Wir neh­men Kurs auf neue Aro­men Jo­hann La­fer:

Sin­ga­pur, Ko Sa­mui, Sai­gon – Jo­hann La­fer reist nach Asi­en. Wer mit­fährt, wird na­tür­lich von ihm be­kocht …

Meins - - Leben -

Er ist der wohl be­kann­tes­te Ster­ne­koch Deutsch­lands, sein Re­stau­rant „Le Val d’Or“auf der Strom­burg ein Mek­ka für Fein­schme­cker. Vom 17. bis 24. Fe­bru­ar ver­wöhnt Jo­hann La­fer, 58, die Lieb­ha­ber ex­qui­si­ter Kü­che auf ei­ner Gour­met-Rei­se mit „Mein Schiff 1“.

MEINS: Herr La­fer, Sie ko­chen ja nicht das ers­te Mal an Bord … Jo­hann La­fer: Nein, ich bin sehr gern auf dem Schiff un­ter­wegs. Was mir an den Gour­met-Rei­sen vor al­lem ge­fällt, ist der über­schau­ba­re Rah­men in den Spe­zia­li­tä­ten-Re­stau­rants. Das ist je­des Mal so, als wür­de man auf gu­te Be­kann­te tref­fen, auf Freun­de des gu­ten Ge­schmacks.

MEINS: Sie sind dann ja wie ei­ne Art Gast-Di­ri­gent un­ter­wegs. Birgt das für Sie als Koch nicht auch lo­gis­ti­sche Her­aus­for­de­run­gen?

Jo­hann La­fer: Ja, schon. Denn an Bord ist der Platz be­grenzt – das gilt auch für die Kü­che. Ich ha­be das Glück, auf ein per­fekt ein­ge­spiel­tes Team um den Chef­koch zu tref­fen – auf des­sen Er­fah­rung kann ich mich ge­trost ver­las­sen. Ich be­wun­de­re eh, wie man für 800 oder über 1000 Pas­sa­gie­re je­den ein­zel­nen Gang auf den Punkt zu­be­rei­tet ser­vie­ren kann. Das ist ein­fach ei­ne groß­ar­ti­ge Leis­tung!

MEINS: Was hat denn Ihr Fern­weh ge­weckt?

In mei­ner Hei­mat, der Stei­er­mark, gab es ei­nen Koch. Der fuhr ein hal­bes Jahr lang zur See. Als er zu­rück­kam, er­zähl­te er von fer­nen Län­dern. Für mich als Bub klang das da­mals un­ge­heu­er fas­zi­nie­rend und sehr ver­lo­ckend. Schiffs­koch bin ich dann zwar nicht ge­wor­den, aber für Ge­rich­te aus al­ler Welt ha­be ich mich schon im­mer be­geis­tert. Ken­nen­zu­ler­nen, was bei uns nicht all­täg­lich ist – das hat ei­nen ganz be­son­de­ren Reiz und be­flü­gelt mich als Koch.

MEINS: Hand aufs Herz: Was ist für Sie der In­be­griff ei­nes gu­ten Es­sens? Jo­hann La­fer: Da­heim bin ich auf ei­nem Bau­ern­hof auf­ge­wach­sen. Wir hat­ten ei­ge­ne Milch, ei­ge­ne Eier und ha­ben un­se­re But­ter selbst ge­macht. Ein gu­tes, ehr­li­ches und schmack­haf­tes Ge­richt ist für mich al­so im­mer noch

ein Kar­tof­fel­pü­ree aus ur­sprüng­lich be­las­se­nen Zu­ta­ten.

MEINS: Wel­che Sou­ve­nirs brin­gen Sie von Ih­ren See­rei­sen mit?

Jo­hann La­fer: Als Koch ha­be ich ei­ne Schwä­che für Aro­men und Düf­te. Wenn ich an Land ge­he, steue­re ich den „Bauch der Stadt“an und bum­me­le über die Märk­te. Von mei­ner letz­ten Rei­se in den Oman ha­be ich mir Weih­rauch mit­ge­bracht.

MEINS: Weih­rauch? Aber doch si­cher nicht zum Ko­chen! Jo­hann La­fer: (Lacht.) Nein, nur für mein per­sön­li­ches Wohl­er­ge­hen. MEINS: Wor­auf freu­en Sie sich bei der nun an­ste­hen­den rei­se be­son­ders? Jo­hann La­fer: In Sin­ga­pur ha­ben zwei Ex-Mit­ar­bei­ter von mir ein Re­stau­rant er­öff­net. Ich wer­de mir an­schau­en, was

sie auf die Bei­ne ge­stellt ha­ben. •

FErN­WEH IM HEr­zEN Seit er ein klei­ner Bub war, träumt Ster­ne­koch Jo­hann La­fer von der wei­ten Welt

VoLL­pro­FI In frem­den Kü­chen ver­lässt sich der Meis­ter auf ein­ge­spiel­te Teams

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