Was soll im­mer die­ses „ o“hin­ten?

Wir lie­ben es: auf Ur­laubs­sei­ten im Netz sur­fen. Aber war­um en­den bloß al­le rei­se­por­ta­le auf „o“? Al­les Quat­schooo oder schlau?

Meins - - Leben Mein - VON ANGI brINK­mANN

Güns­tig rei­sen“, „un­ver­gess­lich ur­lau­ben“, „bes­tes PreisLeis­tungs-Ver­hält­nis“und was man sonst al­les bis vor Kur­zem über Ur­laub sag­te – Schnee von ges­tern! Heut­zu­ta­ge en­den Fe­ri­en auf „o“. Kaum ist die Som­mer­klei­dung bis zum Sai­son­start 2016 sau­ber ver­staut, träu­men wir ja schon heim­lich vom nächs­ten Jahr. Und wer sich schwel­gend durchs In­ter­net surft, stellt fest: Das A und O ei­nes schö­nen Ur­laubs ist das „o“im Na­men des Rei­se­por­tals!

Ein „o“am Wor­ten­de scheint na­he­zu un­ver­zicht­bar ge­wor­den. Vor dem „o“sind der Fan­ta­sie frei­lich kei­ne Gren­zen ge­setzt: Swoo­doo, Opo­doooo, Tri­va­gooooo, Tro­pooooo … Al­les Quat­schooooo, fin­de ich! Steht Swoo­doooo für „Oh, wie schön ist Ur­laub in Schwe­den“? Oder Opo­doooo für „Och, da woll­te ich im­mer mal hin“? Oder Tri­va­goooo für Ro­man­tik à la Dr. Schi­wa­go? Und gar die­ses Tro­poooo: Das ken­nen wir doch eher vom Han­deln auf dem ita­lie­ni­schen Markkt, wenn uns die­se char­man­ten, dun­kel ge­lock­ten Hals­ab­schnei­der mal wie­der ein tol­les Tuch un­ter die Na­se hal­ten und mit fun­keln­den Au­gen „Is­se so schööön für bel­la Si­gno­ri­na …“flö­ten. Zur ers­ten Preis-An­sa­ge sa­ge ich prin­zi­pi­ell erst mal „Trop­po!“, was im Deut­schen schlicht „Zu viel!“heißt. Der Rest der Han­de­lei er­gibt sich dann von selbst, bis wir, der sü­ße Ver­käu­fer und ich, auf die Hälf­te der ers­ten An­sa­ge run­ter sind und ich stolz die Tü­te von dan­nen tra­ge – und der Ita­lie­ner hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand grinst.

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