Pfle­ge

Wenn wir für un­se­re Lie­ben ein Pfle­ge­heim su­chen müs­sen, stellt sich die Fra­ge: Wie fin­den wir ein gu­tes?

Meins - - Inhalt - VON ALEX EMUNDS

Wenn ma­ma ein Heim braucht

Un­se­re An­ge­hö­ri­gen in ei­ner gu­ten Um­ge­bung zu wis­sen wün­schen wir uns al­le. Erst recht, wenn die Un­ter­brin­gung in ei­nem Pfle­ge­heim die bes­se­re Al­ter­na­ti­ve für die Zu­kunft sein soll. Doch wie fin­den wir das rich­ti­ge? Pfle­ge­ex­per­tin Cat­ha­ri­na Han­sen von der Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW klärt die wich­tigs­ten Fra­gen.

Ich ha­be ein Pfle­ge­heim aus­ge­guckt. Wo in­for­mie­re ich mich über die Qua­li­tät?

Zum Bei­spiel bei der ört­li­chen Ge­mein­de. Even­tu­ell ist das Heim dort schon als gut oder schlecht be­kannt. Au­ßer­dem kön­nen wir uns über Pfle­ge­no­ten ei­ne Ein­schät­zung ho­len. Sie wer­den durch Prü­fer des Me­di­zi­ni­schen Di­ens­tes der Kran­ken­ver­si­che­rung er­mit­telt (www.vz-nrw.de/pfle­ge­no­ten). Wich­tig: bei den Pfle­ge­no­ten nur auf die De­tail­er­geb­nis­se ach­ten, nicht auf die Ge­samt­no­te schau­en. Denn die Kri­te­ri­en sind un­ter­ein­an­der gleich ge­wich­tet. In der Ge­samt­be­wer­tung könn­te ein Heim z. B. die Man­gel­er­näh­rung sei­ner Be­woh­ner mit ei­nem schön ge­stal­te­ten Es­sens­plan aus­glei­chen. Ein mög­li­cher Grund da­für, dass die Be­wer­tun­gen bis 2017 über­ar­bei­tet wer­den sol­len. Tipp: Kei­ne Be­no­tung er­setzt den per­sön­li­chen Ein­druck oder Pro­be­woh­nen. Nach Mög­lich­keit schau­en wir uns meh­re­re Hei­me an, min­des­tens drei, und ver­glei­chen die­se. Am bes­ten be­su­chen wir sie mehr­fach zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten. So fal­len die Un­ter­schie­de leich­ter auf.

Wie kann ich mir ein zu­ver­läs­si­ges bild von All­tags­le­ben und At­mo­sphä­re ma­chen?

Zum Bei­spiel oh­ne Vor­an­mel­dung zu den Haupt­mahl­zei­ten vor­bei­schau­en. Sieht das Es­sen ap­pe­tit­lich aus? Sit­zen die Be­woh­ner in freund­li­cher At­mo­sphä­re? Wie ge­stal­tet sich der Ta­ges­ab­lauf? Ist die Stim­mung gut?

Woran er­ken­ne ich ein gu­tes Pfle­ge­heim?

Wir soll­ten al­le Rä­um­lich­kei­ten se­hen kön­nen und al­le un­se­re Fra­gen be­ant­wor­tet be­kom­men. Ganz wich­tig: Ist aus­rei­chend

Fach- und Be­treu­ungs­per­so­nal vor­han­den? Der Um­gangs­ton zwi­schen den Be­woh­nern und dem Per­so­nal soll­te freund­lich sein. Auf den Gän­gen darf es nicht nach Aus­schei­dun­gen rie­chen. Zu den Ta­ges­zei­ten soll­ten die Be­woh­ner auch im Haus un­ter­wegs sein, sich in den Ge­mein­schafts­räu­men auf­hal­ten und nicht nur auf

den Zim­mern ho­cken. Wich­ti­ges Kri­te­ri­um ist auch, ob un­se­re Lie­ben je­der­zeit Be­such emp­fan­gen und frei ein- und aus­ge­hen kön­nen.

Was sind Si­gna­le für ei­ne schlech­te ein­rich­tung?

Wenn das Per­so­nal dau­er­haft über­las­tet und so­gar un­freund­lich ist und es zu­geht wie in ei­nem Kran­ken­haus, in dem das Ge­fühl ei­nes hei­me­li­gen Le­bens­abends auf der Stre­cke bleibt. Dann ist es nicht der rich­ti­ge Ort für un­se­re Lie­ben. Fra­gen soll­ten wir auch, ob mit Zeit­ar­beits­fir­men zu­sam­men­ge­ar­bei­tet wird. Wech­selt stän­dig das Per­so­nal, lei­den ein­ge­spiel­te Ar­beits­ab­läu­fe im Team oft. Die Ge­wohn­heit spielt hier auch ei­ne Rol­le: Nie­mand möch­te je­den Tag von ei­ner neu­en Per­son ge­duscht wer­den. We­nig Fluk­tua­ti­on im

Pfle­ge­per­so­nal ist ein ent­schei­den­der Wohl­fühl­fak­tor.

Woran er­ken­ne ich ei­ne gu­te Per­so­nal­aus­stat­tung?

Wir fra­gen nach der Fach­kraft­quo­te und zu­sätz­li­chen Be­treu­ungs­kräf­ten. Es soll­te auch nachts rund um die Uhr ei­ne Fach­kraft an­we­send sein. Fach­kräf­te sind für die pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung zu­stän­dig, Be­treu­ungs­kräf­te für All­tags­tä­tig­kei­ten (z. B. Spa­zier­gän­ge).

nach wel­chen Kri­te­ri­en soll­te ein Heim ge­prüft wer­den?

Aus­schlag­ge­bend sind die Be­dürf­nis­se und Vor­stel­lun­gen von ei­ner sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung. Es ist rat­sam, ei­ne in­di­vi­du­el­le Check­lis­te zu er­stel­len. Ei­ne mo­bi­le äl­te­re Da­me wünscht sich z. B. gu­te Frei­zeit­an­ge­bo­te und ei­ne schö­ne Au­ßen­an­la­ge, wäh­rend ei­ne an De­menz er­krank­te Per­son mehr Pfle­ge und qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal braucht.

Was kos­tet ein Platz im Mo­nat?

Je nach Pfle­ge- und Ver­sor­gungs­be­darf zwi­schen 2500 und 3500 Eu­ro im Mo­nat, in hö­he­ren Pfle­ge­stu­fen mehr. Wie sich die Kos­ten zu­sam­men­set­zen, er­fah­ren wir un­ter www.vz-nrw.de/woh­nen-im-heim.

gibt es et­was, was ich zum heim­ver­trag wis­sen muss?

Das Wohn- und Be­treu­ungs­ver­trags­ge­setz schreibt Rech­te und Pflich­ten für Ver­trä­ge bei ver­mie­te­tem Wohn­raum mit ge­kop­pel­ter Pfle­ge­leis­tung vor. Was in ei­nem Ver­trag zwi­schen dem Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und dem Pfle­ge­heim ste­hen muss, ist ge­setz­lich vor­ge­ge­ben. De­tails: www.bmfs­fj.de. •

bie­ten Oft Pfle­ge­hei­me­ein Pro­be­woh­nen an!

Ab 2017 wird es ein neu­es ewer­tungs­sys­tem für Hei­me ge­ben

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