge­fällt Ih­nen be­son­ders an der heu­ti­gen Zeit? Ma­ry Roos: Man kann wun­der­bar äl­ter wer­den und darf da­bei mo­disch ganz auf der Hö­he blei­ben. Wir sind frei und dür­fen uns zei­gen. Kei­ner zwingt dich wie frü­her in ein Kor­sett und sagt: „Du kannst in dei­nem Al­ter kei­ne kur­zen Rö­cke mehr tra­gen“. Ich tra­ge kurz, war­um auch nicht? Ich ha­be schö­ne Bei­ne!

Heu­te traue ich mich zu sa­gen: „Das möch­te ich nicht!“

MEINS: al­ler­dings, Kom­pli­ment! Schränkt Sie das Äl­ter­wer­den gar nicht ein?

Ma­ry Roos: Doch, doch! Ich tra­ge zum Bei­spiel kei­ne Spa­ghet­ti­trä­ger, ich möch­te mich im Spie­gel an­gu­cken kön­nen. Man soll­te nicht auf 20 ma­chen, nichts macht ei­ne Frau äl­ter.

MEINS: Be­schrei­ben Sie Ih­re Ein­stel­lung zum Le­ben … Ma­ry Roos: Für mich ist das Glas im­mer halb voll. Men­schen, die „Ach, im­mer ich …“kla­gen, kann ich gar nicht er­tra­gen. MEINS: Was macht Sie glück­lich? Ma­ry Roos: Freun­de an mei­nen gro­ßen Holz­tisch ein­la­den, stun­den­lang am Strand sit­zen, all so was.

Ich den­ke so oft: „Mein Gott, geht es mir gut!“, und ha­be das Ge­fühl, dass ich jetzt erst rich­tig le­be.

MEINS: Wie be­geg­nen Sie trau­ri­gen Mo­men­ten? Ma­ry Roos: Die las­se ich zu, dann heu­le ich ’ne Run­de, und dann heißt es: „Auf­ste­hen, Krön­chen rich­ten, wei­ter­ge­hen!“MEINS: Hö­ren Sie bei wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen eher auf den Bauch oder auf den Kopf?

Ma­ry Roos: Mein Bauch re­agiert sehr gut. Über­haupt sind mir al­le mei­ne Sin­ne sehr wich­tig. Wenn ich Pro­ble­me ha­be und nach­den­ken möch­te, le­ge ich mich in die hei­ße Ba­de­wan­ne. MEINS: Was an sich mö­gen Sie? Ma­ry Roos: Ich bin sehr ehr­lich, sa­ge je­dem die Mei­nung. Und man sagt mir, dass ich sehr warm­her­zig bin, ich neh­me mir Zeit für Men­schen. MEINS: Was an sich mö­gen Sie we­ni­ger? Ma­ry Roos: Ich bin sehr un­ge­dul­dig! MEINS: Ihr ganz per­sön­li­ches Schön­heits­re­zept? Schlaf? Creme? aqua­jog­ging? Ma­ry Roos: Ich rau­che nicht, ich trin­ke nichts, und ich ha­be ein son­ni­ges Ge­müt. Das ist al­les. Ei­gent­lich bin ich ei­ne ganz lang­wei­li­ge Per­son (lacht). MEINS: In Ih­rer Bran­che ist der Wunsch, lan­ge jung aus­zu­se­hen, sehr prä­sent. Wie ste­hen Sie da­zu? Ma­ry Roos: Das muss je­der für sich fin­den. Ich war­te auf die Pil­le, die man nimmt, und schwupp, ist man wie­der jün­ger. Mit dem Wis­sen von heu­te noch ein­mal 30 sein – das wä­re ein Kra­cher (lacht)! MEINS: Was zeich­net uns rei­fe frau­en denn aus? Ma­ry Roos: Wir kön­nen fünf Sa­chen auf ein­mal ma­chen, wir pa­cken al­les an, ver­schie­ben nichts. Und das ist völ­lig nor­mal. Und wir sind klug und wis­sen: Män­ner muss man lo­ben, dann ma­chen die al­les.

MEINS: Was ha­ben uns Män­ner vor­aus? Ma­ry Roos: Ih­re Selbst­si­cher­heit der ei­ge­nen Per­son ge­gen­über.

Mir ge­fällt das wie Le­ben ge­nau so, es ge­ra­de ist!

BaR­fuSS IM SaNd und den Wind in den Haa­ren – Ma­ry Roos liebt den Som­mer am Meer

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