Ko­chen für die Fa­mi­lie ist für mich das Größ­te

Ju­lia ro­berts, 48, hät­ten wir gern zur Freun­din. An­ders als vie­le Hol­ly­wood-Stars ist sie im „ech­ten Le­ben“herr­lich nor­mal

Meins - - Star - VON rA­CHEL KASUCH

Sie hat Hol­ly­woods schöns­tes Lä­cheln – und es sieht in Na­tur min­des­tens so toll aus wie auf der Lein­wand! Als mich Ju­lia Ro­berts be­grüßt, strahlt ihr gan­zes Ge­sicht, die Au­gen fun­keln. Und ich ha­be so­fort das Ge­fühl: Mensch, die möch­te ich gern zur Freun­din ha­ben. Dis­tanz, Star­al­lü­ren? Fehl­an­zei­ge. Die Schau­spie­le­rin ist trotz ih­rer wahn­sin­ni­gen Er­fol­ge bo­den­stän­dig ge­blie­ben. Ruhm und ewi­ge Schön­heit sind ihr nicht wich­tig, wie sie im In­ter­view sagt. Für sie zählt nur das Glück (mit) ih­rer Fa­mi­lie. Was für ei­ne sym­pa­thi­sche Frau.

meInS: „Pret­ty Wo­man“ist schon 25 Jah­re alt. Wie den­ken Sie heu­te dar­über? Ju­lia ro­berts: Ich den­ke an Glück. „Pret­ty Wo­man“war ein ma­gi­scher Film, der die Leu­te auf der gan­zen Welt in sei­nen Bann ge­zo­gen hat. Für mich war der Film ein wah­rer Schatz in mei­ner Kar­rie­re.

meInS: Wie kom­men Sie nach ei­nem Dreh­tag wie­der run­ter? Ju­lia ro­berts: In­dem ich nach Dreh­schluss in das Au­to mei­nes Man­nes stei­ge und mit ihm nach Hau­se fah­re. Dann es­sen wir ge­mein­sam mit un­se­ren ge­sun­den Kin­dern zu Abend und sind

dank­bar für das, was wir ha­ben.

meInS: Hen­ry ist acht, die Zwillinge Ha­zel und Phin­na­eus sind elf. Gibt es schon die ers­ten Schul­pro­ble­me?

Ju­lia ro­berts: Letz­tes Jahr sag­te Ha­zel zu mir: „Ma­mi, du weißt nicht, wie es in der Schu­le ist und wie sich ein Tag für mich an­fühlt.“Am nächs­ten Mor­gen sag­te ich ihr, dass ich ei­nen Tag mit ihr im Klas­sen­zim­mer ver- brin­gen wer­de, um zu ver­ste­hen, wie es dort ist.

meInS: Und wie war’s? Ju­lia ro­berts: Um ehr­lich zu sein, ich konn­te gar nicht er­war­ten, bis die Schul­glo­cke läu­te­te und ich aus dem Klas­sen­zim­mer durf­te (lacht). Jetzt ver­ste­he ich, dass mei­ne Kin­der nicht gleich ge­fragt wer­den wol­len, wenn ich sie ab­ho­le, wie ihr Tag war.

Ich ha­be mei­ne freie Zeit ge­gen mei­ne Kin­der aus­ge­tauscht

MeinS: Sie ar­bei­ten heu­te we­ni­ger und ver­brin­gen mehr zeit mit ih­rer Fa­mi­lie … Ju­lia Ro­berts: Ja, mein Le­ben hat sich ver­än­dert, und ich ar­bei­te we­ni­ger, aber ge­nau das macht mir am meis­ten Spaß: Die Zeit mit mei­ner Fa­mi­lie zu ver­brin­gen. Und über­haupt ha­be ich noch nie gro­ße Lust dar­auf ge­habt, viel zu ar­bei­ten (lacht).

MeinS: Ju­lia Ro­berts als rich­ti­ge Haus­frau – kaum vor­stell­bar …

Ju­lia Ro­berts: Ich lie­be es, zu ko­chen und wenn die Fa­mi­lie ge­mein­sam am Tisch sitzt. Es gibt Ta­ge, da räu­me ich das Früh­stücks­ge­schirr weg und fan­ge gleich da­nach an, das Mit­tag­es­sen vor­zu­be­rei­ten. Und wenn ich da­mit fer­tig bin und wie­der das Ge­schirr weg­ge­räumt ha­be, ma­che ich das Abend­es­sen. Und die­se Ta­ge lie­be ich. In mei­ner Kü­che füh­re ich Re­gie.

MeinS: Dann ha­ben Sie ja kaum noch zeit für sich selbst? Ju­lia Ro­berts: Si­cher­lich ha­be ich den Lu­xus nicht mehr, ein­fach rum­zu­sit­zen und nichts zu tun. Ich den­ke oft dar­über nach, dass ich mas­sen­wei­se freie Zeit ge­habt ha­be, be­vor ich mei­ne Kin­der hat­te. Aber ehr­lich ge­sagt weiß

ich nicht mal, was ich da­mit ge­macht ha­be. Ich ha­be mei­ne freie Zeit ge­gen mei­ne Kin­der ge­tauscht – ein tol­les Ge­schäft. Ich ha­be zwar kei­ne Zeit mehr, um zur Na­gel­pfle­ge zu ge­hen, aber ich bin mit mei­nem Le­ben, mei­ner Fa­mi­lie rund­um zu­frie­den und su­per­glück­lich – wen in­ter­es­siert es da, ob ich frisch la­ckier­te Fuß­nä­gel ha­be?

MeinS: apro­pos Be­au­ty – wie ste­hen Sie da­zu? Ju­lia Ro­berts: Ach, ich er­in­ne­re mich noch gut an die Zei­ten, wo man zu ei­ner Pre­mie­re ein tol­les oder aus­ge­fal­le­nes Ober­teil an­zieht, und das war okay. Heut­zu­ta­ge muss al­les per­fekt und gla­mou­rös sein – bis ins kleins­te De­tail, an­sons­ten wird man ver­spot­tet.

MeinS: was den­ken Sie über Schön­heits­ope­ra­tio­nen?

Ju­lia Ro­berts: Ich ha­be Bo­tox ein­mal aus­pro­biert und war je­den Tag aufs Neue ent­setzt, wenn ich in den Spie­gel ge­schaut ha­be. Das war kein gu­ter Look für mich. Ich fin­de, mei­ne Kin­der soll­ten mei­ne Emo­tio­nen in mei­nem Ge­sicht se­hen kön­nen, und zwar in dem Mo­ment, wo ich et­was füh­le. Ein Ge­sicht er­zählt ei­ne Ge­schich­te, und es soll­te nicht die Ge­schich­te vom Weg zum Chir­ur­gen sein (lacht).

MeinS: glau­ben Sie, dass der Druck in Hol­ly­wood so groß ist? Ju­lia Ro­berts: Si­cher­lich, aber ich fin­de es scha­de, dass wir in so ei­ner pa­ni­schen Ge­sell­schaft le­ben, wo Frau­en sich noch nicht mal die Chan­ce ge­ben, zu se­hen, wie sie als „äl­te­re“Frau aus­se­hen. Ich möch­te er­le­ben, wie ich „äl­ter“aus­se­he.

MeinS: wie lan­ge brau­chen Sie mor­gens im Bad? Ju­lia Ro­berts: Nicht lan­ge. Ich le­ge nie Ma­ke-up auf oder style mei­ne Haa­re, wenn ich zum Su­per­markt ge­he. Ein biss­chen Ge­sicht­screme und das war’s. Hü­te fin­de ich toll, denn die ver­ste­cken die un­ge­styl­ten Haa­re.

MeinS: Neh­men Sie sich oft er­in­ne­run­gen von Film­sets mit? Ju­lia Ro­berts: Ich durf­te das Hoch­zeits­kleid aus „Die Braut, die sich nicht traut“(1999) mit­neh­men. Ich ha­be es in ei­ner Schach­tel in der Ga­ra­ge, die ich seit­dem nie wie­der ge­öff­net ha­be. Ich glau­be, wenn Ha­zel grö­ßer ist, kann sie es wun­der­bar ver­wen­den, wenn sie mit ih­ren Freun­den Ver­klei­den spielt. •

Mei­ne Ge­füh­le sol­len in mei­nem Ge­sicht zu se­hen

sein

StRah­le­fRau Wo Ju­lia Ro­berts er­scheint, herrscht gu­te lau­ne

Die Fa­Mi­lie iST iHR kRaFT

SPen­DeR: Ju­lia Ro­berts, ihr Ehe­mann Dan­ny Mo­der und die Kin­der Hen­ry, 8, Phin­na­eus und Ha­zel (bei­de 11, v. l.)

zu Be­such beim schöns­ten lä­cheln Hol­ly­woods

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.