Ich lie­be ei­nen jün­ge­ren Mann. Hat das ei­ne Chan­ce?

Meins - - In­ti­me Ko­lum­ne -

Mein Mann und ich wa­ren 28 Jah­re ver­hei­ra­tet. Jetzt hat er mich we­gen ei­ner Jün­ge­ren ver­las­sen und sich schei­den las­sen. Das war ein har­ter Schlag für mich. Jetzt bin ich neu ver­liebt, in ei­nen 40 Jah­re al­ten Mann. Hat un­se­re Be­zie­hung ei­ne Chan­ce?“

Sa­bi­ne, 62

Lie­be Sa­bi­ne,

Ihr Mann hat sich Ih­nen ge­gen­über mi­se­ra­bel ver­hal­ten, und ich kann sehr gut ver­ste­hen, dass das al­les ein har­ter Schlag ge­we­sen ist. Mit 62 ist man zwar nicht alt, aber nach ei­ner sol­chen Ge­schich­te fühlt man sich alt und ver­braucht. Vor al­lem des­halb, weil er sich für ei­ne jün­ge­re Frau ent­schie­den hat. Mir ist klar, dass man sich in sol­chen Mo­men­ten Tau­send Fra­gen stellt und lei­der kei­ne Ant­w­t­ort dar­auf fin­det. Das al­les müs­sen wir erst mal ver­ar­bei­ten, um wie­der selbst­be­wusst zu wer­den und be­reit zu sein, ein neu­es, ei­ge­nes Le­ben zu be­gin­nen. Das ha­ben Sie of­fen­bar ge­schafft. Denn Sie wa­ren nach dem Schick­sals­schlag be­reit, sich wie­der zu ver­lie­ben. Und das ist doch et­was Wun­der­ba­res.

Ich weiß, man macht sich über ei­nen Al­ters­un­ter­schied von 22 Jah­ren ganz be­stimmt sei­ne Ge­dan­ken – so nach dem Mot­to ge­hört sich das, oder kann ich das über­haupt. Aber dass ei­ne äl­te­re Frau und ein viel jün­ge­rer Mann von der Umm­welt be­lä­chelt wer­den, das ist Schnee von ges­tern. Nie­mand wird fra­gen: Was will denn die Frau mit dem jun­gen Kerl?

Jetzt kön­nen Sie das Le­ben und die Lie­be ge­nie­ßen. Zu­erst ein­mal möch­te ich Ih­nen den Rat ge­ben: Zie­hen Sie nicht in ei­ne ge­mein­sa­me Woh­nung. Denn je­der von ih­nen braucht sei­nen

Frei­raum. ie ha­ben be­reits ein Le­ben ge­lebt und soll­ten jetzt auch die Mög­lich­keit ha­ben, Ih­re ei­ge­nen Ma­cken – und die hat je­der – aus­zu­le­ben, sich zu­rück­zu­zie­hen, wenn Sie es wol­len. Und er kann in sei­nen ei­ge­nen vier Wän­den tun und las­sen, was er will. Und noch et­was: Wenn man stän­dig auf­ein­an­der hockt, geht die Lie­be ka­putt, dann ist nichts mehr pri­ckelnd. Nicht zu ver­ges­sen die Fra­ge: „Ge­hen wir zu dir oder zu mir?“Das ist doch sehr auf­re­gend – oder? Sie kön­nen ja den Vor­schlag ma­chen, dass je­der zum Bei­spiel an zwei Ta­gen in der Wo­che al­lein sein kann.

Ge­nie­ßen Sie jetzt auch die Se­xua­li­tät. Ma­chen Sie nicht den Feh­ler und glau­ben Sie, nicht at­trak­tiv zu sein! Wenn man liebt, sind ein paar Pfun­de zu viel oder Fal­ten total egal. Sie sind ei­ne er­fah­re­ne Frau, die weiß, wie man mit ei­nem Mann um­ge­hen kann.

Auch beim Sex. Wich­tig ist al­lein, dass Sie über Wün­sche spre­chen und die­se auch er­fül­len. Aber auch ganz klar sa­gen, was Sie nicht wol­len. Las­sen Sie sich fal­len und sei­en Sie ein­fach nur glück­lich.

Lie­be Sa­bi­ne, es ist nor­mal, dass man sich, wenn man neu ver­liebt ist, die Fra­ge stellt, ob die­se Be­zie­hung ei­ne Chan­ce hat. Eben weil man nicht mehr ver­las­sen und ver­letzt wer­den will. Ihn das zu fra­gen macht kei­nen Sinn, dann fühlt er sich in ei­ne Ecke ge­drängt, in die er vi­el­leicht gar nicht will. bes­ser ist es für Sie, die er­war­tungs­hal­tung nicht zu hoch

zu schrau­ben. Es ist zwar schön, ein ge­mein­sa­mes Le­ben zu pla­nen! Aber bit­te was ist, wenn er sich an­ders ori­en­tie­ren will, weil er vi­el­leicht ei­ne Fa­mi­lie grün­den möch­te? Ich will jetzt nicht un­ken, aber dann fal­len Sie wie­der in ein tie­fes Loch. Und das darf ganz ein­fach nicht sein. Na­tür­lich kön­nen Sie ge­mein­sa­me Plä­ne ma­chen, in den Ur­laub fah­ren, sich Kon­zer­te an­hö­ren. Das ist es, was Ih­nen ge­mein­sam Spaß macht. Und da­bei spielt der Al­ters­un­ter­schied über­haupt kei­ne Rol­le, und das ist doch toll! Das Le­ben wird da­durch schön und auch sehr un­kom­pli­ziert. Weil letzt­end­lich je­der für sich selbst ver­ant­w­tort­lich ist.

Lie­be Sa­bi­ne, freu­en Sie sich über Ih­re neue Lie­be und kos­ten Sie al­les aus, was Sie be­kom­men kön­nen. Das Le­ben ist viel zu schön, um sich dunk­le Ge­dan­ken zu ma­chen. Ich wün­sche Ih­nen viel Glück

Ih­re Eri­ka Ber­ger

aL­LeS, WaS

ZähLt … … ist, dass wir

UNS LIE­BEN. Da spielt der Al­ters­un­ter­schied dann kei­ne Rol­le

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eri­ka ber­ger, 75,

war ei­ne der Ers­ten, die im TV Of­fEN üBER

Sex re­de­ten

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